"Die Anwälte – Eine deutsche Geschichte" Rezension + Gewinnspiel

Der Dokumentationsfilm „Die Anwälte – Eine deutsche Geschichte“ dreht sich um die damaligen Rechtsanwälte Horst Mahler, Otto Schily und Hans-Christian Ströbele. Als Aufhänger dient ein dpa-Foto von 1973, welches die drei im Gerichtssaal des Amtsgerichts Moabit zeigt: Horst Mahler als angeklagter RAF-Terrorist, Schily und Ströbele als seine Vertreidiger.

Die Doku fängt beim Tod von Benno Ohnesorg an. Über die Springer-Proteste, bei denen Mahler angeklagt wurde, geht es dann zur RAF-Zeit mit den Kaufhaus-Bränden, der Baader-Befreiung und dem Stammheim-Prozess. Dort vertraten Schily und Ströbele einige RAF-Terroristen.

Schließlich geht es über die Entwicklung nach dieser Freundschaft. Mahler ging in die Richtung des Nationalsozialismus, während Schily mit den Grünen in den Bundestag einzog, später kam Ströbele zu den Grünen hinzu. Schily erzählt von seinem Übergang in die SPD, es folgen die nach dem 11. September 2001 von Schily geforderten und schließlich beschlossenen Antiterrorgesetze („‚Law and Order‘ ist sozialdemokratisch“). Die Doku endet mit dem NPD-Verbotsverfahren, in dem sich Mahler auf der Seite der NPD und Schily auf der Seite der Bundesregierung wiedersahen, jedoch nicht mehr als Freunde sondern vielmehr als Gegner.

Die Dokumentation besteht aus Interviews, zwischendrin gibt es immer wieder Archivmaterial. Das macht die Dokumentation lebendig, ohne die Video- und Audio-Mitschnitte würde man die ganze Zeit nur abwechselnd Mahler, Schily und Ströbele in einem Gerichtssaal sitzend ihre Geschichten erzählen sehen. Mir gefällt das, denn das Archivmaterial kann die Erzählungen gut untermalen. Auch frühere Bundestagsreden von Schily und Ströbele werden gezeigt.

Die DVD

Die DVD beinhaltet den 92minütigen Film in deutscher Sprache, wahlweise mit englischem Untertitel oder ohne, einen deutschen Untertitel gibt es nicht. Als Bonus gibt es neben einer Trailershow eine weitere Dokumentation: „Die Schlacht vom Tegeler Weg“, eine 45minütige NDR-Doku von 1988. Hierbei geht es um die Demonstration zu dem Prozess Mahlers, als ihm nach den Springer-Bränden die Anwaltslizenz entzogen werden sollte. Auch hier gibt es abwechselnd Archivmaterial sowie Interviews, z.B. mit damaligen Studenten oder einem Fotografen.

Die DVD ist einem Schuber und hat außerdem noch ein kleines Booklet, indem neben den Credits und dem Plot auch eine ausführliche Chronik über wichtige Ereignisse von Mahler, Schily und Ströbele aufgelistet sind.

Fazit

Die Dokumentation ist interessant, vorallem der Umbruch bei Schily: Früher als RAF-Verteidiger gegen den Staat, später selbst als Innenminister der Einführer der Antiterrorgesetze. Die Doku wird teilweise auch sehr persönlich mit ihren Protagonisten. So will sich etwa Ströbele nicht über Horst Mahler äußern, weil ihm dazu (wegen Mahler’s Nazi-Zeit) die Worte fehlen. Auch die Bonus-Dokumentation kann ich empfehlen. Beide Dokumentationen sind, insbesondere durch das eingesetzte Archivmaterial, ein herrvorangendes Zeitdokument zur RAF-Ära.

Interessant ist auch die Chronik im Booklet. Dort ist zum Beispiel festgehalten, dass Otto Schily noch im Januar 1998 gegen den „Großen Lauschangriff“ kämpfte, diesen nach seiner Vereidigung als Innenminister im Oktober 1998 dann aber verteidigte.

Es sei auch noch erwähnt, dass der Film dieses Jahr einen Grimme-Preis bekommen hat und dem Film das „Prädikat besonders wertvoll“ vergeben wurde.

Aktueller Bezug

Im Moment ist Horst Mahler wieder Thema in den Medien: Laut der Springerpresse soll er zeitweise für die Stasi gearbeitet haben. Dies wird jedoch bezweifelt. Ob da nun etwas dran ist oder nicht, wird sich sicherlich noch zeigen.

Gewinnspiel

Das Beste kommt zum Schluss: Studio Hamburg Distribution & Marketing hat mir neben einem Rezensionsexemplar auch noch 3 DVDs zum Verlosen mitgeschickt. Ein großes Danke an dieser Stelle!

Studio Hamburg besteht aus mehreren Gruppen, während die Film-Produktion bekannte Filme und Serien wie z.B. den Tatort produziert, betreut die Distributions-Gruppe unter anderem den ARD Video-Shop. Das Team ist auch auf Facebook und Twitter, auf YouTube gibt es Trailer zu sehen.

Ihr habt nun die Chance, eine dieser drei DVDs zu gewinnen. Zur Teilnahme müsst ihr mindestens eines dieser Dinge machen, wobei mehr Lose die Gewinnchance erhöhen:

1. Schreibe einen Kommentar unter diesem Beitrag und nenne mir darin deine/n Lieblingsfilm/e. Denke an eine gültige E-Mail-Adresse, damit ich dich im Gewinnfall erreichen kann. Das bringt 3 Lose.

2. Twittere über die Aktion:

„Die Anwälte – Eine deutsche Geschichte“ jetzt bei @chriszim auf #DVD gewinnen: http://bit.ly/nPIy7b #doku #gewinnspiel

Wenn du einen eigenen Text twittern willst, benutze auf jeden Fall die bit.ly-URL, dann sollte hier automatisch ein Trackback ankommen. Für den Tweet gibt es 2 Lose.

3. Blogge über die Aktion. Du kannst das Foto der DVDs nutzen und den Trailer hier auf YouTube einbinden. Für einen Blogartikel gibt es 5 Lose.

Insgesamt kann jeder also 10 Lose sammeln. Doppelte Kommentare, Tweets und Blogartikel zählen nicht, 10 ist das Maximum. Ganz wichtig: Das Gewinnspiel geht bis zum Samstag, 13.08.2011 um 23:59 Uhr. Überprüft daher am Besten vorher nochmal, ob alle eure Ping-/Trackbacks da sind und ihr euren Kommentar findet.

Ausgelost wird über random.org, die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt und in einem seperaten Blogartikel bekannt gegeben. Eure Daten werden natürlich nicht an Dritte weitergegeben und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Optional könnt ihr natürlich noch meinen Blog abonnieren und mir überall folgen, ich schreibe hier oft über Politik (aber nicht nur). Ich würde mich freuen. ;-)

Allen Teilnehmern viel Glück!

UPDATE (04.08., 23:06): Da heute schon der erste Bot-Account auf Twitter hier rein kam, muss ich wohl noch explizit erwähnen, dass reine Gewinnspiel-Twitteraccounts/-Blogs natürlich vom Gewinnspiel ausgeschlossen sind, ebenso Twitteraccounts/Blogs die ausschließlich für das Gewinnspiel erstellt wurden! (Ich dachte, man müsste sowas heutzutage nicht mehr erwähnen, aber da lag ich wohl falsch.)

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