Piratenpartei Schleswig-Holstein stellt Facebook-Seite ein

Die Piratenpartei Schleswig-Holstein streicht dann mal das mit der Internet-Partei aus ihrem Programm und löscht ihre Facebook-Seite wegen Thilo Weichert.

Money-Quote:

“Facebooks Datensammelwut ist mit deutschem Datenschutzrecht nicht in Einklang zu bringen. Gerade die politische Einstellung ist eine besonders schützenswerte Information, und wir wollen nicht der Käse in Facebooks Datenfalle sein”, so Torsten Krahn, Pressesprecher des Landesverbands.

Ob jetzt auch die Website gelöscht wird, schließlich ist die ja der Käse in der Google Datenfalle (Google+, angemeldete Google-Suche etc.)? Das wäre einfach nur konsequent.

So liebe Piraten und jetzt guckt mal: Die IHK Schleswig-Holstein stellt sich dagegen. Wie geil wäre das wohl gewesen, wenn ihr euch dazugestellt hättet? Ich vermute, ihr hättet viele kleine und mittelständische Unternehmen als Wähler gewinnen können. Aber nein, stattdessen wird sich hinter dem (in diesem Falle vollkommen irrsinnigen) Datenschutz versteckt.

Die Piraten schaffen es wie keine andere Partei selbst auf dem Zenit ihres Höhepunktes einen großen Epic-Fail hinzulegen.

(Und nein, ich bin weder von der Spackeria noch finde ich die Spackeria gut. Aber dass die Piraten diese Inkompetenz von Weichert unterstützen ist einfach unglaublich.)

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5 Gedanken zu “Piratenpartei Schleswig-Holstein stellt Facebook-Seite ein

  1. Facebook sammelt DATEN???

    OMG.

    Aber ernsthaft: Die Piratenpartei kann doch viel mehr von sozialen Netzwerken profitieren als umgekehrt. Facebook juckt das doch nicht im geringsten, wenn die Piraten dort nicht mehr mitmachen, aber umgekehrt sind soziale Netzwerke extrem wichtig für die Piraten, denn da tummelt sich ein größerer Teil ihrer Wählerbasis.

    Man könnte sich auch auf Facebook beteiligen und vor Ort etwas Aufklärung leisten, die vielleicht dazu führt, dass Nutzer genauer überlegen, welche Informationen sie rausgeben wollen und welche nicht. Das wäre doch viel nützlicher und gleichzeitig eine Position, die man auch vor Facebook-Hassern im Piratenpartei-Umfeld vertreten könnte.

    • @Ey Lou: Recht hast du. Vorallem, auf so einer Partei-FB-Page haben die ja nichtmal persönliche Sachen.

      In der Tat ist die Piratenpartei was Facebook und Co. angeht so eingestellt, dass sie dort zwar vermutlich die meisten Wähler haben und die Netzwerke auch nutzen, aber Aufklärung gibt es eigentlich gar nicht. Stattdessen gibt es dann so Seiten wie hol-dir-deine-daten-zurueck.de, wo Panik geschoben wird und direkt zum Account-Löschen aufgefordert wird.

      Datenschutz ist gut und wichtig, aber dann sollte man den Leuten sagen dass sie beim Nutzen der Netzwerke gewisse eigene Regeln beachten sollten, damit sie später keine Schwierigkeiten (in welcher Art auch immer) kriegen. Aber da verhalten sich die Piraten leider genauso wie die ganzen Sendungen im Fernsehen, in denen das Internet als böse dargestellt wird. Seufz.

  2. Wer einen Facebook Account hat hat keine Ahnung was Facebook wirklich macht oder redet es sich schön (Zitat: “Datenschutz ist gut und wichtig, aber dann sollte man den Leuten sagen dass sie beim Nutzen der Netzwerke gewisse eigene Regeln beachten sollten, damit sie später keine Schwierigkeiten (in welcher Art auch immer) kriegen.”)
    Das ist extrem blauäugig. Denn das Problem ist doch das man eben KEINE Chance hat sein Daten zu kontrollieren, auch wenn man nichts bei Facebook über sich reinschreibt erfährt FB trotzdem sehr sehr viel über einen (Freunde,Interessen der Freunde etc. Stichwort neuronale Netze etc) und das verstehen viele Menschen ob des komplexen Themas einfach nicht.

    • @Joe: Willkommen im Kontrollverlust. :-)

      Facebook kann nur das über dich wissen, was du (oder deine Bekannten/Freunde über dich) an Daten in das System geben, da hilft auch kein (künstliches) neuronales Netz.

      Beispiel: Wenn du das Profilfeld über deine sexuelle Orienterierung frei lässt, gleichzeitig aber per Messages rumflirtest, kann das natürlich ausgewertet werden und somit auf deine sexuelle Orientierung Rückschlüsse gezogen werden, unter Umständen auch automatisiert (wie oft Frauen/Männer angesprochen, welche Keywords dabei benutzt usw.).

      Gleiches gilt natürlich für die politische Einstellung etc.. Aber dann hast du eben diese Daten in das System eingegeben – und genau hier sollte die Aufklärung statt der Total-Verweigerung stattfinden, damit die Leute nicht denken, dass das Profil leer lassen ausreicht. Zudem kann man sich ruhig die Frage stellen, welche Daten man problemlos veröffentlichen kann und welche Daten lieber nicht.

  3. Pingback: Klage gegen ULD wegen Facebook | chriszim.com

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