Netzpolitische Arbeitsteilung

In Logbuch:Netzpolitik 64 hat Martin Delius von der Piratenfraktion Berlin einen sehr sinnvollen Vorschlag gemacht. Es geht darum, dass die ganzen Netzpolitik-Vereine und Parteien mehr gegeneinander arbeiten anstatt zusammen zu kämpfen. Sein Vorschlag bei 35:00 Min.:

Wieso macht man dann nicht … wieso kriegt mans dann nicht hin, ne Arbeitsteilung zu machen? Die DigiGes kümmert sich ums politsche, der CCC kümmert sich ums technische, die digitalcourage macht den Aktivismus und malt die Transparente und wegen mir, Piratenpartei, Grüne, Linke, SPD, FDP, wen auch immer man kriegt, macht halt kleine Anfragen, holt die Daten aus den Parlamenten raus die man sonst nicht kriegt. Das wäre doch eine sinnvolle Herangehensweise.

Das fände ich auch. Bei den ganzen Grabenkämpfen wird das wohl leider ein Traum bleiben. Aber vielleicht ist das Drosselkom-Bündnis ja ein Anfang?

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SPIEGEL: Steinbrück beklagt sich über geringes Kanzler-Gehalt
Bwahahahaha! An der Stelle sei mal auf die ARD-Doku “Rot-Grün macht Kasse” verwiesen, in der wunderbar dargelegt wird, wie sich die Wirtschaft bei den Politikern – auch Bundeskanzlern – hinterher bedankt.

heise.de: Bundeskartellamt verhängt Geldbußen gegen ProSiebenSat1 und RTL

Nach Feststellungen des Kartellamts haben sich die beiden Sendergruppen in den Jahren 2005 und 2006 darüber abgesprochen, ihre digitalen Free-TV-Programme in SD-Qualität künftig nur noch verschlüsselt auszustrahlen und dafür ein zusätzliches Entgelt zu verlangen.

Jetzt müssen sie zusammen rund 55 Millionen Euro Bußgeld zahlen und ihre “wesentlichen” digitalen FreeTV-Programme in SD-Qualität ab 2013 mindestens 10 Jahre unverschlüsselt und entgeltfrei anbieten.
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29C3 im Dezember in Hamburg

Der Call for Papers zum nächsten Chaos Communication Congress ist gestartet. Dabei gibt es eine große Änderung: Nachdem das Berliner Congress Center (bcc) in Berlin in den letzten Jahren immer aus allen Nähten geplatzt ist, findet die Hacker-Konferenz dieses Jahr in Hamburg statt, laut Tim Pritlove im Congress Center Hamburg (CCH). Der Termin ist wie üblich vom 27.-30. Dezember.

Damit hat sich der Congress also endlich für das Wachstum entschieden, so wie auch die re:publica. Die Station, in der die re:publica 2012 stattfand, wäre laut Markus Beckedahl wegen dem Beheizen im Winter jedoch zu teuer für den Congress gewesen.

Jetzt wird es spannend, ob es auch einen Bugfix für den Ticketverkauf gibt. In den letzten Jahren war die Seite zum Online-Verkauf stark überlastet – nichtzuletzt durch diverse Scripte, die im Netz verteilt wurden, um manuellen Käufern die Tickets wegzuschnappen. Trotz größerem Kartenkontigent dürfte das auch jetzt wieder zum Problem werden, es sei denn, die Congress-Orga hat sich was besseres überlegt.

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CCC.de: Chaos Computer Club e. V. distanziert sich vom Hamburger Verein „Attraktor e. V.“
Gegen ein Vorstandsmitglied des Attraktor e.V., in dessen Räumen der CCC Hamburg untergebracht ist, laufen Ermittlungen wegen des Verdachts der Volksverhetzung. Dieses Vorstandsmitglied ist zwar 2008 aus der rechten Szene ausgestiegen, soll aber weiterhin für rechtsradikale Internetseiten verantwortlich sein.

Das Büro des CCC wird nicht mehr im „Attraktor“ betrieben, eine weitere gemeinsame Nutzung der Räume wird beendet.

Ein guter Schritt, den ich begrüße. (Hier die Gegendarstellung von Attraktor.)

taz.de: AUS ANGST VOR FACEBOOK-PARTY: Bürgermeister macht Dorf dicht
Die Facebook-Partys gehen schon soweit, dass kleine Städte (hier: Saaße in Niedersachsen, 135 Einwohner) aus Angst die komplette Stadt abriegeln.

SPIEGEL: Kritik an EU-Berater Guttenberg
Lange nichts mehr von unserem Copy- und Tortenpolitiker gehört. Nicht nur wir, sondern auch die Politiker und “Netzaktivisten” im EU-Parlament. Das beste Statement kommt von Stephan Urbach:

“Ich hatte mir von ihm nichts erwartet, deshalb bin ich auch nicht enttäuscht. Haken wir es ab.”

Abgehakt.

Quora.com: AOL History: How much did it cost AOL to distribute all those CDs back in the 1990′s?
Wer sich schonmal fragte, woher denn die vielen AOL-CDs damals kamen, dem hat der damalige Produktmanager schon 2010 eine Antwort bei Quora gegeben, was jetzt über Twitter flog:

When we launched AOL 4.0 in 1998, AOL used ALL of the world-wide CD production for several weeks. Think of that. Not a single music CD or Microsoft CD was produced during those weeks.

Wow, das nenne ich Marketing. Genervt haben die CDs trotzdem.

Best of 28C3 – Teil 1

Der 28C3 ist vorbei. Ich war ja nicht da, also werde ich mir jetzt einen Haufen Vorträge die nächsten Wochen reinziehen (aber nicht alle). Die Videos gibt es auf dem CCC-FTP oder beim FEM als Downloads & Torrents, ich schreibe hier mal was zu den bisher geguckten Videos. Zweiter Best-of-Teil folgt dann später. :-)

4675 – “Die Koalition setzt sich aber aktiv und ernsthaft dafür ein”
Martin Haase hat sich mal wieder die Reden von Politikern angeguckt, diesmal geht es nicht um Neusprech sondern um die Nebelkerzen von Politikern. Einfach mal wieder super gemacht und sehr spaßig.

4738 – Echtes Netz
Markus Beckedahl und Falk Lücke stellen die Kampagne “Echtes Netz” vor, die von der Digitalen Gesellschaft e.V. im nächsten Jahr gestartet wird.

4740 – Frag den Staat
Vorstellung der Seite fragdenstaat.de, über die man Informationsfreiheit-Anfragen an Behörden stellen kann. Wirklich ein sehr nützliches Projekt, vorallem bei den Beispielen wie die Behörden teilweise ablehnen reagieren und Frag den Staat dann dort hinterherhakt. Außerdem wollen die Jungs die Berichte des Wissenschaftlichen Dienstes befreien, super!

4799 – Can trains be hacked?
Können Eisenbahnen gehacked werden? Darum geht es in diesem Talk, der veranschaulicht, welche Technik die Deutsche Bahn nutzt. Überwiegend geht es aber um die generelle Infrastruktur in Sachen Eisenbahn-Technik, aber natürlich werden Sicherheitsprobleme angesprochen – auch was die Zukunft betrifft. Sehr interessant.

4804 – Politik hacken
Mehrere Beispiele, wie man die Politik hacken kann: Falschinformationen streuen, Fake-Twitter-Accounts und so weiter. Hat der Linus gut gemacht. ;-)

4866 – Fnord Jahresrückblick
Wie in jedem Jahr blicken Fefe und Frank auf ein ereignisvolles Jahr zurück, diesmal gibt es am Anfang ein cooles Intro aber auch ein paar Tonprobleme.

4869 – TRESOR
Festplatten-Verschlüsselung ist gut, sagt man. Stimmt aber nicht ganz, denn auch bei TrueCrypt und Co. gibt es Angriffsszenarien: Wenn der Verschlüsslungs-Key nämlich im RAM gespeichert wird, kann dieser unter bestimmten Vorraussetzungen ausgelesen werden. TRESOR ist nun eine Verschlüsselungsmethode, mit der der Key im CPU gespeichert wird und somit nicht mehr angegriffen kann. Sehr interessant sind auch die Zukunftsvisionen, die teilweise schon umgesetzt sind.

4876 – Sachsen dreht frei
Anne Roth zeigt, was bei #Handygate in Sachsen passiert ist. Sehr interessant, vorallem weil das Nicht-Verfolgen von Nazis in Saschsen scheinbar Methode hat, wie ein Kontraste-Interview mit einem Justiz-Pressesprecher in dem Vortrag zeigt. Schönster Satz dazu, dass die Busfahrer von Anti-Nazi-Demonstranten eine Menge über ihre Fahrgäste mit einem Fragebogen der Landesregierung Sachsen ausplaudern sollten: “Das finden auch einige seit der Wende eher ungewöhnlich.” :-)

4908 – Jahresrückblick
Wie jedes Jahr der Rückblick, was der CCC gemacht hat. Teilweise lustig und durchaus interessant, nochmal die Aktivitäten aber auch Fails Revue passieren zu lassen. Die zentrale Message lautet: Mehr Dezentralisierung, das gilt nicht nur für die Jabber-Server sondern auch für neue Erfas. Auch Spenden an den CCC sind bei den Erfas besser aufgehoben.