Pizzabestellung beim Notruf

Häusliche Gewalt ist leider immer noch viel zu oft Realität. Wie kann man in so einer Situation Hilfe holen? In einem Werbespot der Kampagne „NO MORE“ ruft eine Frau beim Polizeinotruf an, bestellt zum Schein eine Pizza und gibt somit Informationen an die Leitstelle, ohne dass es der Täter, der mit im Raum ist, mitbekommt. Beteiligte Personen werden jedoch nicht gezeigt, dafür ein verwüstetes Haus, was die Gewalttaten erahnen lässt.

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Der atemberaubende Spot läuft beim Super Bowl XLIX in den USA und dürfte deswegen auch große Aufmerksamkeit kriegen. Einen solchen Dialog scheint es sogar tatsächlich gegeben zu haben: Auf Reddit wurde vor 8 Monaten von einem solchen Fall berichtet, inklusive dem Dialog, der in abgewandelter Form auch im Werbespot zu hören ist.

I had a call that started out pretty dumb, but was actually pretty serious:

„911, where is you emergency?“
„123 Main St.“
„Ok, what’s going on there?“
„I’d like to order a pizza for delivery.“ (oh great, another prank call).
„Ma’am, you’ve reached 911“
„Yeah, I know. Can I have a large with half pepperoni, half mushroom and peppers?“
„Ummm…. I’m sorry, you know you’ve called 911 right?“
„Yeah, do you know how long it will be?“
„Ok, Ma’am, is everything ok over there? do you have an emergency?“
„Yes, I do.“
„..And you can’t talk about it because there’s someone in the room with you?“ (moment of realization)
„Yes, that’s correct. Do you know how long it will be?“
„I have an officer about a mile from your location. Are there any weapons in your house?“
„Nope.“
„Can you stay on the phone with me?“
„Nope. See you soon, thanks“

As we dispatch the call, I check the history at the address, and see there are multiple previous domestic violence calls. The officer arrives and finds a couple, female was kind of banged up, and boyfriend was drunk. Officer arrests him after she explains that the boyfriend had been beating her for a while. I thought she was pretty clever to use that trick. Definitely one of the most memorable calls.

BuzzFeed konnte den Autor ermitteln und hat ihn interviewt: Keith Weisinger hat den Kommentar geschrieben, Weisinger war von 2004 bis 2006 in der Notrufzentrale beschäftigt. Der Telefonanruf ist über zehn Jahre alt, und er sagt, er wisse nicht, wie die Geschichte ausgegangen ist.

Weisinger geht davon aus, dass 90 % aller echten Notrufe (in den USA) wegen häuslicher Gewalt sind, wobei dies auch Streit in der Familie, Kindesmissbrauch und alles, was über eine verbale Auseinandersetzung hinausgeht, beinhaltet. Jede Nacht hatte er ein bis zwei Fälle dieser Art, meistens sind Alkohol oder andere Drogen im Spiel.

Schlimme Sache. Aber eine gelungene Idee, auf das Thema aufmerksam zu machen. Darüber hinaus hat es auch schon andere Werbespots von der Kampagne in den Play-off-Spielen mit Football-Spielern gegeben. Dass das Thema beim Super Bowl aufkommt liegt scheinbar auch daran, dass es im letzten Jahr einen Football-Spieler gab, der seine Frau bewusstlos schlug.

Betroffene von häuslicher Gewalt finden bei der Polizei-Beratung nützliche Tipps. Auch über das Hilfetelefon kann man sich beraten lassen.

(via @scy)

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