Beschlagnahmt und kopiert

Was passiert eigentlich, wenn das Smartphone von der Polizei beschlagnahmt wird? In einem Fall haben Drogenfahnder in den USA das Smartphone einer Frau beschlagnahmt, sie wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Bevor sie das Handy zurück bekam, hat ein Fahnder ihre Fotos kopiert und anschließend mit den Fotos unter ihrem Namen vier Jahre lang eine „Undercover-Facebook-Seite“ betrieben:

Ziel der Aktion war es laut den US-Strafverfolgungsbehörden, gegen Straftäter im Umfeld der Frau zu ermitteln. Der Drogenfahnder nahm Gerichtsakten zufolge nicht nur Freundschaftsanfragen an, er stellte auch aktiv Anfragen an Mitglieder des Netzwerks, nach denen gefahndet wurde.


Die Frau selbst hat sich hingegen nie bei Facebook angemeldet. Nachdem die Klage der Frau gegen den Drogenfahnder wegen Identitätsdiebstahl sowie die Antwort des Justizministeriums jetzt online sind und BuzzFeed darüber berichtet hat, ist die Facebook-Seite nun offline – weil Facebook diese mit AGB-Begründung abgestellt hat, nicht, weil die Polizei ihren Fehler eingesehen hätte.

Im Gegenteil, die Staatsanwaltschaft suggeriert jetzt sogar ein indirektes Einverständnis:

In einem Gerichtsdokument heißt es: „Die Verteidigung räumt ein, dass die Klägerin nicht die ausdrücklich Erlaubnis erteilt hat, die Fotos auf ihrem Telefon für eine Undercover-Facebook-Seite zu benutzen.“ Man weise aber darauf hin, dass die Klägerin stillschweigend zugestimmt habe, bei laufenden Strafermittlungen zu helfen. So soll sie den Zugriff auf die Informationen in ihrem Handy erlaubt haben, und auch, diese zu benutzen.

Das ist ja klar: Wenn ich der Polizei erlaube, die Daten auf meinem Handy zu „benutzen“, dann heißt das ja auch, dass sie damit jahrelang machen kann, was sie will!!1! So etwas absurdes habe ich schon lange nicht mehr gelesen.

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