Uni Düsseldorf zur Beschneidung

Die derzeitige Beschneidungsdebatte ist relativ schwer zu beurteilen. Wie Holgi habe ich da auch noch keine abschließende Meinung zu und bin gespannt, denn er hat angekündigt, einen Rabbi dazu zu interviewen.

Interessant fand ich aber ein Statement der Universität Düsseldorf, welches mir heute auf Twitter entgegen flog. Dieses stellt unter anderem folgendes fest:

Jüdische Jungen, die laut Bibel am achten Tag zu beschneiden sind, erleiden bei der Zirkumzision Schmerzen, die noch nach einem Jahr im Körpergedächtnis nachweisbar sind als überschießende Schmerzreaktionen auf Impfungen.
Muslimische Jungen werden dagegen meist im Alter von fünf bis acht Jahren beschnitten. [...] Aus psychoanalytischer Sicht stellt die Zirkumzision bei fünf- bis achtjährigen Jungen eine kollektive sexualtraumatische Erfahrung dar. Diese kann in besonders patriarchalisch geprägten Kulturen eine der Ursachen für eine starke Kontrolle der Sexualität und der Frau sein. So kann das Trauma zur Stabilisierung von Machtstrukturen führen.

Kurz gesagt: Säuglinge behalten die Schmerzen im Gedächtnis, 5-8jährige erleiden ein Trauma. Kann man diese bleibenden psychischen Störungen wirklich noch mit Religionsfreiheit rechtfertigen?

Sehr interessant ist auch der Aspekt zuvor, dass die Schmerzen der Beschneidungsrituale von den Opfern geleugnet werden und dann nach dem “es kann ja nicht schlecht gewesen sein, was meine Eltern mit mir gemacht haben”-Motto weitergeführt werden.

CDU/CSU, FDP und SPD haben übrigens heute im Bundestag beschlossen, dass es ein Gesetz geben soll, welches Beschneidungen erlaubt. Linke und Grünen sind dagegen. Und ich habe mich immernoch nicht festgelegt.

Short-URL zu diesem Artikel: http://chriszim.com/?p=23289

3 Gedanken zu “Uni Düsseldorf zur Beschneidung

  1. Es gibt nur ein einziges Menschenrecht: das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Wenn sich ALLE daran halten würden, gäbe es weder Syrien noch die Juden noch die Muslime…

  2. @zirkujm: Ich gehe mal davon aus, dass du mit “gäbe es weder Syrien noch die Juden noch die Muslime…” die Ungerechtigkeiten in diesen Gruppen meinst. Menschenrechte gibt es übrigens weitaus mehr aus nur eines. ;-)

  3. Wir leben im Jahr 2012 und im Deutschland wir die Verstümmlung von Schutzbefohlenen aus Religiösen gründen legalisiert….ein hoch auf den Fortschritt…

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