Snowden im ARD Text

Huch, was ist denn im ARD Text auf Seite 832 los?

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Nein, kein Hack: Edward Snowden ist Teil der “Gesichter des Jahres”, wie man im ARD Text auf Seite 830 lesen kann. Weitere Personen sind unter anderem Angela Merkel, John F. Kennedy und Marcel Reich-Ranicki. Schöne Aktion, liebe ARD.

(via @Maltis / Screenshot: ard-text.de)

Datums-Trollerei

Da hat der Postillon den Lesern aber einen tollen Streich gespielt: Nachdem bekannt wurde, dass Ronald Pofalla wohl zur Deutschen Bahn gehen wird (nach Eckart von Klaeden der nächste Lobbyismus-Skandal der CDU), hat der Postillon ebenfalls eine solche Meldung online gestellt. Und dann auch noch rückdatiert, sodass es aussieht, als wären alle Medien auf den Postillon reingefallen.

Indizien für die Rückdatierung gibt es genug, doch trotzdem glauben einige, dass die Meldung zuerst vom Postillon kam. Dabei ist es auch gar nicht so schwer, diese Inszenierung zu machen und aufrecht zu erhalten.
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Sharenting-PR

Frank Patalong schreibt im SPIEGEL: “So setzt man Themen-Trends: Wie PR-Themen in den Medien landen”. Es geht darum, dass eine Agentur Patalong einen fertigen Artikel mit Interview zu dem Thema Sharenting angeboten hat. Nach dem Lesen bleiben bei mir aber einige Fragen offen:

  • Warum nennt Patalong nicht wenigstens die Firma? (Ja, Firmen die solchen Dreck in Auftrag geben, gehören genannt.)
  • Wieso hat Patalong nicht bei der Agentur und der Firma nachgefragt, ob bei
    ihnen solche gekauften Artikel zum Alltag gehören? Und wie erfolgreich das ist?
  • Wo sind Journalisten-Kollegen, die von ähnlichen Angeboten berichten können, damit das ganze nicht nach einem Einzelfall aussieht?
  • Weshalb erklärt Patalong ausführlich den Begriff Sharenting anstatt mehr über gekaufte Artikel in Medien zu schreiben?
  • Und zu guter letzt: Warum gibt es seit der Veröffentlichung des SPIEGEL-Artikels vor fünf Tagen nur diesen bei Google News zum Thema Sharenting zu finden? (Gleiches auch beim Zitat.) Haben Agentur und Medien kalte Füße bekommen?

Von wegen bezahlt

Maya Dähne schreibt bei ZDF heute in dem Artikel “Von wegen ausgebeutet – die neue “Generation Praktikum”” (Cache):

Die Zeiten, in denen Praktikanten als Gratis-Arbeitskräfte ausgebeutet wurden, sind vorbei. Die neue Generation Praktikum ist einer aktuellen Umfrage zufolge zufrieden mit ihrem Arbeitgeber. 94 Prozent der Praktika sind inzwischen bezahlt.

Eine fragwürdige Studie, die von der Plattform Absolventa und dem Beratungsunternehmen Clevis gemacht wurde. Leider findet man auf der Clevis-Website keine Referenzen, somit ist unklar, wie sehr Clevis da in einem Interessenskonflikt steht. Bei Absolventa zahlen Unternehmen für Stellenangebote und “Personalsuche” – unabhängig kann man das nicht gerade nennen. Zudem scheint die Studie auch nicht online zugänglich zu sein.
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Mindestlohn im Praxistest

Zugegeben: Von Morgenmagazinen im Allgemeinen und vom “moma” im Speziellen erwarte ich nicht gerade Qualitätsjournalismus. Trotzdem ist der Beitrag “Mindestlohn im Praxistest”, der am 19. November ausgestrahlt wurde (“ARD-Woche”), doch sehr bemerkenswert.

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Das fängt schon mit der Auswahl der Stadt an, in die sich “moma-Reporterin” Susann Reichenbach (MDR) begibt: Halle an der Saale, “eine Stadt zwischen prunkvollem Marktplatz und sozialistischem Plattenbauten” (O-Ton Reichenbach aus dem Off). Dabei sagen selbst Mindestlohn-Befürworter wie der Wirtschaftswissenschaftler Joachim Möller, dass ein Mindestlohn in Ost-Deutschland wegen geringerer Produktivität weniger sein müsste als in West-Deutschland.
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