„Sakrileg – The Da Vinci Code“ heute kostenlos als E-Book

Tolle Aktion: Am 14. Mai wird „Inferno“ von Bestseller-Autor Dan Brown veröffentlicht. Um darauf aufmerksam zu machen, hat der Bastei Lübbe Verlag Browns „Sakrileg – The Da Vinci Code“ heute kostenlos als E-Book freigegeben. Erhältlich ist der Verschwörungs-Thriller mit über 600 Seiten bei Amazon.de, bei buch.de, bei ebook.de, bei iTunes und im Sony Reader Store.

Nach dem eigentlichen Roman gibt es noch ein paar Seiten Leseprobe aus „Inferno“, denn natürlich soll mit der Gratis-Aktion das neue Buch von Dan Brown schmackhaft gemacht werden. Aber damit kann man ja leben.

(via)

Innovative Logistik

Sieh an: Ein „vollautomatisches Kommissionierlager“, in dem bis zu 40.000 Artikel eingelagert werden können, die mit Robotern zu den Mitarbeitern zum Verpacken gebracht werden. Klingt nach Amazon? Ist aber Weltbild!

Money-Quote vom Vorsitzenden der Weltbild-Geschäftsführung, Carel Halff:

„Dabei setzen wir bewusst auf innovative Logistik, die die Mitarbeiter entlastet.“

Entlastung ist toll, denn dann braucht man irgendwann auch weniger Mitarbeiter und kann einige von ihnen bequem entlassen. Schließlich hat Weltbild „einen zweistelligen Millionen-Betrag“ in den Bau gesteckt, die müssen ja auch wieder reinkommen – dass die Verkäufe plötzlich steigen werden, nur weil Weltbild jetzt ein Amazon-ähnliches Lager hat, ist eher unwahrscheinlich. Erst im Dezember 2012 gab es bei Weltbild einen Tarifstreik, gebaut wurde seit ca. einem Jahr.
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Amazon-Boykott: Mission Impossible

Erinnert ihr euch noch daran, dass nach der Amazon-Doku ein Verlag die Verträge mit Amazon gekündigt hat? Nun gibt es die Bilanz dazu: Der Verleger freut sich natürlich erst mal über das Medienecho, stellt aber auch fest, dass es nicht möglich ist, komplett bei Amazon ausgelistet zu werden. Der Grund:

Während Amazon früher Bücher über uns angefordert hat, bezieht man jetzt die Titel über den Zwischenbuchhandel. Auf Nachfrage bei den Grossisten teilte man uns dort mit, man “könne die Belieferung an Amazon nicht ausschließen”. Um sicherzustellen, dass Amazon über den Zwischenbuchhandel unsere Titel nicht mehr beziehen kann, müssten wir unsere Verträge mit den Grossisten auflösen.

Würde der Verlag dies machen, bekämen die Buchhändler vor Ort die Bücher des Verlages nicht mehr so einfach sondern müssten ständig beim Verlag direkt bestellen, was dann auch länger dauern würde. Ein „Trost“ sei laut dem Verleger, dass Amazon die Bücher beim Zwischenhandel zu schlechteren Konditionen bekommt als bei den Verlagen.

Über solche Symbolaktionen, die leider auch Günter Wallraff gemacht hat, kann man also zurecht nur lachen.

(Disclaimer: Ich kaufe bei Amazon und nutze das Amazon-Partnerprogramm.)

„In den USA wäre ich steinreich“

Gerade drüben gebloggt, dass der Tagesspiegel eine Homestory über den John Sinclair-Autor Helmut Rellergerd alias Jason Dark gemacht hat. In der Story heißt es:

Umgekehrt hängt aber auch Rellergerd an seinem Helden fest. Er ist sein Lebenswerk, sichert ihm sein Einkommen. Allerdings: Der Heftchenverlag Bastei Lübbe zahlt pauschal, Rellergerd ist nicht an den Verkäufen beteiligt. Und die sind gigantisch: Insgesamt wurden von Rellergerds Reihe 400 Millionen Hefte verkauft. „In den USA wäre ich steinreich“, sagt er hinter seiner Schreibmaschine sitzend, „wie Stephen King“.

John Sinclair gibt es seit 40 Jahren, wie in der Homestory beschrieben sitzt Rellergerd noch heute mit seinen 68 Jahren Tag für Tag (auch am Wochenende) von morgens bis mittags vor der Schreibmaschine und schreibt neue Geschichten (Computer mag er nicht so). Ein Teil der Geschichten werden auch als Hörspiele umgesetzt.

Weiter unten steht, Rellergerd sei zufrieden. Er empfindet aber wenig Wertschätzung vom Verlag, weil Bastei Lübbe die Marke ausschlachte – konkret wird sich auf die Fernsehserie bezogen, die er nicht gut fand. Ob er bei dieser Lizenzabgabe wenigstens beteiligt wurde? Ich vermute nicht.

Dieses Beispiel lässt die ganzen Aufrufe in der Urheberrechtsdiskussion im letzten Jahr in einer noch größeren Farce erscheinen als ohnehin. Solche Fälle sollten wir uns fürs nächste Mal merken, wenn wieder mal eine „Wir sind die Urheber!“-Aktion gestartet werden sollte.

Übersetzer prangern schlechte Bezahlung bei Random House an

Aus der beliebten Reihe „Der Buchhandel ist genauso schlimm wie Amazon“: Die Übersetzer im Kinder- und Jugendbuchbereich beim zu Bertelsmann gehörenden Verlag Random House haben einen offenen Brief (PDF / Viewer) veröffentlicht, in dem sie über zu niedrige Gehälter klagen. Es werden auch Zahlen genannt:

Die Seitenhonorare bei cbj und cbt übersteigen nur in seltenen Fällen 15 € pro Normseite oder liegen teilweise noch darunter, während andere Verlage bis zu 18 € oder in Einzelfällen auch darüber zahlen (eine Differenz von 20% oder mehr). Auch die Beteiligungssätze weichen bei Random House deutlich von den im BGH-Urteil festgelegten Vergütungsrichtlinien ab – zu Ungunsten der ÜbersetzerInnen: So bieten Sie 0,6% ab 8.000 Expl. für Hardcover statt 0,8% ab 5.000 Expl. (BGH) und 0,3% ab 8.000 Expl. für Taschenbücher statt 0,4% ab 5.000 Expl. (BGH), um nur zwei Beispiele zu nennen.

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