Verdienen mit gratis ePerso-Lesegeräten

Um die Akzeptanz des neuen Personalausweises zu fördern, gibt es neben dem freien Eintritt zur CeBIT auch Kartenlesegeräte und Vergünstigungs-Gutscheine für Kartenlesegerät-Käufe. Zwei Computerzeitschriften haben sich bereit erklärt, diese unter das Volk zu bringen – unter anderem die ComputerBILD.

Das der neue Personalausweis zur reinen Wirtschaftsförderung gedacht ist, wurde schon oft spekuliert. Heise liefert in der c’t nun Zahlen:

Für die Nutzung der AusweisApp, die Anfang Januar zum Dowload zur Verfügung stehen soll, verteilen zwei Computerzeitschriften “Freikarten” in Form von Kartenlesern und Gutscheinen. Für diesen Service erhalten sie nach Auskunft des Bundesinnenministeriums 792.540,00 Euro. Eine Zeitschrift liefert mit ihrer DVD-Ausgabe 400.000 Basiskartenleser von Reiner SCT an den Kiosk. Dafür bekommt Reiner SCT die 35 Euro, die der Kartenleser kostet, was sich auf 14 Millionen Euro addiert. Weitere 1.864.800,00 Euro erhält die Firma für Service und Support. Ihre Kartenleser kommen mit einer begrenzten Garantie, die mit einer der Zeitschrift beigelegten “LoginCard” verlängert werden kann. Die CD-Ausgabe der Zeitschrift kommt mit einem Gutschein über 25 Euro, der beim Kauf eines Standard- oder Komfortkartenlesers angerechnet wird.

Auch die Telekom erhält Geld: Ganze 466.200,00 Euro soll T-Systems laut Heise kriegen, um die Ausweistechnik in einem Projekt der Europäischen Kommission einzubringen.

Viel Geld, bezahlt aus dem Konjunkturpaket II:

Von den 24 Millionen Euro, die im Rahmen des Konjunkturpaket II als Zuwendungsmaßnahme den Personalausweis voranbringen sollen, sind derzeit nach Auskunft des Ministeriums 5.767.127,10 Euro überwiesen worden, weitere 17.301.572,90 Euro sind fest verplant. Insgesamt werden dem Bürger so 1.237.000 Basiskartenleser und Zuschüsse für 230.000 Standard- und Komfortleser offeriert. Bleibt die Frage, ob er mitspielt, sich erst den Leser, dann im Januar die AusweisApp besorgt, die – das ist die letzte Zahl für heute – für 800.000 Euro entwickelt wurde.

Aus meiner Sicht eine reine Wirtschaftsförderung: Die Firmen verdienen Millionen, die neue Sicherheit ist eher mager. Und das, obwohl die Akzeptanz des neuen Personalausweises bislang niedrig ist: Viele alte Menschen haben Angst vor der neuen Technik, viele junge Menschen lehnen die Technik aus Datenschutzgründen ab.

Ein Rohrkrepierer, für denen Millionen an Steuergeldern rausgeschmissen werden – obwohl wir, laut Merkel im Juni 2010, mehr sparen müssen. Während Hartz IV-Familien am Rande ihrer Existenz leben, kriegen die Firmen die an der Entwicklung und Verbreitung des neuen Personalausweises mitarbeiten Millionengelder für ein Projekt, das niemand braucht. Ist das gerecht?

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3 Gedanken zu “Verdienen mit gratis ePerso-Lesegeräten

  1. Also, ich finde es doch mal gut das es sowas Billig zu haben gibt. Egal ob es sicher ist oder nicht, mann kann doch recht viel damit machen. Wie ich schon sagte kann man dort ganze 1k Zeichen auf der Karte unterbringen. Das reich um z.b eine Signatur zu speichern. SO ließe sich z.b neben dem perso auch eine einfache art der Mail signatur einfügen, die villeicht auf dem Perso, oder aber auch auf einer 2en Karte basiert, und das ist nur der anfang, stelle dir mal vor wenn 50 % der bevölkerung auch nur das Basisgerät hat, was dann in richtung Compfor im internet losgeht, z.b wenn man bei den meisten websiten kein User/passwort mehr eingeben muss, sondern nurnoch Karte vor und fertig.
    Und spätestens wenns so weit ist wird auch auf die sicherheit geachtet.

  2. Ui, soviel ANTI-Bull* habe ich selten gelesen. Aber bei deinem Artikel weiß man sofort woher der Wind weht und ist am Ende auch nicht wirklich überrascht. Statt Ideologien nachzuplappern, sollte man sich vergägenwertigen, dass jede neue Technologien mit Kinderkrankheiten kämpfen muss… Wobei ich nach zahllosen Artikeln dieser Art immer noch nicht verstanden habe, was an dem neuen Ausweis schlecht sein soll und wo die Sicherhetislücken liegen sollen. Denn Sicherheitsheitslücken wie “das System des Anwenders kann kompromittiert sein” ist keine Sicherheitslücke des Ausweises und vedeutlicht nur, welchen konfusen Argumentationssalat die Kritiker abliefern.

    Und dann noch die Sache mit Harz. Woher kommt denn das Geld für die Harzer? Genau, von der bösen und geldgierigen Wirtschaft, die letztendlich auch die Steuergelder für die Wirtschaftshilfe bereit stellt. Ich habe während meinem Studium nicht mal das Geld zur Verfügung gehabt, was die Harzer bekommen, obwohl ich >20h/w gearbeitet habe, vom Studium einmal ganz abgesehen. Viele Menschen müssen täglich arbeiten um am Ende des Monats nur ein paar Euro mehr in der Tasche zu haben als die Harzer. Und gerade diese Menschen haben alles andere als Verständnis für die Harzer. Die meisten verwechseln jedoch die SOZIALHILFE HARZ mit dem STAATLICHEN ERSATZEINKOMMEN HARZ. Als Letzteres war Harz nie konzipiert. Abgesehen von Skandinavien geht es den dt. Harzern so gut wie keinen anderen Arbeitslosen sonst auf der Welt.

    • @Alex: Es gibt mehrere Sicherheitsprobleme, die einfach nicht aus der Welt sind, aber gerne verschwiegen und nicht ernst genommen werden. Vielleicht kennst du ja bereits “Hackers gonna hack”. ;-)

      Primär geht es zwar nicht um Arbeitslosengeld, aber auch dazu etwas: Du behauptest also, dass Hartz IV reines Luxusgeld sei? Vielleicht unterhälst du dich mal mit Leuten, die Hartz IV beziehen. Und wie meinst du kriegen die heutigen Studenten das hin, wenn sie jetzt Studiengebühren zahlen müssen?

      Das Lohnproblem ist wieder auf die böse Wirtschaft zurückzuführen, die mittlerweile immer mehr Gewinne abschöpfen will und dabei Lohndumping betreibt so gut wie es geht.

      P.S.: Kritik am neuen Personalausweis ist u.a. hier nachzulesen. Zur Sicherheit bei Stadtverwaltungen siehe hier. Die Videos über den CCC sollten bekannt sein (wenn nicht: PlusMinus und Bericht aus Brüssel).

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