De-Mail made in USA [UPDATE 2]

Die Bundesregierung beauftragt hin und wieder das IT-Unternehmen Computer Science Corporation (CSC) (Cache 1, Cache 2). CSC arbeitet auch für die CIA, das FBI und die NSA. Und was kriegen die Geheimdienste so?

Für die NSA programmierte die Firma unter anderem die Software „Trailblazer“, mit der der Geheimdienst Mobiltelefone und E-Mails ausspionieren und die gesammelten Daten auswerten konnte.

Hui. Und die deutsche Bundesregierung, was kriegt die so von CSC?
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Anti-Staatstrojaner-Tool

Bwahahahaha, es gibt ein Anti-Staatstrojaner-Tool. Ursprünglich von ArchiCrypt gecoded hat sich Steganos das geschnappt und verbreitet es jetzt, zum Beispiel über CHIP (vorsicht, CHIP-Link) und ComputerBILD (vorsicht, ComputerBILD-Link).

Das ist natürlich ein Bullshit-Tool, die c’t hat das gut erklärt: Es reicht schon ein einziges Zeichen in der Trojaner-Datei zu ändern und schon scheitern die Antivirus-Hersteller. Falls ihr Steganos-Produkte nutzt, solltet ihr euch jetzt mal schnell nach Alternativen umsehen, es ist ein Unding dass die mit dem Anti-Staatstrojaner-Tool den Nutzern eine falsche Sicherheit vortäuschen.

Unter Informatikern wird „Hast du schon das Anti-Staatstrojaner-Tool?“ jetzt sicherlich zum Running-Gag. Könnte man auch als T-Shirt-Motiv für den 28C3 entwerfen… :-)

Facepalm bei Uhl

Hans-Peter Uhl hat ja im Bundestag gesagt, dass er froh ist, dass Deutschland nicht vom Chaos Computer Club und der Piratenpartei regiert wird. (Das war übrigens auch die Sache, wo hinterher nachgebessert wurde.) Scheinbar hat das selbst einige Leute im Plenarsaal zum facepalmen gebracht, wie dieser Screenshot zeigt. :-)

(Screenshot: BundestagsTV, via Facebook)

DigiTask mahnt zurück ab

Popcorn! DigiTask wurde ja abgemahnt, jetzt mahnt DigiTask zurück ab. DigiTask sagt, dass Wavecon die Abmahnung nicht hätte online stellen dürfen und jetzt soll Wavecon eine Unterlassungserklärung unterschreiben, dass sie keine Dokumente mehr darüber veröffentlichen werden. Ich behaupte ja mal, dass das öffentliche Interesse in diesem Fall klar überwiegt, aber ob das ein Gericht ähnlich sehen wird, ist ja immer so die Frage.

BND-Trojaner kann noch mehr

Sieh an, der Abteilungsleiter des Bundesnachrichtendienstes (BND) im Bundeskanzleramt, Günter Heiß, meldet sich zu Wort und plaudert über BND-Trojaner:

Dieser hatte der Zeitung gesagt, die Staatstrojaner seien „multifunktionale Rohlinge“, die weit mehr Fähigkeiten hätten als rechtlich zugelassen. Der BND greife offenbar auf mehrere Hersteller zurück. „Der BND macht mehr eigenständig und unabhängig als andere“, heißt es laut Stuttgarter Nachrichten aus Sicherheitskreisen. Zudem werden Bundesbehörden nicht selten um Amtshilfe gebeten, so dass Staatstrojaner mit illegalen Funktionen möglicherweise auch weiterverliehen werden.

Na, jetzt wird es ja richtig spannend. Und immer dann, wenn es spannend ist, kommt die Werbung das Dementi:

Heiß, der von 2006 bis 2009 Verfassungsschutzpräsident von Niedersachsen war, will aber lediglich verschiedene theoretische, abstrakte Möglichkeiten aufgezeigt haben. Dass diese auch in der Praxis umgesetzt worden seien, habe er nicht behauptet, berichtet die Zeitung.

Nein, natürlich nicht! Die Behörden würden NIE, ich betone NIE!!einself11!, auf die Idee kommen, ihr Spielzeug auch zu benutzen. Die stellen sich die Trojaner auf Festplatten und USB-Sticks schön in einem Schaukasten im Foyer auf, damit sie immer sagen können „Guck mal, das sind die Dinger, die wir nicht benutzen dürfen“.