Leistungsschutzrecht: Ok, Google …

Axel Springer knickt ein und gibt Google eine kostenlose Nutzungslizenz, denn sie haben festgestellt, dass in nur zwei Wochen der Such-Traffic um fast 40 Prozent zurück ging. Von Google News kamen sogar fast 80 Prozent weniger Nutzer auf die Springer-Angebote. Dies hatte dann auch Auswirkungen in den Zahlen der IVM und AGOF – und somit auf die Werbeeinnahmen:

Bezogen auf das Gesamtjahr hätten die Rückgänge einen finanziellen Schaden im siebenstelligen Bereich pro Portal bedeuten können.

Fehlt nur noch das passende #OkGoogle-Bild. ;-)

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Grüner BILD-Schmutz

Anton Hofreiter hat seine Zweitwohnung in Berlin von 2005 bis vor kurzem nicht versteuert. Das hat er mittlerweile nachgeholt, aber die Geschichte hat einen sehr interessanten Aspekt (Cache, Hervorhebungen von mir):

Zuvor hatte die „Bild“ berichtet, dass Hofreiter seine Berliner Wohnung nicht beim Einwohnermeldeamt gemeldet und keine Zweitwohnungsteuer gezahlt habe. […] Hofreiter erklärte, erst vor einigen Tagen durch eine Anfrage der „Bild“ auf den Fehler aufmerksam geworden zu sein. […] Nach „Bild“-Informationen geht der Fall trotz der Nachzahlung an die Staatsanwaltschaft […] „Er hat seinen Fehler eingestanden, ihn bedauert und sofort korrigiert, als er davon erfuhr“, sagte Göring-Eckhart der „Bild am Sonntag“. […] „Höhere Steuern fordern und dann selbst keine zahlen, das ist die Doppelmoral der Grünen“, sagte sie [FDP-Generalsekretärin Nicola Beer] der „Welt am Sonntag“.

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Letzter Tag vor dem #LSR

Heute ist der letzte Tag, bevor morgen am 1. August das Leistungsschutzrecht in Kraft tritt. Rivva hat nun die Reißleine gezogen, neben den Snippets die rausfallen werden zukünftig auch rund 650 Nachrichtenseiten mit ihren Blogs dort nicht mehr erscheinen. Schön wäre es, wenn Rivva ein technisches Opt-in zum Beispiel über ein Meta-Element machen würde.

Ausgerechnet Axel Springer – die das Leistungsschutzrecht am meisten lobbyiert haben – haben übrigens Google nun doch die Erlaubnis gegeben, Artikel-Titel und Snippets kostenlos zu nutzen. Told you so. Angeblich nur übergangsweise, aber Google wird sicherlich auch in Zukunft nicht zahlen.

Auch die anderen großen Zeitungen verzichten bei Google aufs Leistungsschutzrecht – und die FAZ gibt sogar zu, dass ein Google-Verzicht Reichweiten-Verlust bedeuten würde. Einige kleine Verlage bleiben hingegen standhaft in ihrem Irrglauben und fliegen raus, für die war Google News aber auch nicht so wichtig.

Was vom Leistungsschutzrecht bei seiner Inkrafttretung also übrigbleibt: Eine weitere Einschränkung für kleine Dienste und Startups, keine neuen Einnahmen für Medien da sie Reichweitenverlust fürchten und eine Medienlandschaft, die sich ein eigenes Gesetz lobbyiert hat. Ein Sieg sieht anders aus.