#rp12-Nachlese (Teil 1)

Die re:publica 2012-Vorträge sind online und ich will zu einigen ein bisschen was notieren:

„Rockstars und Mimosen – wie die deutsche Blogosphäre veramerikanisiert wird“
Sascha Pallenberg ruft dazu auf, sich mal mit den Medien zu verbünden. Keine schlechte Idee, das Problem dürfte aber eher sein, dass die Medien wenig Interesse daran haben. Gerade die Anstrengungen beim Leistungsschutzrecht zeigen, dass die Medien die Blogger nicht gerade als Freunde haben wollen, sondern am Besten als zahlende Zweitverwerter oder sowas in die Richtung. Ansonsten das übliche Profi-Blogger-werden-Gequatsche.

„Spielregeln für das Netz – sicher publizieren in Blogs, Foren und sozialen Netzwerken“
Udo Vetter gibt ein Update seines #rp10-Vortrages. Anhand von aktuellen Beispielen zeigt er, wie sehr man im Internet aufpassen muss. Leider ist am Ende keine Zeit mehr für Fragen gewesen, beim nächsten Mal muss die re:publica Udo Vetter mal 1,5 Stunden Zeit einräumen.

„Self-Publishing“
Ein Talk der keiner ist: Die Personen stellen sich vor, was soviel Zeit geraubt hat, dass kaum noch Diskussionszeit war. Eigentlich schade, denn daraus ergeben sich keinerlei neue Erkenntnisse, auch wenn die unterschiedlichen Personen durchaus interessant sind.
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Gruppe42: Die uralte Piraten-Debatte *UPDATE 3*

Die Piraten könnten jetzt mal mit einem tollen Bundespräsidenten-Vorschlag um die Ecke kommen und den großen Troll-Coup landen. Gewählt wird deren Vorschlag ohnehin nicht, also ist Trollen da gerade DIE Möglichkeit überhaupt, um mal ein Statement zu setzen.

Aber nein, stattdessen wird die alte Kernis vs. Vollis-Debatte wieder hochgeholt, indem die Kernis (also diejenigen in der Piratenpartei, die das Parteiprogramm auf wenige Kernpunkte belassen wollen) jetzt die „Gruppe42“ gegründet haben. Jetzt geht diese parteiinterne Debatte also wieder los. Ich werde bei der Zerfleischung mit reichlich Popcorn zusehen, wenn Fundamentalisten auf Fundamentalisten treffen kann das ja nur witzig werden.

Einzig schade ist, dass man einen solchen Kindergarten schlecht wählen kann. Derzeit sind ja glücklicher Weise keine Wahlen, aber da ich bei anderen Parteien sehr nachtragend bin, frage ich mich schon, wann das Fass bei den Piraten (auf Bundesebene, lokal gibt es hier keine) voll ist. Viel fehlt da jedenfalls nicht mehr.

In dem Zusammenhang empfehle ich mal, sich die Ortsgespräche mit Christopher Lauer anzuhören, die der Holgi gemacht hat und noch machen wird. Da kann man hören, wie der Alltag im Berliner Abgeordnetenhaus ist und wie wichtig es ist, dass die Piraten nicht bei wenigen Themen bleiben. Aktuell beschäftigen die sich nämlich totel unpiratig mit dem Berliner Haushalt, was ja auch kein unwichtiges Thema ist.

UPDATE: Hihi, was für eine schöne Realsatire: Gestern wurde Gruppe42 mit einem Artikel bei der Welt angekündigt. Jetzt entschuldigt sich Andi Popp, dass die Springer-Presse ja gar nicht wohlwollend zu ihnen war. Klar, die Springer-Presse ist ja bekannt dafür, dass sie nicht skandalisiert und nur seriöse Berichterstattung macht. :-)

UPDATE 2: Yeah, es gibt ein What-I-Really-Do-Meme zur Gruppe42. :D

UPDATE 3: Transparenz, my ass: Gruppe42 hat ihren Twitter-Account „aufgeräumt“, sprich, alte Tweets gelöscht. Da waren Tweets aus Dezember und Januar, wo sie so wirre Sachen wie „@xy wird zum [hier irgendeine Rollenspiel-Bezeichnung einsetzen] erklärt“ geschrieben haben. Leider habe ich keinen Screenshot gemacht und Google hat auch nichts mehr im Cache.

Christopher Lauer zum Bundestrojaner [UPDATE]

Ich möchte mal einen klaren Lesebefehl geben: Christopher Lauer von der Piratenpartei hat einen Rant über die Bundestrojaner-Geschichte geschrieben. Einfach großartig, ich kann das nur unterschreiben. Es ist unfassbar, was da gerade ans Tageslicht kommt und noch unfassbarer, wie die Politiker verfassungswidriges Verhalten (die des Staatstrojaners) verteidigen.

Und ich prophezeie euch: Am Ende werden alle Bundesländer zugeben, dass sie den Trojaner genutzt haben oder er zumindest in deren Schublade lag. Bei so vielen Bundesländern, die es bislang schon zugegeben haben, kann man gar nicht mehr an Einzelfälle glauben.

UPDATE: Auf 0zapftis.info sammelt jemand, welche Länder es schon zugegeben haben. Sieht ziemlich schwarz aus auf der Karte. :-)