Twitter: Wikipedia-Edits von Regierungen, Firmen etc.

Vor ein paar Tagen habe ich schon über @bundesedit berichtet. Wie der Initiator von @bundesedit im Interview bei Trackback sagt, geht es weniger um die Änderungen selbst, da sie oftmals nur Rechtschreibfehler sind. Vielmehr soll damit demonstriert werden, dass nicht nur der Staat uns beobachtet, sondern auch wir die Aktivitäten des Staates beobachten.

Es gibt aber noch viele weitere Twitter-Accounts, die Wikipedia-Edits (= Änderungen in Wikipedia-Artikeln) von Behörden und Regierungen beobachten. Das wird meistens über ein Script gemacht, mit dem man einfach die IP-Adressen der Parlamente füttert. Wikipedia-Accounts von Mitarbeitern hingegen werden nicht erfasst, da diese meistens nicht bekannt sind. Auch über Proxys kann man die “Überwachung” natürlich umgehen.

Ich habe die Accounts mal in einer Twitterliste gesammelt und unten nochmal sortiert aufgelistet. Ergänzungen gerne in die Kommentare. Beim Durchsehen ist mir aufgefallen, dass einige Accounts erst seit wenigen Tagen existieren und noch keine Einträge haben, da muss man mal in ein paar Monaten sehen, was daraus geworden ist.
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Links 21

“Sexting”. Die ZEIT hat jetzt eine ausführliche Geschichte gebracht, wie schnell sowas passieren kann und wie die Folgen aussehen. Dass das Mädchen aus ihrem Fehler nicht gelernt hat ist mindestens genauso unglaublich wie die (Nicht-)Reaktion der Polizei und die Resignation des Klassenlehrers.

vierzehnachtzehn.de: Über dieses Projekt
Spannend: Tagebücher eines Fußartilleristen aus dem Ersten Weltkrieg. Diese sollen nun online gestellt werden, jeweils genau 100 Jahre nach der Niederschrift. Das Projekt geht also bis 2018. Finde ich klasse, gerade auch, weil es aus dem privaten Bereich kommt, ohne irgendeiner Organisation dahinter, was immer etwas seltsam anmutet.
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Was Behörden in der Wikipedia ändern

Es gibt immer mal wieder Fälle, in denen Wikipedia-Artikel geändert werden und deren Autoren eine IP-Adresse des Bundestages oder eines der Ministerien oder Behörden besitzen. Jetzt gibt es einen Bot auf Twitter, der diese Änderungen alle anzeigt: @bundesedit. Das Script gab es vorher schon in den USA für den Twitterbot @congressedits und in England für @parliamentedits, entsprechend wurde es für Deutschland angepasst.

bundesedit
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Google sperrt Mail-Zugriff

Was zur Hölle?! Google hat auf Zuruf von Goldman Sachs eine E-Mail blockiert, die von einem Goldman Sachs-Mitarbeiter versehentlich an eine Gmail-Adresse geschickt wurde:

Google blockiert eine falsch adressierte E-Mail der US-Investmentbank mit hochvertraulichen Kundendaten. „Google ist unserer Bitte nachgekommen, den Zugang zu der Mail zu blockieren“, sagte Goldman-Sprecherin Andrea Raphael heute.

Das ist ein ziemlicher Tiefpunkt für Google. Zunächst hatte Google nämlich gesagt, sie könnten der Bitte ohne Gerichtsbeschluss nicht nachkommen – nun haben sie es doch einfach getan, ohne Gerichtsbeschluss.
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FOCUSplus [UPDATE]

Ich hatte ja schon mal die Idee, dass wenn die Zeitungen alle Paywalls scharfstellen, wir einfach einen großen Blog machen und dort die “Premium”-Storys verbloggen. Über die dort verkaufte Werbung oder durch Spenden könnte man dann die Leute bezahlen und die Kosten für die Paywalls decken. Information wants to be free.

Nun stellt sich raus, dass der FOCUS die gleiche Idee hatte und sich jetzt munter bei BILDplus bedient. Der FOCUS macht das sogar im rechtlich zulässigen Rahmen, sodass Springer außer mimimi nichts machen kann. :-D Wobei es bei BILDplus ja ohnehin nichts Besonders gibt.

UPDATE: Stefan Niggemeier hat mal einen Vergleich gepostet und bringt das Leistungsschutzrecht ins Spiel.