Was macht eigentlich Helmut Metzner?

Ihr wisst schon, Helmut Metzner, ehemaliger Büroleiter von Guido Westerwelle bei der FDP, der Informationen zu den Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl 2009 an die US-Botschaft weitergab. Das Vorermittlungsverfahren gegen ihn wurde Anfang Februar eingestellt. Also, was macht der denn jetzt so?

Nun, er macht das, was er am Besten kann: Er hat sich selbstständig gemacht und ist nun als Lobby-Berater oder wie er es nennt “Berater für politische Kommunikation” tätig.

Natürlich ist er auch weiterhin in der FDP: Als stellvertretender Bezirksvorsitzender der FDP Charlottenburg-Wilmerdsdorf in Berlin.

Alle WikiLeaks-Depeschen in Norwegen?

Eine norwegische Zeitung soll alle 250.000 US-Depeschen haben. Die Zeitung will nicht sagen, wie sie Zugriff darauf gekriegt hat (weil nichtmal die beteiligten Medien wie SPIEGEL, Guardian und Co. noch nicht Zugriff auf alle Depeschen haben sollen), WikiLeaks äußert sich dazu ebenfalls nicht – weder eine Bestätigung, noch ein Dementi.

Aftenposten news editor Ole Erik Almlid told Dagens Naerings: “We’re free to do what we want with these documents … We’re free to publish the documents or not publish the documents, we can publish on the internet or on paper. We are handling these documents just like all other journalistic material to which we have gained access.”

Wollen die alle 250.000 Depeschen in ihrer Zeitung abdrucken? Na dann viel Spaß. m(

Die sind mit 20 Journalisten dran das durchzugucken (zum Vergleich, SPIEGEL hatte 50 und brauchte einen Monat) und die Storys sollen in Norwegisch erscheinen. Immerhin dürften bei so großen Medien wie dem Guardian sicher genug Übersetzer da sein, um uns das in Englisch zu präsentieren – falls der Guardian durch den Zeitvorsprung nicht ohnehin schon bald komplett durch ist.

CIA WTF

HAHA, suuuuuuuuuper: Die CIA hat mittlerweile eigene Ermittlergruppe gegründet, welche die WikiLeaks-Veröffentlichungen durchgucken soll, ob da Sachen drin sind, die aktuelle Einsätze gefährden. Das ganze nennen sie “WikiLeaks Task Force”, intern abgekürzt als WTF. Einfach herrlich! :-D

Apple schmeißt WikiLeaks raus [UPDATE]

YES, liebe Apple-Fanboys, offizieller geht es wohl nicht, dass Apple nicht nur nackte Brüste sondern auch eure Meinungsfreiheit zensiert: Die haben die WikiLeaks-App nach drei Tagen gelöscht. In der 1,99$ teuren App wurden lediglich die Inhalte angezeigt, die man auch auf der WikiLeaks-Seite sieht.

Ob die auch schon alle WikiLeaks-Mirrorseiten gesperrt haben?

UPDATE: Laut Heise soll es daran liegen, dass der Entwickler die Hälfte der 1,99$ an WikiLeaks spenden wollte.

Der Grund dürfte aber ein ganz einfacher sein: Apples Regeln für den App Store (PDF-Datei) besagen unter Punkt 21 (“Charities and contributions”), dass Spenden-Apps selbst kostenfrei sein müssen. Spenden dürfen nicht über die Download-Gebühr eingesammelt werden, die Abwicklung muss über SMS oder Webseiten erfolgen.

Das mag zwar sein, aber dann hätte Apple immernoch dem Entwickler eine Nachricht zukommen lassen und ihm eine Frist setzen können, bis dahin er seine App auf kostenfrei umzustellen hat, erst dann hätten sie die App löschen können. Zumal gibt Apple dem Entwickler ja nichtmal auf Nachfrage eine Antwort.

Neues zu den Vorwürfen gegen Assange

Der Guardian hatte “unautorisierten Zugang” zu den Verhörprotokollen bei den Anschuldigungen gegen WikiLeaks-Gründer Julian Assange und berichtet darüber. Da hat sich also irgendjemand schmieren lassen und dem Guardian die Protokolle zugesteckt. Bei N-TV gibt es das auch auf deutsch. Die Zusammenfassung: Den Polizeiberichten zufolge soll Assange einmal sexuelle Nötigung und einmal Vergewaltigung bei den beiden Frauen begangen haben, also das, was eh schon bekannt war. Die SMS-Nachrichten soll es nicht gegeben haben – jedoch beachte man, dass es hier nur um die Verhörprotokolle geht. Wenn es die SMS-Nachrichten, in denen die beiden Frauen abgesprochen haben sollen dass sie das vor der Presse behaupten um Geld zu kriegen, geben sollte, so würden die sich wohl kaum selbst belasten (was wohl niemand machen würde).

Einen wahren Knüller gibt es von Fox News, bei denen ging eine Morddrohung gegen Assange direkt über den Sender:

In der Sendung “Follow the money” sprach sich Beckel offen für die Beseitigung Assanges aus. “Wem schadet das: den amerikanischen Bürgern. Die Art und Weise, wie man mit dieser Situation umgehen sollte, ist simpel: Wir haben Spezialeinsatzkräfte – ein toter Mann kann keine Sachen veröffentlichen. Dieser Typ ist ein Verräter, ein Verräter, hat jedes Gesetz der USA gebrochen. Der Typ sollte… – und ich bin nicht für die Todesstrafe – ..so ich würde den Hurensohn (illegal) erschießen.” Zuspruch erhielt Beckel von Analyst Bo Dietl und Kolummnist Joel Mowbray. “Dieser Typ muss weg”, so Dietl.

Die haben immernoch nicht kapiert, dass Assange nur ein Teil von WikiLeaks ist. Auch derzeit kann Assange nicht für WikiLeaks arbeiten (Knast, Hausarrest etc.) und dennoch werden weiter Cables veröffentlicht, weil weitaus mehr Leute als nur Assange hinter der Plattform stehen. Immerhin scheint somit der Blitzableiter-Effekt mit Assange zu funktionieren. Den TV-Ausschnitt gibt es auch auf YouTube.