Komparsen zum Welttag des geistigen Eigentums

Schaut mal diesen Aufruf an der Humboldt-Universität in Berlin an:

€ 100,- passen gerade ganz gut?
Im Auftrag eines Kunden suchen wir Studentische Hilfskräfte als Komparsen für einen Fototermin.

Anlass ist der „Tag des geistigen Eigentums“ / 26.04.

Der Einsatz dauert ca. 2 Stunden
Die Entschädigung beträgt €100,-

In der Kunden-Referenz der Werbeagentur spreeproduktion ist der Bundesverband der Deutschen Idustrie (BDI) e. V., der an dem Tag auch eine Veranstaltung macht.

Ich gebe mal zwei Tipps ab: Entweder werden die Komparsen als Künstler dargestellt oder als Leute, die unbedingt das bisherige Urheberrecht behalten wollen. Wir werden sehen.

(via metronaut)

Brüderle-Patzer: Industrielobby-Chef muss gehen

Das war irgendwie vorauszusehen: Statt Rainer Brüderle, der offen zugegeben hat dass das Moratorium der Laufzeitverlängerung nur wegen den Landtagswahlen war, geht jetzt der Chef der Industrielobby. Grund:

„Für die Folgen einer Indiskretion, an der ich persönlich nicht beteiligt war, übernehme ich die politische Verantwortung“, heißt es in dem Schreiben an die BDI-Mitglieder, das SPIEGEL ONLINE vorliegt.

Ja, er geht, weil das Protokoll an die Öffentlichkeit geriet. Wo kämen wir da auch hin, wenn Protokolle ohne Beschönigung an die Öffentlichkeit geraten und somit jeder weiß, wie die Industrielobby tickt und wie sie mit der Politik verzweigt ist?!

Was ich hier als Ironie meine, ist im BDI gerade allgemeiner Konsens:

Mitglieder des BDI gehen mit dem Lobbyverband nun hart ins Gericht. Allerdings nicht wegen der Lüge, sondern wegen der Indiskretion, durch die das brisante Protokoll öffentlich wurde. „Der Vorfall zeigt, dass selbst im Präsidium des BDI nichts mehr geheim bleibt“, ist aus einem Unternehmen zu hören.

Ex-BDI-Präsident Hans-Olaf Henkel spricht von einem Tabubruch. „Zu meiner Zeit hat es so etwas nicht gegeben“, sagt der Manager, der den Industrieverband von 1995 bis 2000 führte, SPIEGEL ONLINE.

Da sieht man mal, wie verlogen und eklig Lobbyverbände sein können. Und es zeigt, dass wir viel dagegen tun müssen, dass die sich weiterhin problemlos in die Politik einmischen können.