Die Doppelmoral der Urheber

Ihr erinnert euch an die offenen Briefe in der Urheberrechtsdebatte letztes Jahr, die an jeder Ecke aufsprießen? Der Tenor war damals immer der gleiche: Wir sind Urheber (Musiker, Schauspieler, Drehbuchautoren etc.) und wollen, dass für unsere Werke auch bezahlt wird. Die Netzgemeinde™ hielt dagegen, dass Kultur frei nutzbar sein sollte und man neue Vergütungsmodelle finden müsste.

Jetzt habe ich gerade bei irights.info von einem neuen offenen Brief von Urhebern gelesen. Darin heißt es:

Die digitale Revolution und das Aufkommen des Internets machen eine Anpassung des Urheberrechts zwingend notwendig.

Letztes Jahr klang das noch so:

Die neuen Realitäten der Digitalisierung und des Internets sind kein Grund, den profanen Diebstahl geistigen Eigentums zu rechtfertigen oder gar seine Legalisierung zu fordern.

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Links 15

Die Links sind diesmal schon etwas älter. Macht aber nichts.

Weser Kurier: Wiesenhof ist Trikot-Verkaufsbremse
Ihr erinnert euch an „Das System Wiesenhof“? Und daran, dass Wiesenhof seit August der Sponsor von Werder Bremen ist? Nun, Einzelhändler und Fanshop verkaufen nur Blanko-Trikots, weil fast niemand die Wiesenhof-Werbung haben will. Die Blanko-Trikots gibt es, weil der Sponsor erst nach der ersten Trikot-Produktion feststand. Einzelhändler versuchen sogar über das Ausland an weitere Blanko-Trikots zu kommen. Fein! :-)

taz.de: Idee der Piraten: Berlin brüskiert Daimler
Es gibt auch gute Nachrichten von Piraten. In Berlin haben sie es geschafft, dass ein Bezirksparlament die Straße der zukünftigen Firmenzentrale von Daimler nicht nach deren Namensvorschlägen benannt hat. Stattdessen wurde die Straße nach der jüdischen Bildhauerin Edith Kiss benannt, welche 1944 in das Konzentrationslager in Ravensbrück deportiert wurde und im Daimler-Benz-Werk in Ludwigsfelde Flugzeugmotoren montieren musste. Der Vorschlag kam von den Piraten, ein toller Schachzug.
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Grünen wollen Abmahnwesen ändern

Die Grünen haben einen Beschluss (PDF) auf ihrem Bundesparteitag über Netzpolitik beschlossen. In dem Beschluss steht auf Seite 11 nach einer Erklärung über die Massenabmahnungen der Musikindustrie:

Daher wollen wir das System des Abmahnwesens, gerade im Bereich von Urheberrechtsverletzungen, grundlegend verändern. Vorschläge über die Streitwertherabsetzung, die Abschaffung der Kostenerstattung für die erste Abmahnung, die Herabsetzung von Regelstreitwerten, die Abschaffung des fliegenden Gerichtsstands oder eine Verbesserung der vorgesehenen Kostendeckelung für einfach gelagerte Fälle sind notwendig und werden von uns unterstützt und weiter verfolgt.

Das ist grundsätzlich natürlich begrüßenswert. Viel interessanter wäre aber, ob Herr und Frau Ströbele dem nach der Heddesheim-Abmahnung dem Beschluss auch zugestimmt haben, denn sonst ist das auch wieder nur Symbolpolitik.

Jan Delay über Abmahnungen – Teil 2

Kaum wurde das Statement von Jan Delay über Abmahnungen im Netz rumgereicht, kommt Delay mit einem zweiten Statement daher. Dabei relativiert wer seine Meinung und gibt zu, dass er selbst auch Abmahngebühren bekommen hat:

ich rufe nicht dazu auf grundsätzlich musik zu klauen! ich rufe dazu auf, sich nicht beim saugen von schlechter – oder ohne herzblut gemachter musik erwischen zu lassen! und ich rufe dazu auf, künstler die man für gut befindet zu supporten indem man ihre musik kauft!
des weiteren hat universal mich darauf hingewiesen, daß bei meiner letzten abrechnung auch ein nicht gerad geringer betrag aus solcherlei erlösen stammte.. peinlich ;-).. das habe ich nicht gewusst! ein sorry dann auch an universal! dieses ekelige kriegsgewinnler geld will ich aber gar nicht haben! ich werde das komplett spenden, auch in zukunft! und es ändert nichts daran, daß ich diese art von geschäftemacherei um die einbrechenden umsätze zu kompensieren ein unding finde!

Das ist in der Tat peinlich. Vorallem, weil somit schonmal das Argument wegfällt, dass die Künstler von dem durch Abmahnungen eingenommenen Geld „nix“ sehen. Das er seinen Anteil des Abmahngeldes spenden will, finde ich eine gute Sache. (Ich erwarte dann aber auch, dass er das bald mal irgendwie beweist.)
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