Kein Google Street View mehr?

Wie Caschy gerade berichtet, scheint Google das Street View-Projekt in Deutschland fallen zu lassen. So soll laut einem Google-Sprecher kein neues Material aus Deutschland veröffentlicht werden.

In der Tat hat man seit dem Start der 20 deutschen Großstädte am 2. November 2010 nichts mehr neues von Google Street View gehört (also seit fünf Monaten schon Schweigen), obwohl Google auch noch weitere Städte nach und nach online stellen wollte. Die Vermutung liegt natürlich nahe, dass Google auf den Verpixelungs-Scheiß keinen Bock hat.

Ziemlich krass, dass sogar Google keinen Bock auf Deutschland hat, weil wegen jedem kleinen Scheiß alle Sturm laufen. Für den „IT-Standort Deutschland“, wie man das ja so wirtschaftsmäßig sagt, ist das alles andere als gut.

Vorallem aber interessant ist, dass es Politik und Medien schaffen, die Leute dazu zu bringen, Google als Datenkrake zu sehen. Klar ist Google eine Datenkrake, aber Facebook ist es genauso, ebenfalls Twitter, die VZ-Netzwerke und selbst jeder Freemail-Anbieter sammelt Daten. Und trotzdem nutzen wir alles. Selbst die Telefonbücher sind online, doch da hat bislang noch niemand was gegen gesagt.

Übertroffen wird das Ganze nur von dem Staat, der selbst Daten verkauft, mit dem Zensus 2011 die Wohnungen auskundschaftet oder bei Hartz IV-Anträgen sogar Einblick auf die Bankkonten fordert. Diejenigen, die eine Verpixelung bei Google Street View fordern, sollten mal überlegen, ob diese Sachen nicht weitaus schlimmer sind als Hausfassaden im Internet.

Interessant ist übrigens auch, dass Microsoft gerade ebenfalls anfängt, die Straßen zu fotografieren – mit dem Unterschied, dass dort erst nach Veröffentlichung Widerspruch eingelegt werden soll. Google hatte den Widerspruch vor Veröffentlichung des Kartenmaterials angeboten – also ist Microsoft eigentlich noch viel böser als Google. Der (mediale) Aufschrei bleibt bei dem geplanten „Bing Streetside“ von Microsoft jedoch bislang aus.