(K)Ein offener Brief an Kristina Schröder

Gestern hat Susanne Holder von Radio Fritz in Berlin einen “Offenen Brief an Kristina Schröder” geschrieben. Heute wurde er gelöscht, stattdessen steht nun ein Statement von Programmchef Stefan Warbeck an der Stelle.

In dem Statement heißt es, man wolle nicht den Eindruck erwecken, dass der offene Brief im Namen der gesamten Redaktion sei. Zudem würde der Kommentar “an einigen Stellen eindeutig die Persönlichkeitsrechte von Frau Schröder” verletzen. Dies schien vor der Veröffentlichung des Textes im Internet sowie der audiovisuellen Fassung, welche auch im Radio gesendet wurde, jedoch kein Problem zu sein.

Ich reihe mich in die Liste der Wiederveröffentlicher ein, denn der Text ist genial und als Meinung von Frau Holder absolut akzeptabel:

Liebe Kristina Schröder,

ich freu mich eigentlich immer über Schwangerschaftsbotschaften, aber alle Zitate von Ihnen, die man heute lesen muss, rufen Ekel und Würgereflexe in mir hervor. Zum Beispiel: “Wir werden vor den gleichen Herausforderungen stehen wie viele andere Paare in Deutschland, bei denen beide beruflich sehr gefordert sind.”

Wie anmaßend, schamlos, unmoralisch, blind und bescheuert sind Sie eigentlich? Mit 16.529,50 Euro im Monat und einem garantierten, vergoldeten Betreuungsplatz in der 5 Sterne-Bundestags-Kita stehen Sie NICHT vor den gleichen Herausforderungen wie viele andere Paare in Deutschland.

Sie hoffen “Karriere und Familie unter einen Hut zu bringen mit der Unterstützung ihrer Familien”… Erzählen Sie uns bitte nicht, dass Sie von Existenzängsten geplagt sich nachts wälzen und sorgen, ob das Geld für Windeln reichen wird, ob Sie problemlos ihre Arbeitsstelle zurück bekommen. Fragen Sie sich lieber, wer eigentlich vor kurzem das Elterngeld gekürzt hat.

Ich wünsche Ihnen Sodbrennen, Wasserbeine, Müdigkeit, Krampfadern und Hämorrhoiden – wenigstens körperlich gleiche Herausforderungen.

Der Vorfall zeigt, dass die Öffentlich-Rechtlichen doch nicht so staatsfern sind, wie sie es immer darstellen. Schade, aber irgendwie auch wenig verwunderlich.

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13 Gedanken zu “(K)Ein offener Brief an Kristina Schröder

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  7. Auch Väter die eine Erziehungszeit nehmen,
    sind danach nicht die Arbeitnehmer , die sich diese Gesellschaft wünscht.
    Bleibt Kinder und sorgenlos!

    Oder zurück zudem “macht kaputt, was euch kaputt macht!”

  8. Könnte es vielleicht auch sein, dass es am letzten Satz liegt, dass ein Rundfunksender solche Wünsche für einen anderen Menschen nicht öffentlich unterstützen möchte? Ich mag Frau Schröder als Politikerin auch nicht, würde ihr aber nicht die Pest an den Hals wünschen.

    • @VonFernSeher: Das kann gut sein, aber dann hätte Fritz doch einfach nur den letzten Satz rausnehmen können mit dem Hinweis das sie diesen als unangemessen betrachten und den rest des offenen Briefes stehen lassen können.

  9. @Christian
    Das hätten sie können, falls die Autorin sich damit einverstanden gezeigt hätte. Ist aber auch ohne den letzten Satz nicht gerade grimmepreisverdächtig. Schön, dass ich es hier lesen konnte, aber ohne wäre ich auch nicht dümmer gestorben.

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