Übersetzer prangern schlechte Bezahlung bei Random House an

Aus der beliebten Reihe „Der Buchhandel ist genauso schlimm wie Amazon“: Die Übersetzer im Kinder- und Jugendbuchbereich beim zu Bertelsmann gehörenden Verlag Random House haben einen offenen Brief (PDF / Viewer) veröffentlicht, in dem sie über zu niedrige Gehälter klagen. Es werden auch Zahlen genannt:

Die Seitenhonorare bei cbj und cbt übersteigen nur in seltenen Fällen 15 € pro Normseite oder liegen teilweise noch darunter, während andere Verlage bis zu 18 € oder in Einzelfällen auch darüber zahlen (eine Differenz von 20% oder mehr). Auch die Beteiligungssätze weichen bei Random House deutlich von den im BGH-Urteil festgelegten Vergütungsrichtlinien ab – zu Ungunsten der ÜbersetzerInnen: So bieten Sie 0,6% ab 8.000 Expl. für Hardcover statt 0,8% ab 5.000 Expl. (BGH) und 0,3% ab 8.000 Expl. für Taschenbücher statt 0,4% ab 5.000 Expl. (BGH), um nur zwei Beispiele zu nennen.

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Juhu? DENIC darf Domains löschen

Die DENIC darf Domains löschen „wenn die Rechtsverletzung offenkundig und für sie ohne weiteres feststellbar ist“, so der Bundesgerichtshof (BGH). Im dem Fall ging es darum, dass ein Unternehmen aus Panama Domains registriert hatte, die Regierungsbezirke von Bayern bezeichnen (z.B. regierung-oberfranken.de).

Das Urteil kann man nun aus zwei Blickwinkeln sehen: Gut ist sicherlich, dass Cybersquatter nicht mehr allemöglichen Domains belegen können. Gleichzeitig könnte es Probleme geben, etwa wenn der Name der Stadt in einer Domain enthalten ist (z.B. berlin-blog.de) und die Stadt in solchen Fällen wegen Verwechslungsgefahr aktiv wird. Interessant dürfte auch sein, inwieweit sich Unternehmen auf das Urteil berufen können, um z.B. Protest-Seiten über das Unternehmen zu unterbinden.

Was aus der Pressemitteilung des BGHs nicht hervorgeht ist die Frage, ob die Registrierungsaufhebung erst nach Kontaktversuchen an den Admin-C erfolgen kann oder schon vorher. Die Pressemitteilung liest sich ohne diese Einschränkung, wobei es jedoch wichtig wäre, wenn der Admin-C vor der Domain-Löschung angehört werden würde, um eine Löschung zu verhindern oder einen Kompromiss zu finden. Hier müssen wir wohl auf den Volltext des Urteils warten.

Übrigens: stadtberlin.de steht zum Verkauf, diese Regelung scheint also wohl nicht überall ernsthaft genutzt zu werden.

Werbeanrufe: Häkchen bei Gewinnspielen reicht nicht

Yes, der Bundesgerichtshof hat mal wieder ein tolles Urteil im Sinne der Verbraucher gesprochen. Es geht mal wieder um lästige Telefonanrufe, „Cold Calls“. Oftmals stimmt man denen unbewusst sogar in Teilnehmerbedingungen von Gewinnspielen zu. Dann berufen sich die Werbe-Callcenter immer darauf, das man zugestimmt hätte.

Und genau das ist laut dem BGH unzureichend. In dem Fall gab es ein Gewinnspiel, bei dem man nicht nur die Telefonnummer (und vermutlich auch Adresse) angeben musste, sondern auch die E-Mail-Adresse. Über die E-Mail-Adresse wurde man dann erneut gefragt, ob man Telefonanrufe haben möchte. Dort hatte der Kläger wohl draufgeklickt.

Eigentlich ein normales, wasserdichtes „Double-Opt-In“-Verfahren? Nicht ganz, befanden die BGH-Richter: Der Auftraggeber der Werbeanrufe müsse sicher stellen, dass der Anschlussinhaber wirklich mit den Werbeanrufen einverstanden ist. Schließlich könnte man „versehentlich oder vorsätzlich“ auch eine fremde Telefonnummer angeben, die mit dem Inhaber der E-Mail-Adresse nicht identisch ist.

Für Verbraucher bedeutet dieses Urteil also: Auch wenn man bei Gewinnspielen sein Einverständnis für Telefonwerbung gibt, so hat man dank dem BGH-Urteil immernoch eine rechtliche Handhabe gegen die nervigen Callcenter-Anrufe, denn in den meisten Fällen gibt kein „Double-Opt-In“ und ich könnte ja auch einfach die Telefonnummer meines Nachbarn angeben.

Schönes Urteil, was man dann auch beim Abwimmeln der Telefonwerbung nutzen kann.

Zum Abschluss noch ein Pro-Tipp: Falls ihr mal bei Gewinnspielen mitmacht und ahnt, dass da sowas kommen kann, benutzt doch einfach Franks Nummer. ;-)

(Bundesgerichtshof, Urteil vom 10. Februar 2011 – I ZR 164/09 – Telefonaktion II. Das Urteil ist noch nicht online veröffentlicht.)