1. Mai: "Ein Nasenbein war richtig durch"

Die taz hat einige weitere Infos vom 1. Mai in Berlin. Demnach gab es nur 15-20 Verletzte am Kottbusser Tor, aber relativ viele Verletzte. Außerdem gibt es neben der Anzeige von zwei Zivilpolizisten eine weitere Anzeige eines LKA-Beamten, welcher ebenfalls von Kollegen verletzt wurde. Bisher ist noch nichts an Kameras etc. ausgewertet (da wird aber ja ohnehin nichts drauf sein, wir kennen den Polizei-Klüngel ja), dafür hat die taz einen Sanitäter mit Infos gefunden:

“Wir hatten über 200 Leute mit Pfeffer”, sagte er der taz. “Das war Spülen im Akkord.” In vielen Fällen sei das Spray offensichtlich aus weniger als einem Meter Entfernung abgegeben worden. Das sei an der massiven Schädigung der Hornhaut zu erkennen gewesen. Zwei Betroffene hätten in eine Augenklinik gebracht werden müssen.

Dabei sollen vorallem unschuldige, friedliche Leute mit Pfefferspray getroffen worden sein, die nicht zum “typischen Demopublikum” gehören. Der Money-Quote am Ende des Artikels:

Die Art der Verletzungen spreche allerdings dafür, dass Schläge mit den bei der Polizei verbotenen, weil schlagverstärkenden Quarzsandhandschuhen ausgeführt worden seien. “Ein Nasenbein war richtig durch”, sagte der Ersthelfer. Das sei mit normalen Handschuhen gar nicht machbar.

Na prima, die Schläger-Polizisten mal wieder. Wer schützt uns eigentlich vor der Polizei?

Zivilpolizisten bestätigen Polizeigewalt am 1. Mai

Hat es sowas schonmal in der Geschichte der Polizeigewalt gegeben? Zwei Polizeibeamte, die am 1. Mai in zivil unterwegs waren, haben ihre Kollegen angezeigt:

Zwei Angehörige einer Einsatzhundertschaft der Berliner Polizei haben heute Strafanzeige wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt gegen Angehörige einer anderen Einsatzhundertschaft erstattet. Nach derzeitigem Erkenntnisstand wurden sie am Abend des 1. Mai gegen 22 Uhr 45 in bürgerlicher Kleidung im Bereich des Kottbusser Tores eingesetzt, als sie plötzlich von Pfefferspray getroffen und durch Faustschläge im Gesicht verletzt wurden.
Die beiden Polizisten traten anschließend aufgrund von Augenreizungen und Prellungen vom Dienst ab.
In diesem Zusammenhang sollen weitere sechs Polizeibeamte durch Reizgaseinwirkungen verletzt worden sein. Das Strafermittlungsverfahren wird durch die zuständige Fachdienststelle des Landeskriminalamtes mit Priorität bearbeitet.

Bingo! Interessant wäre jetzt natürlich noch, ob diese Zivilpolizisten auch gleichzeitig Agent Provocateur waren wovon die Hau-Drauf-Polizisten nichts wussten, das würde das Bild eigentlich nur noch richtig schön abrunden. :-)

Zum Kottbusser Tor empfehle ich auch nochmal das Timelapse-Video.

1. Mai am Kottbusser Tor in Berlin im Zeitraffer

Ein Timelapse-Video vom 1. Mai 2009 und 2010 am Kottbusser Tor in Berlin, das Passwort lautet “1.mai” (ohne Anführungsstriche, dafür mit dem Punkt):

(via zeitrafferin)