Lena ist älter geworden

Lena Meyer-Landrut war am letzten Donnerstag, dem 27. September, im ARD Morgenmagazin und hat dort ihren aktuellen Song „Stardust“ gesungen und ihr gleichnamiges neues Album beworben. Das ist kein großes Ding, aber das kurze vorige Interview dazu ist bemerkenswert. Wirklich:


(Video auf YouTube)

Moderator: Die Platte ist authentischer, mehr Lena. Was issn da
anders als bei den anderen Platten?

Lena: Öh, also ich glaub, die anderen Platten davor waren auch ich.

Moderator: Ja.

Lena: Ähm, die Platte jetzt ist einfach ich, wie ich jetzt bin. Ähm, ich hab mich zwei Jahre lang … ähm … also weiterentwickelt, bin äh …

Moderator: Aha. An welchem Punkt hast du dich besonders verändert?

Lena: Ich weiß nicht, ich glaub, ich bin einfach älter geworden. Also so wie jeder so zwei Jahre älter wird bin ich glaub ich auch zwei Jahre älter …

Moderator: (lacht) Dass das auch 18jährigen passiert, ist verrückt, ne?!

Lena: Ja, das, genau. Ähm … nö, also eigentlich … ich bin … ich glaub, es hat sich nicht so viel krass verändert, ich bin einfach … äh … älter geworden.

Moderator: Mhm. Wir haben Zuschauerfragen […].

Man beachte den Moderator: Zunächst gibt er Lena mit der Veränderungsfrage eine Steilvorlage, kann sich wegen ihrer dämlichen Antwort aber einfach nicht mehr zurückhalten und kommentiert dies satirisch. Lena hingegen geht darauf nicht ein und scheint immernoch nach einer passenden Antwort zu suchen.

Nachdem der Moderator merkt, dass er das vergessen kann, stellt er schnell zwei Zuschauerfragen. Doch da wird es nicht besser:

Moderator: Simon Alexander fragt, ob nach der Clubtour 2013, wo er nämlich in London ist beruflich, du noch irgendwie weitermachst mit Konzerten, ob er, wenn er zurück in Deutschland ist, dich nochmal irgendwo live sehen kann.

Lena: Ääähm …

Moderator: Ääähm? Einfach auf der Homepage nachgucken?

Lena: Ja, wahrscheinlich auf der Homepage nachgucken …

Moderator: (lacht)

Lena: … oder ich, also ich bin auch dieses Jahr noch, ich mach auch dieses Jahr noch ein paar Auftritte.

Moderator: Okay.

Diese 63 Sekunden sind einfach köstlich. Auf die nachfolgende Frage, wie der Kontakt zu Miss Li entstanden ist, plappert Lena dann doch noch wie aus der Pistole geschossen los.

Man kann den Moderator natürlich für die Tour-Frage kritisieren, denn so weit kann wohl kein Künstler sagen, ob er auf Tournee gehen wird. Ebenso kann man den Moderator kritisieren, dass er sich über Lena lustig macht.

Doch Lena wiederum schafft es im Live-Interview nichtmal zu erklären, was der Unterschied des aktuellen Albums zu ihren vorigen Alben ist. Und das, obwohl sie natürlich Werbung für ihr Album machen möchte. Auch der Interview-Stil, den sie bei ihren Antworten an den Tag legt, ist absolut unprofessionell.

Lena ist bei Universal Music unter Vertrag, einem der drei verbliebenen Major-Labels. Man darf erwarten, dass die Major-Labels ihre Künstler auf Interviews vorbereiten und es auch ein Briefing für schwierige Fragen gibt, die dem Künstler nicht passen oder die er nicht beantworten kann. Schließlich hat auch das Label kein Interesse an schlechten Interviews seiner Künstler.

Angesichts dieser zu erwartenden Voraussetzungen ein klarer Fail von Lena.

18 Gedanken zu “Lena ist älter geworden

  1. „Ebenso kann man den Moderator kritisieren, dass er sich über Lena lustig macht.“

    Vielleicht ist Deine Antenne zur Aufnahme von zwischenmenschlichen Schwingungen auch einfach nur falsch gepolt?

    „Doch Lena wiederum schafft es im Live-Interview nichtmal zu erklären, was der Unterschied des aktuellen Albums zu ihren vorigen Alben ist.“

    Du kritisierst sie dafür, daß sie sich nicht schon wieder die gleichen Antworten gibt, die sie bereits auf der Couch gegeben hat? Ah, ich verstehe: Den ersten Teil des Interviews hast Du gar nicht gesehen.

    „Man darf erwarten, dass die Major-Labels ihre Künstler auf Interviews vorbereiten und es auch ein Briefing für schwierige Fragen gibt, die dem Künstler nicht passen oder die er nicht beantworten kann.“

    Floskeln für die Blogger: Yeah, baby, that’s Rock’n’Roll!

    Man kann ihn gar nicht erwarten, den Artikel, in dem der gleiche Autor die verlorengegangene Authentizität bemängelt.

    • @Jeff:

      Vielleicht ist Deine Antenne zur Aufnahme von zwischenmenschlichen Schwingungen auch einfach nur falsch gepolt?

      Nö. Ich habe nichts gegen Witze und fand diesen (angesichts der vorigen nicht gerade hellen Lena-Antwort) auch okay. Ich habe „kann man“ geschrieben und nicht, dass ich das kritisiere. Meine Kritik kommt ja erst danach.

      Du kritisierst sie dafür, daß sie sich nicht schon wieder die gleichen Antworten gibt, die sie bereits auf der Couch gegeben hat? Ah, ich verstehe: Den ersten Teil des Interviews hast Du gar nicht gesehen.

      Als Nicht-Lena-Fanboy habe ich nur das gesehen, was die ARD dort auf YouTube hat und das ist eben nur dieser Ausschnitt. Aber wenn sie das schon gesagt hat, warum antwortet sie dann nicht „Das habe ich ja eben schon erzählt, der Unterschied ist …“? Und warum die Ahnungslosigkeit bei der Zuschauerfrage, wo die Internet-Antwort doch naheliegt?

      Floskeln für die Blogger: Yeah, baby, that’s Rock’n’Roll!

      Floskeln für die Presse (es geht um Fernsehen, nicht Blogger). Ist kein Rock’n’Roll, ist aber Realität – schau dir mal Nachrichtenmeldungen, Pressemitteilungen und Werbetexte an. Und eine Floskel ist immernoch besser als ein „äähh…“, zumindest in dem Fall.

      Man kann ihn gar nicht erwarten, den Artikel, in dem der gleiche Autor die verlorengegangene Authentizität bemängelt.

      Da muss ich dich enttäuschen, ist ja kein Lena-Blog hier.

  2. „Aber wenn sie das schon gesagt hat, warum antwortet sie dann nicht “Das habe ich ja eben schon erzählt, der Unterschied ist …”?“

    Weil’s langweilig wäre? Weil kurze Fragen oftmals längere Antworten benötigen, es aber nur noch 01:30 bis zum Auftritt ist? Womöglich ist sie keine Maschine, sondern steht innerlich unter Strom? Lampenfieber?

    Vielleicht überlegt sie sich auch, ob sie die geistreiche Antwort „Man glaubt es kaum, aber da sind 12 neue Songs drauf!“ geben sollte, die kleinkarierte Artikel, in denen Ähs gezählt werden, verhindern würde, entscheidet sich aber dann, weil’s ihr völlig wurscht ist, für das Gegenteil und gibt eine philosophische Antwort, bei der man zwischen den Zeilen lesen muß, um den Inhalt zu begreifen. Wer weiß das schon.

    „Und warum die Ahnungslosigkeit bei der Zuschauerfrage, wo die Internet-Antwort doch naheliegt?“

    Ja, total naheliegend, was für ’ne dumme Frage. Sie weiß doch, daß sie ’nen lebenslangen Vertrag bei UMG hat und nicht abhängig vom Erfolg oder Mißerfolg ihres aktuellen Albums und der Tour ist. Selbstverständlich existiert die Homepage auch Ende 2013 noch.

    Warum wissen diese 21-jährigen Dinger nie, was sie in einem Jahr machen wollen? Singen, schauspielern, studieren, schwanger werden? Fakten, Fakten, Fakten!

    „Als Nicht-Lena-Fanboy habe ich nur das gesehen, was die ARD dort auf YouTube hat und das ist eben nur dieser Ausschnitt.“

    Finde ich gut, daß Du nicht zu viel recherchierst. Ausschnitte reichen, um Urteile zu fällen und überfordern die Leser nicht mit unnötigen Informationen.

    „Da muss ich dich enttäuschen, ist ja kein Lena-Blog hier.“

    Schade. Du hast Potential.

    • @Jeff:

      Womöglich ist sie keine Maschine, sondern steht innerlich unter Strom? Lampenfieber?

      Im ersten Jahr und bei den ESC-Auftritten sicherlich, aber mittlerweile doch nicht mehr.

      Selbstverständlich existiert die Homepage auch Ende 2013 noch.

      Na, wenn man sich über die Internetseite auf dem Laufenden hält wird dort ja auch verkündet werden, falls Lena aufhört/nicht mehr weitermacht/wasweißich. Der besagte Fan wird aber vermutlich ohnehin dort öfters vorbeischauen. Als Moderator/Redaktion hätte ich einfach eine andere Frage genommen.

      Fakten, Fakten, Fakten!

      Hoecker, Sie sind raus.

      Und was das Recherchieren angeht: Es geht um den obrigen Videoausschnitt, nicht darum, was vorher oder hinterher war. Außerdem ist das hier ein Blog und keine Nachrichtenseite. Bezahl mich, dann gibt es hier auch erstklassige Recherchen. ;-)

  3. Ich finde es geradezu herrlich, dass sie scheinbar nicht so ein Interview-Briefing-Gedöns mitmacht oder irgendwie schon alle Antworten im Kopf zurechtgelegt hat. Das gibt es ja bei Musikern oder überhaupt Personen des öffentlichen Lebens genug. Was nicht heißen soll, dass sie nicht auch professionelle Antworten geben darf – aber dass sie stets das sagt, was ihr gerade so in den Sinn kommt, das finde ich gut. Auch wenn es manchmal vielleicht nicht so ergiebig ist ;)

  4. Popcorn: Der liebe Lena-Fanclub selbst bezeichnet das Video als „den gesamten Auftritt“ und schreibt nichts von einem vorigen Interview. Jeff, magst du dich nicht erstmal bei deinen eigenen Leuten beschweren, dass sie da so schlampig gebloggt haben?

  5. Ich mag keine „professionell“ labernden Künstler. Ich hoffe, Lena wird nie zu solch einer Eigen-PR-Maschine, welche vorgefertigte Texte (nach Wunsch des Autors hier gar von der Plattenfirma vorgefertigte, oh je) runterbetet, und lässt sich auch vom noch so großen Major-Label nicht verbiegen. Ach, was heißt hier: „ich hoffe“, ich bin mir da sehr sicher. Und das ist schön.
    Übrigens: Der Moderator sagt: “ Dass das auch 18jährigen passiert, ist verrückt, ne?!“ (nicht: „Das ist auch …“)

  6. @christian:
    „Im ersten Jahr und bei den ESC-Auftritten sicherlich, aber mittlerweile doch nicht mehr.“

    Sie verhaut die höhere Passage nicht, weil sie so tiefenentspannt ist, sondern weil sie ’nen dicken Kloß im Hals stecken hat. Das hört man (als Fan).

    „Popcorn: Der liebe Lena-Fanclub selbst bezeichnet das Video als “den gesamten Auftritt” und schreibt nichts von einem vorigen Interview.“

    Unter einem „Auftritt“ versteht man das Erscheinen auf einer Bühne zwecks künstlerischer Darbietung, die Sprachwahl ist demzufolge korrekt. „Gesamter Besuch“ hingegen wäre falsch.

    „Jeff, magst du dich nicht erstmal bei deinen eigenen Leuten beschweren, dass sie da so schlampig gebloggt haben?“

    Es handelt sich entgegen Deiner Auffassung nicht um „meine eigenen Leute“. Mit Lena-Fanclubs oder gar fundamentalistischen Ausprägungen nach Art der „Lenaisten“ habe ich nur insofern zu tun, als man diesem Volk eigentlich überall, wo es um Lena geht, über den Weg läuft.

  7. „Womöglich ist sie keine Maschine, sondern steht innerlich unter Strom? Lampenfieber“

    „im ersten Jahr und bei den ESC Auftritten sicherlich, aber mittlerweile doch nicht mehr“

    Sie sind also der Meinung das Lena jetzt eine Maschine zu sein habe?
    Und Lampenfieber darf sie natürlich auch keins mehr haben. Wo kämen wir denn dahin! Eine Künstlerin die vor Auftritten Lampenfieber hat. So etwas gibts doch nicht.
    Zur Information: Jeder Künstler hat immer Lampenfieber. Egal wie lange er im Geschäft ist.
    Lena ist kein abgerichtetes Kunstprodukt der Plattenfirma, die auswändig gelernte Musterstandartsätze von sich gibt. Sondern ein ehrlicher und authentischer Mensch mit Fehlern, welcher die geradezu unheimlicher Fähigkeit hat viele Menschen mit Ihrer Fröhlichkeit anzustecken. Deswegen lieben wir Fans sie.

  8. Nachtrag:
    „Na, wenn man sich über die Internetseite auf dem Laufenden hält wird dort ja auch verkündet werden, falls Lena aufhört/nicht mehr weitermacht/wasweißich. Der besagte Fan wird aber vermutlich ohnehin dort öfters vorbeischauen. “

    Das glaube ich kaum. Die Internetseite war monatelang runtergefahren und wurde als Baustelle vermarktet, um Lust aufs neue Album zu machen, bewirkte damit aber das genaue Gegenteil. Sie wurde erst kürzlich wieder angeworfen, nachdem sie, offenkundig vom Praktikanten einer Web-Frickelbude, in der Mittagspause zusammengeklöppelt wurde.

    Vermutlich wollte sie „Twitter“ sagen, denn nur dort ist sie selbst aktiv. Den Rest verbricht ihr Management/UMG.

  9. „Schreib mal was Jeff, schreib mal was…..
    Halts Msul ich schreib doch jetzt nix..“

    Da geht der Blutdruck von Michael Muenzi Muenzer wieder in die Höhe. Entspann Dich, blas ’nen Luftballon für Lena auf und mal ein Herzchen drauf, Schnucki.

    • Es ist wirklich köstlich, dass Lena auf Teufel komm raus für ihre Fans tollpatschig authentisch sein muss. Eigentlich steht bei einem Künstler immer die Musik im Vordergrund und nicht, ob er authentisch oder unauthentisch Interviews gibt.

      @Jeff: Da du aus dem Forum kommst, das von den gleichen Leuten betrieben wird wie der verlinkte Lena-Blog, nenne ich das „deine eigenen Leute“. ;-) Und warum sagt sie dann nicht direkt Twitter sondern muss sich vom Moderator die Antwort vorsagen lassen? Und nochmal zum Lampenfieber: Gibt es auch, aber wenn sie das so beeinflusst, hätte sie auch im Vorfeld sagen können dass das Interview erst nach dem Gesangs-Auftritt stattfindet, wenn sich das Lampenfieber gelegt hat.

      Und ich sage es nochmal: Lena ist diejenige, die was verkaufen will. Das ist okay, aber dann muss sie auch mit dem Druck (wie z.B. Lampenfieber) leben und umgehen können. Wenn sie das nicht kann, muss sie es eben lassen.

      @Michael, @Jeff: Kloppt euch bitte draußen im Sandkasten, danke.

  10. „@Jeff: Da du aus dem Forum kommst, das von den gleichen Leuten betrieben wird wie der verlinkte Lena-Blog, nenne ich das “deine eigenen Leute”. ;-)“

    Kannst Du gerne so nennen, ändert aber nichts dran, daß ich nicht „aus dem Forum“ komme. Egal, Du glaubst eh, was Du willst, so wie ich. Ciao.

  11. OK, ich gebe zu, ich muss der Lena-Fan-Brigade, die hier zu ihrer Rettung angerückt ist, vom Grundsatz her zustimmen. Dass Lena so außerordentlich doof ist, macht sie ja gerade so authentisch und sympathisch. Der fernsehende Durchschnittsbürger, oft selbst keine Leuchte, kann sich problemlos mit ihr und ihren Träumen identifizieren und sich selbst bei ihrem Anblick mit diversen „dumm fickt gut“-Fantasien den Abend versüßen. Und darum geht es schließlich in der Popmusik, oder?

    Davon abgesehen sollte ein dreistelliger Intelligenzquotient keine zwingende Voraussetzung dafür sein, Sängerin zu werden. Machen wir die schlauen Leute lieber zu Chirurgen und Piloten, denn bei aller Liebe – ich möchte bitte von keiner Lena geflogen oder operiert werden.

    Ja, mein Kommentar kommt leicht verspätet, aber ich habe 25 Tage gebraucht, um meine Gedanken zu sortieren.

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