In eigener Sache: Keine FAZ und SZ mehr

Ihr erinnert euch ja sicherlich an die Geschichte mit Commentarist. Nun hat der SPIEGEL einen weiteren Bericht darüber veröffentlicht: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) und die Sueddeutsche Zeitung (SZ) sind die beiden Verlage, die gegen das Start-up vorgehen. Dabei macht Commentarist nichts anderes, als was Google News auch macht.

Die Verlage sind aber der Meinung, das bereits wenige Wörter eine Genehmigung bedürfen. Das Zitatrecht gilt in den Augen von FAZ und SZ also nicht, die Verlage wollen sich über unsere bestehenden Gesetze hinwegsetzen.

Dagegen könnte man jetzt mit unglaublich viel zitieren gegenkämpfen. Aber es gibt etwas wirksames: Ab sofort gibt es hier aus Solidarität zu Commentarist weder Zitate noch Links auf FAZ und SZ. Warum das wirksamer ist? Weniger Page Impressions, weniger Verlinkungen, weniger Werbeeinahmen. Verlage, die immer noch nicht das Internet verstanden haben, sollte man nicht unterstützen – im Zweifelsfall gibt es ohnehin genug andere Medien, die das gleiche Thema ebenfalls bringen.

Wolfgang Wiese schreibt dazu passend:

Tschüss FAZ und SZ, ich werde euch wahrscheinlich nicht vermissen. Wahrscheinlich werde ich von eurer Geschäftsaufgabe allenfalls wieder in anderen Nachrichtenmedien lesen. Nachrichtenmedien, die im heute angekommen sind. Die nicht in veralteten Geschäftsmodellen behaftet blieben und euch mehr und mehr Leser und Abonnenten abnehmen werden. Zu recht.

In seinem Blogpost gibt es auch eine kurze Anleitung, wie man bei Google News die beiden Verlage rausfiltern kann (wenn man die Suche angemeldet benutzt). Auch das ist empfehlenswert.

Jetzt wäre es auch an der Zeit, dass sich die CCC-Leute eine neue Publikationsplattform suchen, denn die Texte von Constanze Kurz und Frank Rieger sind zwar toll, doch die Texte werden leider in der FAZ abgedruckt.

Der SPIEGEL ist aber auch keine Alternative: Im letzten Absatz ist zu lesen, dass sich neben FAZ und SZ auch der SPIEGEL für ein stärkes Leistungsschutzrecht einsetzt.

Ich halte es da wie Mario Sixtus:

Wisst ihr was, Verleger? Haut doch einfach ab, aus dem Web, wenn es euch hier nicht gefällt. Nehmt eure Texte mit und druckt sie auf Papier oder schickt sie meinetwegen per Fax weg. Denn: Euch hat niemand gerufen.

Lustiges Detail am Rande: Karl-Theodor zu Guttenberg soll bei seiner Doktorarbeit u.a. auch bei der FAZ abgeschrieben haben. Ob die FAZ schon ihre Anwälte gegen den Verteidigungsminister in Stellung gebracht haben oder wird der verschont?

Verlage gegen Start-up

Unfassbar: Die Verlage gehen schon gegen Start-ups vor, die Newsartikel aggregieren. Wohlbemerkt werden nicht die ganzen Artikel kopiert, sondern nur die Headline und ein paar Sätze als Teaser, es gibt natürlich einen Link auf die Originalartikel. Mein persönlicher Eindruck ist, dass das durch das Zitatrecht gedeckt sein dürfte.

Interessant ist, dass diese Verlage nicht Google News verklagen, die genau das gleiche machen. Doch SpOn weiß warum:

Wie es nun weitergeht, steht noch nicht fest. Zwar habe ein Anwalt den Machern der Seite durchaus Hoffnung auf Erfolg in einem Rechtsstreit gemacht. Doch ein womöglich langes, kostenintensives Verfahren kann sich die junge Firma mit ihren drei Mitarbeitern in Bukarest und Hamburg nach eigenen Angaben nicht leisten.

Wenn man rechtlich keine Handhabe hat, klappt Einschüchterung meistens immer. Eklig.