GuttenPlag in der Presse

Damit habe ich nicht gerechnet: Das Wiki über die Guttenberg-Plagiate ist jetzt doch in den Medien. Interessieren die sich plötzlich doch für Datenjournalismus? Wohl nur bedingt, denn es gab eine dpa-Meldung darüber.

Die Betreiber vom GuttenPlag-Wiki machen aber einen auf ganz anonym und bestreiten, dass der von dpa genannte Stefan Weber dahinter steckt. Wenn man sich dessen Wikipedia-Seite aber mal ansieht könnte das durchaus passen, der hat schon häufiger prominenteren Leuten auf die Finger in ihre Dissertationen geschaut.

Das Gagfeuerwerk um Guttenberg

Wisst ihr, was an der Guttenberg-Plagiat-Story gerade so genial ist? Wir können uns genüsslich zurücklehnen und Popcorn essen, während ein Lacher nach dem anderen kommt. Die Politiker haben jetzt nämlich das Bashen für sich entdeckt:

Für die Opposition sind die Schummelvorwürfe gegen Guttenberg eine Steilvorlage. Sie spricht bereits von „Guttengate“.

[…]

Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin verhöhnte den Minister als „Dr. Googleberg“ und forderte ihn auf, umgehend Stellung zu den Vorwürfen zu beziehen.

Supi, das wird direkt mal auf dem Politikerbashing-Spickzettel notiert. Günter Krings, Vize-Fraktionsvorsitzender von der CDU, scheint wohl ein großer „Schlag den Raab“-Fan zu sein:

Das sei lediglich „eine neue Episode in dem bekannten Spiel Schlag‘ den Guttenberg“.

Eigentlich könnte man da ja wirklich mal ein schönes Satirespiel drauß machen, worauf wartet die TITANIC? :-)

Seit gestern gibt es auch ein Crowdsourcing-Projekt zum Auflisten der Guttenberg-Plagiate. Super Sache, wenn auch von den Medien eher unbeachtet (Datenjournalismus interessiert die deutschen Medien halt nicht, wie immer). Seht euch auch mal die „Tastatur Modell KTzG“ an. :-)

Der nächste Lacher war ja dann wohl die Bundespressekonferenz:

(YouTube)

Dabei ist auch interessant zu sehen, wie der Seibert mittlerweile voll im System integriert ist und genauso Phrasen als Antwort an seine ehemaligen Kollegen gibt wie es der Verteidigungspressetyp macht. Der Seibert muss echt absolut keine Moral mehr haben.

Und ein weiterer Lacher kommt dann heute aus CDU- und FDP-Kreisen, die vermuten, dass Guttenberg trotz gegenteiliger Bekunden einen Ghostwriter hatte.

Das Gagfeuerwerk hört nicht auf und das Saubermann-Image von Guttenberg löst sich immer mehr in Luft auf. Und vielleicht merken die Leute ja jetzt mal, welche Kompetenzen da in der CDU/CSU arbeiten.

Ich fülle dann mal die Popcorn-Reserven auf, da brauchen wir vermutlich noch sehr viel.