FAZ veröffentlicht E-Mail-Texte

Erinnert ihr euch noch, wie damals FAZ und Co. die große Urheberrechts-Kampagne gefahren haben? Nun, sie selbst nehmen das mit dem Urheberrecht nicht ganz so genau:

Ein naives Vorgehen, was ja eigentlich nur bedeuten kann – die Einwilligung des Autors ist bei Veröffentlichungen in der „FAZ“ nicht notwendig. Hauptsache, genügend Redakteure haben eine Email erhalten. Dann landet der Text einfach direkt im Netz oder im Blatt, quasi als Raubdruck und unter Umgehung jeder Form des gesetzlich verankerten Urheberrechts.


Hintergrund ist ein Brief von Wolf Biermann, den er für Springers „Welt“ geschrieben hat und den die FAZ dann einfach einen Tag später auch veröffentlicht hat, mit der wirklich originellen Begründung einer Unternehmenssprecherin, dass „mehrere Redakteure der FAZ“ den Text per E-Mail bekommen hatten und sie deswegen davon ausgingen, dass der Text nicht exklusiv für die Welt sei. Das scheint wohl dann auszureichen, den Text ohne Honorar und ohne Einverständnis einfach abzudrucken.

Und ausgerechnet DIE kämpfen dafür, dass jeder ihrer Textschnippsel lizenziert werden soll?! Angesichts solcher Praktiken kann man das Rumgejammer der Verlangen einfach nicht ernst nehmen. Denen geht es nicht um Respekt vor Urhebern, sondern nur ums Geld. Danke liebe FAZ, dass du das nochmal vorgeführt hast.

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