Ich will mich mal bei allen Flattrern bedanken. Vorallem bei denen, die vermutlich zwei Mal die WMR-Shownotes geflattrt haben – kurz nach der Flattr-Abrechnung vom Mai kamen da nämlich nochmal einige Klicks rein. Danke! :-)
Das hat gleichzeitig auch (leider) nochmal meinen Eindruck verstärkt, dass Flattr eigentlich nur in der Podcast-Szene wirklich aktiv genutzt wird. Die restlichen Blogartikel hier werden so gut wie nie geflattrt, unabhängig vom Inhalt, unabhängig vom Aufwand. Außer den Shownotes wurden bislang nur zwei Artikel in 2012 geflattrt.
Selbst die großen Blogs werden wenig geflattrt: Netzpolitik ist in der Regel pro Blogbeitrag im einstelligen Bereich, manchmal im zweistelligen. Auch bei Spreeblick sind die meisten Beiträge im einstelligen Bereich, wenige im zweistelligen und nur Ausreißer bringen dreistellige Klicks. Und das, obwohhl beide Blogs täglich einige tausend bis hunderttausend Besucher haben dürften.
Ich glaube, dass Flattr für Blogs nicht so wirklich funktioniert. Vielleicht liegt es an der technischen Hürde, die bei Bloglesern höher ist als bei Podcasthörern. Wer sich mit Podcatchern, Podcast-Apps und Feeds auseinandersetzt, dürfte schon um einiges technikaffiner sein als der stille Konsument von (Blog-)Texten.
Ein sehr großes Manko dürfte bei Flattr auch die Einstiegshürde mit dem Bezahlen sein, Moneybookers und PayPal ist die Wahl zwischen Pest und Cholera: Moneybookers hat keinen seriösen Ruf, bei PayPal werden gerne mal Konten eingefroren. Dank Phishing-Mails kann man nicht-internetaffinen Leuten auch keinen der beiden Dienste empfehlen.
Überhaupt, nur um Flattr zu nutzen extra ein virtuelles Bankkonto anlegen, bei dem auch nochmal Geld hängen bleibt (Transfergebühren)? Das mag niemand, das will niemand. Flattr muss Banküberweisungen anbieten, um in der breiten Masse (und den nicht-Nerds) anzukommen. Und Flattr muss auch mal raus aus dem eigenen Saft, rein in Unternehmen, rein in Verlagshäusern, rein in NGOs.
Das Potential von Flattr wird von vielen nicht genutzt, es sollte dafür geworben gewerden, damit Flattr auch mehr Bekanntheit erlangt und somit alle davon profitieren. Schließlich soll Flattr ja mehr sein als, wie Sascha Lobo auf der re:publica 2012 sagte, “eine Micopayment-Plattform aus Schweden, die den einzigen Zweck hat, dass Tim Pritlove seine Miete zahlen kann”. ;-)