#rp12-Nachlese (Teil 1)

Die re:publica 2012-Vorträge sind online und ich will zu einigen ein bisschen was notieren:

“Rockstars und Mimosen – wie die deutsche Blogosphäre veramerikanisiert wird”
Sascha Pallenberg ruft dazu auf, sich mal mit den Medien zu verbünden. Keine schlechte Idee, das Problem dürfte aber eher sein, dass die Medien wenig Interesse daran haben. Gerade die Anstrengungen beim Leistungsschutzrecht zeigen, dass die Medien die Blogger nicht gerade als Freunde haben wollen, sondern am Besten als zahlende Zweitverwerter oder sowas in die Richtung. Ansonsten das übliche Profi-Blogger-werden-Gequatsche.

“Spielregeln für das Netz – sicher publizieren in Blogs, Foren und sozialen Netzwerken”
Udo Vetter gibt ein Update seines #rp10-Vortrages. Anhand von aktuellen Beispielen zeigt er, wie sehr man im Internet aufpassen muss. Leider ist am Ende keine Zeit mehr für Fragen gewesen, beim nächsten Mal muss die re:publica Udo Vetter mal 1,5 Stunden Zeit einräumen.

“Self-Publishing”
Ein Talk der keiner ist: Die Personen stellen sich vor, was soviel Zeit geraubt hat, dass kaum noch Diskussionszeit war. Eigentlich schade, denn daraus ergeben sich keinerlei neue Erkenntnisse, auch wenn die unterschiedlichen Personen durchaus interessant sind.

“Überraschungsvortrag”
Die Ankündigung vom Linus ist schon genial, doch auch Sascha Lobo selbst haut in seinem Vortrag einige Lacher raus – inklusive Startrantflausch. Der Vortrag über den Stand des Internets 2012 ist recht gut geworden.

“Die Wiederentdeckung der Langsamkeit – Warum Podcasts funktionieren”
Tim Pritlove erzählt übers Podcasten: Ein bisschen Geschichte, ein bisschen warum und wieso, ein paar Tools werden vorgestellt. Kein “How to Podcast”-Vortrag, wenig neues, dafür hat mir “Die Villa” recht gut gefallen, die ich bislang nicht kannte.

“Trollen oder getrollt werden – das ist hier die Frage! / Female Trolling – Ja oder Nein?”
Die beiden Internet-Julias (Schramm und Seeliger) talken über das Trollen. Der Vortrag ist so dermaßen schlecht wie ich es erwartet habe. Keine Empfehlung, sich das anzusehen.

“Finanzblogs: Raus aus der digitalen Nische?!”
Für Finanzblogs interessiere ich mich gar nicht, daher habe ich den Vortrag im Schnelldurchlauf gesehen. Nicht wirklich interessant.

“Webvideopreis FAIL-Award”
Vorsicht, Lachgefahr! Alleine die außer Konkurrenz-Videos am Anfang (Tübingen-Song und Jungbauernhof-Rap – von letzterem gibt es schon for ten minutes) sind schon großartig, doch es kommt noch besser. Da hat Christoph Krachten einige grausamen Sachen zusammengesucht, wobei ich den Gewinner schon recht alt finde (das Video war von letztem Sommer, wenn nicht sogar noch früher).

“Die ultimative Talkshow”
Christopher Lauer, @habichthorn und noch einer werfen mit Talkshow-Phrasen um sich, es gibt eine “Saalwette” und die Erkenntnis, dass die IKEA-Lacktische innen aus Pappe sind. Durchaus lustig, aber wenn man es nicht gesehen hat, hat man nichts verpasst.

“Recht auf Vergessen und Erinnerungskultur”
Der Talk mit den wohl meisten Schlipsträgern auf einer Bühne. Nach 20 Minuten habe ich abgebrochen: Nicht nur, dass man dem Talk in 1,5facher Geschwindigkeit problemlos folgen kann (Grüße an den Moderator), auch war das alles etwas langweilig als Einführung. Als ich dann auf die 60. Minute vorgesprungen bin, war auch das Fazit nicht gerade neu (sinngemäß: Gesetze und digitale Radiergummis bringen nichts, die Gesellschaft muss sich ändern – Stichwort Medienkompetenz).

“Copyriots! Der Kampf der Kulturen”
Der große Urheberrechts-Talk. Auch hier leider nur Problembeschreibung und keine Lösungansätze. Grundeinkommen wird ganz am Ende kurz erwähnt, Micropayment gar nicht. Wenigstens haut Mspro noch ein paar tolle Sprüche raus wie “ich möchte, dass Lady Gaga mein bloggen bezahlt”. :-D

“Online-Kampagnen für NGOs – eine Fehlersuche”
Bei dem Vortrag hätte ich mir Screenshots der Beispiele gewünscht. Ansonsten ein guter Vortrag, der mögliche Fehlerquellen bei Kampagnen zeigt. Ich habe dazu mal ein paar Notizen rausgeschrieben.

“soylent green, äh, the internet is people!”
Auch der Vortrag von Felix Schwenzel ist recht lustig, mit Beispielen und Sprüchen wie “Selbst Suchmaschinenoptimierer verarschen nicht Google sondern Menschen” zeigt er, dass das Internet eben Menschen sind und es keine Online- und Offline-Welt gibt, sondern beides fließend ist. Auch nichts wirklich neues, das ganze kann er den ganzen Medienhäusern gerne mal erzählen, aber für uns ist das doch eigentlich klar.

Der zweite Teil folgt in den nächsten Tagen.

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