SPIEGEL Online mischt bei Firefox mit

Ohje: Katharina Borchert, Geschäftsführerin von SPIEGEL Online, ist im „Board of Directors“ der Mozilla Corporation gelandet. Ich befürchte, dass das für den Mozilla Firefox nichts gutes bedeutet.

Was ist denn der feuchte Traum der Verleger? Richtig, dass jeder Nutzer zahlt. Was wäre da besser, als eine LSR-Funktion in einen weit verbreiteten Browser rein zu kriegen? Eine Funktion, die merkt, auf welcher Seite welcher Text aufgerufen wird und dann der Nutzer dafür, im Hintergrund (ohne Paywall), zur Kasse gebeten wird? Dass die Online-Redaktionen bislang nicht rentabel sind, gießt da nur Öl ins Feuer.

Ja, das ist eine absurde Gedanken-Konstruktion, die wahrscheinlich recht unrealistisch ist, da das „Board of Directors“ eher einem Aufsichtsrat entspricht. Aber man sieht, dass es von Berufs wegen einen starken Interessenskonflikt gibt. Auch an den Werbeplänen von Firefox dürfte der SPIEGEL großes Interesse haben und versuchen wollen, darauf Einfluss zu nehmen. Insbesondere nach der Adblocker-Kampagne.

Bis auf heise, die wegen ihren Rechtskämpfereien und den 2-Klicks-Buttons noch ein paar Vorschusslorbeeren genießen, traue ich keinem Verlag, dass er irgendetwas gutes für die Internetnutzer (alias „Netzgemeinde“) machen will. Egal, was die im Zusammenhang mit dem Leistungsschutzrecht gesagt haben. Am Ende geht es immer nur ums Geld – doch gerade dem steht die Philosophie des freien Internets und Open-Source entgegen.

UPDATE: Ich schrieb erst Mozilla Foundation, dabei ist Borchert in der Corporation. Die Corporation kümmert sich neben Weiterentwicklung und Vermarktung auch um das „Sponsoring von Mozilla Firefox und Mozilla Thunderbird“. Dort wird also definitiv Einfluss auf die in Firefox erscheinende Werbung stattfinden. Ich prognostiziere, dass dort der SPIEGEL werben wird, mindestens in der deutschen Version.

3 Gedanken zu “SPIEGEL Online mischt bei Firefox mit

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