Brennelementesteuer ist eine Farce

Die Brennelementesteuer ist auch nur eine reine Farce: E.ON und RWE haben Beschwerden dagegen eingelegt und schon 170 Millionen Euro zurückerstattet bekommen. Aber das war ja abzusehen, dass dieses Gesetz auf so wackelige Füße gestellt wird, damit es da ein Schlupfloch für die Atomkonzerne gibt, schließlich wurde die Brennelementesteuer gleichzeitig mit dem Laufzeitverlängerungs-Geschenk vereinbart.

Lufthansa, Nazis und Tschernobyl

Im Deutschlandfunk gab es Anfang letzte Woche zwei interessante Radio-Features, die es auch als Podcast gibt. Beide sind knapp eine Stunde lang:

Kranichflug unterm Hakenkreuz – Die vergessene NS-Geschichte der Lufthansa
In diesem Feature wird über Zwangsarbeiter während der NS-Zeit bei der Lufthansa berichtet und wie die Lufthansa die Aufklärung ihrer Vergangenheit in der Öffentlichkeit totschweigt. Es wird auch auf eine im letzten Jahr gezeigte ARTE-Dokumentation bezug genommen, siehe hier auf YouTube und Text bei SPON.

Ankündigungstext | MP3-Download (25 MB) | Manuskript (PDF)

Der Tanz um das „Goldene Grab“ – Wem nützt der Sarkophag von Tschernobyl?
Hier wird beleuchtet, welche wirtschaftlichen Interessen hinter dem neuen Sarkophag von Tschernobyl nach der Atomkatastrophe stecken. Hinsichtlich auf Fukushima könnte das auch in Zukunft nochmal sehr interessant werden. Unter den Interviews ist auch eines mit dem Physiker Dr. Sebastian Pflugbeil, der sich bei den Elementarfragen ausführlich zu Tschernobyl und im März zu Fukushima geäußert hat.

Ankündigungstext | MP3-Download (20 MB) | Manuskript (PDF)

Wie immer bei Materialien der öffentlich-rechtlichen Sender gilt: Downloaded solange es geht, die Podcasts dürften bald verschwinden, die Manuskripte sind meistens länger online.

"Die Story" über CO-Pipeline, Anti-Atomkraft und Olympia 2018

In der WDR-Sendung „Die Story“ vom Montag ging es über „Protestbürger“. Gezeigt wurden die Proteste der CO-Pipeline in Duisburg, die Anti-Atomkraft-Proteste in Lubmin und die Proteste gegen Olympia 2018 in Garmisch-Partenkirchen. Ankündigung:

Es rumort in Deutschland. Zahllose Menschen gehen auf die Straße, um zu demonstrieren: Lehrer, Hausfrauen, Sekretärinnen, Rentner. Menschen vor allem aus der bürgerlichen Mitte. Sie protestieren gegen Atomkraft, gegen Großprojekte vor der eigenen Haustür. Menschen mucken auf, weil sie sich bedroht fühlen. Weil sie Entscheidungen in Behörden als willkürlich empfinden und den Politikern nicht mehr vertrauen. Eine neue Protestkultur entsteht.

Eine sehr interessante Dokumentation. Für mich besonders der Teil über die CO-Pipeline, da diese auch bei mir nur wenige hundert Meter entfernt vorbeiläuft. Erschreckend was für Wirtschafts-Sprech der Grünen-Abgeordnete da ablegt, obwohl die Grünen im NRW-Landtag mit einem Antrag im letzten Jahr versucht hatten, den Pipeline-Bau zu stoppen (Infos).

Die Sendung kann man online sehen oder als MP4-Podcast (151 MB) runterladen. Zumindest der Podcast scheint knapp ein Jahr lang zur Verfügung zu stehen.

Deutsche Atomkonzerne

Willkommen bei den deutschen Atomkonzernen. Machen Sie die kurze Führung mit und lernen sie uns besser kennen.

Mal wieder eine grandiose Animation von Alexander Lehmann, mit Sprecher Ernst Walter Siemon und Musik von keine kennen keine.

Italien spricht sich gegen Atomkraft aus [UPDATE]

Nach der Schweiz will nun auch Italien aus der Atomkraft aussteigen. Die Italiener hatten eine Volksabstimmung darüber und nach derzeitigen Hochrechnungen haben sich über 50% gegen die Atommafia gestellt.

Sehr interessant ist dabei, dass Berlusconi durch seine Macht bei den Staatsmedien versucht hat, dass möglichst niemand von dieser Volksabstimmung überhaupt mitbekommt:

Zwar war die Zeit zur Mobilisierung der Stimmberechtigten kurz wie selten. Und auf Geheiß des regierenden Medienzaren war im wichtigsten Informationsmedium des Landes so gut wie nichts vom Referendum zu sehen. Berlusconi gehören die drei führenden privaten Fernsehstationen und qua Amt hat er großen Einfluss auf die staatlichen TV-Programme.

Aber überall im Land engagierten sich Studenten und Bürger, Liedermacher und Priester. Am römischen Kolosseum, an den Türmen von Bologna, den Brücken in Venedig hingen Plakate. Neun Stunden musizierten und aktivierten populäre Musiker Tausende zumeist junger Menschen auf der römischen „Piazza del Popolo“ ebenso wie in Bologna und Mailand. Pizzabäcker boten ihre Produkte denen gratis an, die mit einem „Ich habe abgestimmt“-Beleg vorbei kamen. Kleinstadtprediger und Kardinäle, selbst der Papst, meldeten sich mehr oder weniger dezent zu Wort. Das alles gab es in Italien lange nicht.

Zum Glück ist das in Deutschland nicht so einfach mit dem Machteinfluss auf die öffentlich-rechtlichen Sender.

Erinnert sich eigentlich noch jemand an die Worte von Merkel und Co. vor dem Moratorium, dass wir nicht aus der Atomkraft aussteigen können, weil alle anderen Atomkraft voll super finden? Das sieht man ja an der Schweiz und an Italien, wie toll die Leute da die Atomkraft finden. Es sei auch nochmal auf die Österreicher verwiesen.

UPDATE: Der SPIEGEL hat das leider etwas ungenau geschrieben gehabt: 57 Prozent der Italiener sind zum Volksentscheid gegangen und haben mit 94,6 Prozent für den Atomausstieg gestimmt (Quelle).