Hass gegen Ausländer (mit Transkript)

Anja Reschke hat kürzlich in den Tagesthemen einen guten Kommentar zum Hass gegen Ausländer (insbesondere im Internet) gebracht. Darin sagt sie unter anderem:

[…] auf Sätze wie ‚Dreckspack, soll im Meer ersaufen‘ bekommen sie [die Kommentatoren] ja auch noch begeisterten Zuspruch und eine Menge Likes. Wenn man bis dahin ein kleiner rassistischer Niemand war, fühlt man sich da natürlich plötzlich ganz toll. […] Die Hassschreiber müssen kapieren, dass diese Gesellschaft das nicht toleriert.

Exakt. Auch dem Rest des Kommentars kann sich jeder vernünftig denkende Mensch nur anschließen. Wir sollten den Rassisten endlich mal zeigen, dass sie nur eine Minderheit sind und eben nicht die Meinung der breiten Bevölkerung vertreten, so wie sie es gerne suggerieren.

Hier ist das Video mit dem kompletten Kommentar:

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Und hier das Transkript (mit ergänzenden Links):
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Doku: Das Lügenfernsehen

Panorama-Moderatorin Anja Reschke hat mal nachgeforscht, woher die ganzen Doku-Soaps und Scripted Reality-Sachen herkommen. Ausgestrahlt wurde die 30minütige Doku schon letzten Monat, jetzt hat die irgendwer auf Vimeo hochgeladen. Schaut sie euch an, bevor sie weg ist – sehr interessant.

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Reschke besucht eine Ein-Frau-Castingagentur für Scripted-Reality-Darsteller, besucht eine Familie die in „Mitten im Leben“ mitspielte sowie die über den Tisch gezogene Familie von „Unterm Hammer“, fragt bei RTL nach Glaubwürdigkeit nach und besucht eine Produktionsfirma.

Auch der tragische Fall von Jenny aus „Die Ausreißer – Der Weg zurück“ wird beleuchtet, denn diese Ausreißerin wurde vor den Dreharbeiten schon von einer Hilfsorganisation betreut. Sie selbst sagte vor einer Privatkamera (hier bei FKTV ab 24:28), sie habe von RTL Schnaps, Tabak und Geld bekommen, vom Geld habe sie sich Drogen gekauft. Mittlerweile ist Jenny verstorben und die berechtigte Frage, inwiefern RTL eine Mitschuld an dem Tod trifft, darf gestellt sein, denn seit den Dreharbeiten ist Jenny nicht mehr in die Hilfsorganisation gegangen, in der sie war.

Immer wieder finden auch Vergleiche mit Michael Born statt, der in den 90ern zahlreiche Berichte gefälscht und dafür verurteilt wurde. Er sagt im Interview, dass wenn er heute in den Fernsehen guckt sich fragt, warum er damals für das verurteilt wurde, was heute rauf und runter läuft. Er sagt auch, dass er damals schon keine realen Berichte mehr liefern konnte, weil die Redaktionen eigene Vorstellungen davon hatten, wie die Berichte sein sollten:

Reschke: Warum sind Sie damals auf die Idee gekommen, Filme zu fälschen?
Born: Einigen wir uns auf das „du“, wir sind hier in Griechenland.
Reschke: In Griechenland sagt man „du“?
Born: Ja. Wir sind dahin getrieben worden. Einwandfrei.
Reschke: Inwiefern?
Born: Weil die Forderungen der Sender und das, was wir drehen konnten, nicht übereinander kamen. Das Problem war, dass man bei Stern TV dachte … die konnten sich nicht vorstellen, dass es Ku-Klux-Klan-Mitglieder in Deutschland gibt, die ohne Kutten rumrennen. Jo und dann hab ich und meine Mami, wir haben uns hingesetzt und haben Kutten genäht. Wir haben denen eine Welt gebaut, wie die nur in ihren Köpfen existiert.

Reschke’s Fazit:

Mein Eindruck nach dieser Reise durch das Reality-Fernsehen: Es geht nicht um Realität, es geht um schillernde Geschichten. Dafür wird offenbar flächendeckend geschönt und geschummelt. […] Unterhaltung? Klar. Aber ist es auch okay dafür zu tricksen, zu lügen? Die Realität zu verbiegen, nur, damit sie ins Fernsehen passt?