ZDF über politischen Einfluss

In der heute show vom Freitag (ab ca. 30:40 Min.) wurde ein Ausschnitt von Polens Kulturminister Piotr Gliński gezeigt, der im dortigen öffentlich-rechtlichen Fernsehen TVP der Moderatorin Karolina Lewicka wegen kritischen Fragen mit dem Rauswurf drohte. Nach der Sendung wurde sie tatsächlich suspendiert, mittlerweile ist die Suspendierung wieder aufgehoben worden. Kommentar von Oliver Welke dazu:

Politiker nehmen Einfluss aufs Fernsehen - sowas verachten wir hier beim ZDF

Ohja. Politische Einflussnahme ist beim ZDF absolut undenkbar. Solange alles im PoGl ist braucht auch niemand Angst vor den Politikern zu haben. :-D

UPDATE (09.12.15): Wow, fünf Tage nach der Ausstrahlung der heute show: „ZDF stellt überraschend Lobbyradar ein“. Offiziell, weil man Mitarbeiter und Geld für andere Projekte wie die kommende Europameisterschaft 2016 benötigt, doch intern gibt es noch eine zweite Version für das Aus:

„Aus dem Fernsehrat und aus Kreisen der Politik wurden zu viele hässliche Fragen an den Intendanten gestellt“, sagt ein Redakteur. Ein Sprecher des ZDF widerspricht dem Vorwurf, politische Einflussnahme sei der Grund für das jähe Ende des Lobbyradars gewesen. Er bestätigt jedoch, dass es „vereinzelt auch kritische Reaktionen“ gab.

Verdächtig ist jedenfalls, dass das ZDF zur Prix Europa-Auszeichnung von Lobbyradar keine Pressemitteilung rausgegeben hat, obwohl der Preis vom ZDF immer sehr geschätzt sein soll.

Zum Glück ist das Projekt Open Source, so steht alles auf GitHub und die Macher wollen ohnehin den Lobbyradar auf EU-Ebene ausweiten – mit einem neuen Partner.

Wie blöd du bist (mit Songtext)

Auch Pussyterror TV ist wieder aus der Sommerpause zurück. Carolin Kebekus hat darin eine Parodie von Sarah Conners „Wie schön du bist“ gemacht: „Wie blöd du bist“. Schönes Statement zur Ausländerfeindlichkeit, auch Sarah Conner lobt die Adaption.

(Direktlink)

Hier der Songtext:
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Krautreporter hinter Paywall

Krautreporter, 2014:

Wir haben uns dabei bewusst gegen einen Paywall-Ansatz entschieden, wie ihn zum Beispiel das niederländische Projekt „De Correspondent“ verfolgt, deren Macher wir mehrmals getroffen haben. Unsere Geschichten werden frei verfügbar sein, weil wir der Überzeugung sind, dass Journalismus eine gesellschaftliche Aufgabe erfüllt und die Menschen erreichen soll.

Krautreporter, 2015:

Liebe Krautreporter-Mitglieder, am 15. Oktober beginnt das zweite Krautreporter-Jahr. Schon heute wollen wir euch auf eine wichtige Änderung aufmerksam machen: Nur Krautreporter-Mitglieder können in Zukunft unsere Beiträge lesen. Mitglieder können unsere Beiträge aber verschenken, indem sie diese für ihre Freunde und Follower freischalten.

So ist das halt. Sobald es ums Geld geht, muss die gesellschaftliche Aufgabe hinten anstehen.

Ich bin übrigens auch nur Gelegenheitsleser, wenn mal irgendwo eine spannende Geschichte rumgereicht wird. Ob ich diese dann innerhalb der 48 Stunden, in denen die Verschenk-Links gelten, lesen kann, wird sich zeigen.