Washington Post im Angebot

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Amazon-Gründer Jeff Bezos hat die Washington Post gekauft. Ich bin schockiert, dass diese traditionsreiche Zeitung nur läppische 250 Millionen Dollar wert sein soll. Immerhin erscheint die Post nun bald seit 136 Jahren und das bis heute. Durch die Watergate-Affäre ist dieser Betrag einfach nur ein Witz.

Die Post schreibt dazu, dass der Preis hoch sei und vergleicht mit dem Bosten Globe, der für 70 Millionen Dollar wegging. Doch die Post schreibt weiter, dass sie im letzten Jahr einen Umsatz von 582 Millionen Dollar und einen Gewinn von 53,7 Millionen Dollar gemacht hat. Bleibt der Gewinn stabil, ist der Kaufpreis bereits in fünf Jahren wieder eingespielt.

Ich bin aber auch sehr gespannt, was Bezos aus der Post machen wird. Denn eins ist klar: Der bisherige Journalismus geht den Bach runter und außer Paywalls haben die Zeitungen noch keinen Weg gefunden, die Print-Einbußen aufzufangen. Amazon hat immerhin die Dotcom-Blase überlebt, es könnte also interessant werden, mit welchen Ansätzen Bezos versuchen wird die Zeitung neu zu erfinden.

Und ob er es schaffen wird. Denn Amazon macht zwar satte Umsätze, aber Verlust statt Gewinn – weil der Online-Händler zu viel investiert. Diesen Fehler darf Bezos bei der Washington Post nicht machen. Genauso wenig wie er nicht in die Berichterstattung der Post eingreifen darf, etwa, um Amazon in einem besseren Licht dastehen zu lassen. Ich denke, er wird schlau genug sein, das nicht zu machen.

(Screenshot: Eigene Modifizierung von Amazon.com)

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