Google Nest [UPDATE 4]

Große Aufregung bei der re:publica 2014: Dort wurde „Google Nest“ vorgestellt. Doch wie schon beim Artikel-Datum muss man manchmal genauer hinsehen.

Die Website

Die Website google-nest.org sieht ziemlich ähnlich aus wie andere Seiten von Google. Allerdings, hier die erste Auffälligkeit: Google-Projekte haben normalerweise eine eigene Subdomain, keine eigene Domain. Somit wäre nest.google.com wohl die offizielle Adresse, wenn es ein offizielles Google-Projekt wäre.

Die „Verteidige dein Netz!“-Kampagne gab es unter google.de/campaigns/deinnetz/ (inzwischen offline, Link hier), auch für die Journalisten-Tools gibt es eine Unterstruktur: google.com/get/mediatools/. Eine eigene Domain gibt es nur in Ausnahmefällen, etwa bei blogger.com.

Das Whois

Ein Blick in das google-nest.org-Whois zeigt einige Unterschiede zum google.com-Whois:

  1. Bei Google Nest fehlt MarkMonitor, mit dem Google seine Domains wegen dem Markenrecht schützen lässt.
  2. Als E-Mail-Kontakt ist bei Google Nest paulvonribbeck@gmail.com angegeben, die offiziellen E-Mail-Kontakte von Google lauten aber contact-admin@google.com und dns-admin@google.com (man beachte, dass Google dafür keine gmail-Konten nutzt).
  3. Die DNS-Server sind unterschiedlich: Google Nest nutzt DNS-Server von Namecheap, Google.com hingegen eigene DNS-Server.

Paul von Ribbeck

Durch die E-Mail-Adresse haben wir einen Ansatzpunkt: Paul von Ribbeck. Eine einfache Google-Suche führt zum SPIEGEL, der erklärt:

Und Jean Peters, ein Berliner Politik-Aktivist und früherer „taz“-Kolumnist, hatte für Shells PR-Show einen gleichsam PR-trächtigen Plan: „Was ist das Subversivste, was man gegen Grünwascherei auffahren kann?“, fragte er sich wohl. Die Antwort lautet: Schmutz. Also bewarb sich Peters unter dem Pseudonym Paul von Ribbeck beim „Science Slam“.

An die Aktion dürftet ihr euch noch erinnern. Googlet man nun nach Jean Peters, landet man auf dessen Twitter-Profil, welches einen Link zum Peng! Collective enthält.

Die Auflösung

Google Nest ist also ein Fake, gemacht vom Peng! Collective. Ob Medien darauf reinfallen werden? Die Piratenpartei versucht es wohl auch mit Satire („Kernschmelze des Rechtsstaats“, haha!).

Hintergrund der Aktion ist, dass Google Anfang 2014 Nest Labs aufgekauft hat, um zukünftig im Bereich Smart Home mitzumischen. Datenschutzrechtlich dürfte das alles andere als gut werden.

UPDATE: „Klarstellungs“-Tweet von der deutschen Google-Pressestelle.

UPDATE 2: Die ZEIT schreibt, dass mehrere Politiker eingeweiht waren.

UPDATE 3: Ablauf mit Tweets auf Storify.

UPDATE 4: Google findet das gar nicht witzig und will jetzt die Domain haben, außerdem soll es einen Hinweis auf die Parodie geben und die Seite nicht mehr im Google-Design sein.

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