Röttgen raus, Altmaier rein

Merkel schmeißt Röttgen raus, Nachfolger soll Peter Altmaier werden (Video, Transkript). Da sieht man auch, dass Altmaier Twitter eben nicht verstanden hat, denn davon hat er auf Twitter vor der Pressekonferenz natürlich nichts erwähnt, erst hinterher gab es einen „Danke“-Tweet. Immernoch Klüngelei hinter verschlossenen Türen bei der CDU/CSU, Twitter ist bei Politikern reine Show.

Ich schicke Seehofer jetzt mal eine Liste, wen er als nächstes in Nachgesprächen erwähnen soll.

UPDATE: Es ist auch sehr bezeichnend, dass die Merkel den Altmaier da installiert. Altmaier gilt als einer der Vertrauten von Merkel, die will jetzt auf Nummer sicher gehen dass es nicht noch einen Rücktritt/Rauswurf bis zum Ende der Legislaturperiode gibt.

Komparsen zum Welttag des geistigen Eigentums

Schaut mal diesen Aufruf an der Humboldt-Universität in Berlin an:

€ 100,- passen gerade ganz gut?
Im Auftrag eines Kunden suchen wir Studentische Hilfskräfte als Komparsen für einen Fototermin.

Anlass ist der „Tag des geistigen Eigentums“ / 26.04.

Der Einsatz dauert ca. 2 Stunden
Die Entschädigung beträgt €100,-

In der Kunden-Referenz der Werbeagentur spreeproduktion ist der Bundesverband der Deutschen Idustrie (BDI) e. V., der an dem Tag auch eine Veranstaltung macht.

Ich gebe mal zwei Tipps ab: Entweder werden die Komparsen als Künstler dargestellt oder als Leute, die unbedingt das bisherige Urheberrecht behalten wollen. Wir werden sehen.

(via metronaut)

Links 6

Es gibt wieder Links. Bonus: Jetzt noch übersichtlicher.

maingold.com: Und was machten die Blogs im Jahre 2011?
Eine schöne Zusammenfassung über die Blogosphäre im letzten Jahr. Mir ist gar nicht aufgefallen, dass die Blogcharts nicht mehr aktualisiert werden. Übrigens finde ich die Millionen von Techblogs weitaus schlimmer als die viele Politik. ;-)

Indeskretion Ehrensache: Im Gasthaus “Zum Prinzip” im Herzen Hannovers
Die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) will ihre Inhalte hinter einer Paywall und einer grottigschlechten App verstecken. Thomas Knüwer hat dazu mal aufgeschrieben, wie die Zukunft der HAZ aussehen wird.

DerWesten Recherche: Anti-Polizei-Kampagne nach der Katastrophe
Nach der Loveparade hat Reiner Schaller darüber nachgedacht, eine Kampagne gegen die Polizei zu fahren. Das ist insofern interessant, weil Schaller später die Überwachungsvideos veröffentlicht hatte und dabei die Polizeiketten als Ursache anprangerte. (Die Loveparade-Dokuseite ist übrigens wieder offline, welch Zufall.)

rbb Nachrichten: Abgeordnetenhaus wählt neue Verfassungsrichter
Die Piraten haben Meinhard Starostik für das Verfassungsgericht Berlin nominiert und er hat die 2/3-Mehrheit gepackt. Starostik hat unter anderem gegen ELENA und die Vorratsdatenspeicherung geklagt. Vollkommen unverständlich, dass die Piraten diesen Coup nicht nutzen (seufz).

heise.de: Niedersachsens Überwachungssoftware stammt von Syborg
Endlich ist bekannt, wer für seine Lösch-Funktion nochmal extra kassiert. Den Behörden ist der Quellcode natürlich nicht bekannt. SYBORG-Software ist auch von Berlin, NRW, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern gekauft worden. (Siehe auch: 0zapftis-Wiki, buggedplanet.)

YouTube: „Die Auflösung“ – Wahlwerbespott der FDP
Schöne Parodie zu den Wahlen im Saarland mit Kevin @koerber von der Medien-KuH. :-)

Fotos in der Bannmeile

Na das ist ja mal wieder zum Facepalmen: Drei Studenten mit zwei Pappschildern lassen sich im Urlaub innerhalb der Bannmeile vor dem Reichstag fotografieren. Daraufhin leitet das Landeskriminalamt eine Anzeige wegen „Teilnahme bzw. Aufforderung an/zu einer Versammlung im Befriedeten Bezirk“ ein.

Money-Quote:

G. fragt die Polizisten nach ihren Namen. „Namen sind Schall und Rauch“, sagt einer. Eine erneute Frage wird von allen Polizisten ignoriert.

Ein schönes Beispiel, wie dringend nötig die Polizeikennzeichnung ist.

Übrigens wurde die Anzeige dann wieder eingestellt, das hat man den Beschuldigten aber nicht gesagt. Die haben das erst erfahren, als der Tagesspiegel da ein Jahr später mal nachgefragt hat.

Volker Pispers über Wulff und Gauck

Volker Pispers hat mal wieder einen schönen Kabarett-Beitrag zur aktuellen Lage geliefert. Dort als Podcast (1,3 MB), hier unten auf YouTube und ich habe mal ein Transkript davon gemacht. Viel Spaß. :-)

Jetzt sagen Sie nicht, es ist schon wieder Veilchendienstag.

Selten war der Spruch von den „tollen Tagen“ so zutreffend wie dieses Jahr. Ausgerechnet an Altweiber, dem ersten Höhepunkt des Straßenkarnevals, beschließt die Staatsanwaltschaft Hannover, dass Schluss mit lustig ist für den als Bundespräsidenten verkleideten größten Jeck des Landes.

Promt steigt am Freitag ihre Tollität Prinz Peinlichkeit Christian das Allerletzte nochmal in die Bütt, um in seiner Rücktrittsrede einen echten Kracher loszulassen: „Ich bin immer aufrichtig gewesen.“ Helau, jubelt das Volk mit Tränen in den Augen, super der Witz!

Dann der Auftritt der Bundeskanzlerin, die den peinlichsten Bundespräsidenten Allerzeiten keine 20 Monate zuvor mit all ihrer Kraft und Erpressungskunst im dritten Wahlgang durchgedrückt hatte. Mit zur Altweibermaske versteinertem Gesicht bekundet sie ihren großen Respekt für alles, was unser Payback-Präsident sich so geleistet hat. Dabei würde sie ihm wahrscheinlich am Liebsten mit Anlauf in die Körperteile treten, die er ganz offensichtlich nicht in der Hose hat.

Leider wiederholt Angela Merkel nicht den großen Brüllerwitz, den sie bei Wulffs Amtsantritt erzählt hat: „Christian Wulff hat ein klares Wertesystem, das ihm Orientierung gibt.“ Tätä, tätä, tätä, was haben wir gelacht! Und danach ging in der Jeckenhochburg Berlin mit der Suche nach dem neuen Ehrensold-Anwärter der Sitzungskarneval erst richtig los.

Nach Glamor Betty und Torfsack Wulff, Sie mit Arm-Tattoo und Er mit Hirn-Piercing, sollte das Amt wieder in Würde und Anstand erstrahlen. Und da konnte es nur einen geben, den amtierenden Präsidenten der Herzen und vom Narrenvolk verehrten Gauckler. Denn SPD und Grüne sind wild entschlossen, sich weiter vorzugauckeln, der Pastor aus dem Osten sei einer der Ihren. Aber vielleicht ist er das ja auch und SPD und Grüne haben mit dem Vorschlag Gauck gar nicht die Kanzlerin vorgeführt sondern nur sich selbst entlarvt.

Joachim Gauck hat Hartz IV gelobt, Thilo Sarrazin als mutig bezeichnet und die Proteste der Occupy-Bewegung gegen die Banken und den das Leben von immer mehr Menschen ruinierenden Kapitalismus als lächerlich und albern abgetan. Da weiß man doch, woran man ist. Ja, da saß sie auf dem Podium und strahlte, die ganz ganz große Koalition aus CDU/CSU, FDP, SPD und Grünen mit dem Apologet in der Zweidrittel-Gesellschaft als Heilsbringer in ihrer Mitte.

Angela Merkel aber, die ist mal wieder mit einem blauen Auge davongekommen. Und das passt doch prima zu Veilchendienstag. Bis neulich.