Amazon-Doku: Heuchlerische Buchbranche und Konsum

Am Mittwoch, dem 13. Februar, hat die ARD eine Dokumentation über Amazon gezeigt. Darin zu sehen: Amazon beschäftigt zur Weihnachtssaison massig Ausländer als Leiharbeiter. Drei Monate lang arbeiten sie, ohne Kündigungssschutz und mit höherem Verdienst angelockt als es hinterher im Vertrag steht.

Die Leiharbeiter werden in Ferienbungalows untergebracht, in denen private Sicherheitsfirmen die Leiharbeiter wie auch die Zimmer kontrollieren und überwachen. Im Film wird eine Security-Firma mit Thor Steinar-Kleidung gezeigt.

Die Doku ist natürlich Wasser auf den Mühlen derer, die Amazon generell ablehnend gegenüberstehen. Allen voran die Buchbranche: Der Börsenverein des deutschen Buchhandels hat seit der Ausstrahlung satte eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs Artikel zum Thema veröffentlicht – einen am 14., die anderen fünf vorgestern am 15. Februar. Ein kleiner unbekannter Verlag kündigt bei Amazon, „DAS SYNDIKAT“ (wir erinnern uns, das waren die verrückten Krimi-Autoren mit der Anonymous-Maske in der Urhebrrechtsdebatte letztes Jahr) schreiben einen offenen Brief, ansonsten werden Experten befragt.
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Lena ist älter geworden

Lena Meyer-Landrut war am letzten Donnerstag, dem 27. September, im ARD Morgenmagazin und hat dort ihren aktuellen Song „Stardust“ gesungen und ihr gleichnamiges neues Album beworben. Das ist kein großes Ding, aber das kurze vorige Interview dazu ist bemerkenswert. Wirklich:
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DKultur: Es geht um Demokratie – und die Presse geht nicht hin
Seit Januar gibt es den Untersuchungsausschuss zur NSU, der sich alle 14 Tage trifft. Doch es gibt kaum Journalisten, die dort regelmäßig sind:

Dutzende überregionale Qualitätsmedien bedienen sich dieser Methode der Instant-Berichterstattung, die darin besteht, dass Schreibtischredakteure Fremdbotschaften wie Agenturmeldungen oder Pressemitteilungen des Parlaments zu Leitartikeln, Kommentaren und Analysen umschreiben. […] Stell Dir vor, es geht um Demokratie, Freiheit und Sicherheit – und die Journalisten ziehen es vor, nicht hinzugehen!

randomhouse.de: Der WWF und Wilfried Huismann haben sich geeinigt
21 Änderungen hat Huismann und das Gütersloher Verlagshaus akzeptiert, damit es ab ungefähr Herbst 2012 eine Neuauflage von dem „Schwarzbuch WWF“ geben kann. Die gerichtliche Auseinandersetzung ist damit vom Tisch. Die bisherige zwei Auflagen dürfen noch abverkauft werden.
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Supertalent Gottschalk

Großer Medien-Lacher: Beide ehemaligen „Wetten, dass?“-Moderatoren Hunziker und Gottschalk gehen zum „Supertalent“. Also als Juroren. Die Hunziker war schonmal bei RTL und der Gottschalk muss nach dem Miss-Erfolg in der ARD echt verzweifelt sein, wenn er (obwohl die ARD angeblich mit ihm weiterhin zusammenarbeiten möchte) zu RTL geht.

Da kann man nur hoffen, dass Gottschalk die MehdornBegabung hat und die Quoten zum „Supertalent“ demnächst auch im Keller sind. Nicht wegen Gottschalk, sondern wegen dem Drecks-Format.

ARD kritisiert eigene Talkshows

Überraschung: ARD-Gremium kritisiert die ARD-Talkshows. Und die Kritik kann sich sehen lassen: Immer die gleichen Gäste, Anne Will bringt „wenig Erkenntnisgewinn“, Hart aber fair ist zu „soft“ geworden, Jauch betreibt „Stimmungsmache“ und nimmt den Gästen meistens die „Antwort vorweg“.

Ich frage mich ja, wie lange dieses ARD-Gremium brauchte, um das zu merken. Dafür reicht schon eine gesehene Sendung aus, aber die haben das Papier erst im April diesen Jahres intern rausgebracht. An den Talkshows hat sich seitdem natürlich nichts geändert.