FAZ veröffentlicht E-Mail-Texte

Erinnert ihr euch noch, wie damals FAZ und Co. die große Urheberrechts-Kampagne gefahren haben? Nun, sie selbst nehmen das mit dem Urheberrecht nicht ganz so genau:

Ein naives Vorgehen, was ja eigentlich nur bedeuten kann – die Einwilligung des Autors ist bei Veröffentlichungen in der „FAZ“ nicht notwendig. Hauptsache, genügend Redakteure haben eine Email erhalten. Dann landet der Text einfach direkt im Netz oder im Blatt, quasi als Raubdruck und unter Umgehung jeder Form des gesetzlich verankerten Urheberrechts.

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Grüner BILD-Schmutz

Anton Hofreiter hat seine Zweitwohnung in Berlin von 2005 bis vor kurzem nicht versteuert. Das hat er mittlerweile nachgeholt, aber die Geschichte hat einen sehr interessanten Aspekt (Cache, Hervorhebungen von mir):

Zuvor hatte die „Bild“ berichtet, dass Hofreiter seine Berliner Wohnung nicht beim Einwohnermeldeamt gemeldet und keine Zweitwohnungsteuer gezahlt habe. […] Hofreiter erklärte, erst vor einigen Tagen durch eine Anfrage der „Bild“ auf den Fehler aufmerksam geworden zu sein. […] Nach „Bild“-Informationen geht der Fall trotz der Nachzahlung an die Staatsanwaltschaft […] „Er hat seinen Fehler eingestanden, ihn bedauert und sofort korrigiert, als er davon erfuhr“, sagte Göring-Eckhart der „Bild am Sonntag“. […] „Höhere Steuern fordern und dann selbst keine zahlen, das ist die Doppelmoral der Grünen“, sagte sie [FDP-Generalsekretärin Nicola Beer] der „Welt am Sonntag“.

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100.000 Klicks pro Minute

Kurze Ansage von Google:

Alleine durch Google werden pro Minute (!) 100.000 Klicks auf Verlagsseiten weiter geleitet, die diese für sich nutzen können.

Lasst uns also beruhigt beim Zeitungssterben zuschauen: Google schmeißt die Verlage raus, die Besucherzahlen fallen drastisch und damit auch die Werbeeinnahmen, es folgen Massenentlassungen bei den Zeitungen und damit noch weniger Eigencontent als ohnehin schon, bis die Zeitungen – beziehungsweise Agenturaggregatoren, denn viel mehr ist davon ja nicht mehr übrig – ganz weg sind. Sehr schöne Zukunft.

Funfact in den Kommentaren dazu: Die Welt findet Google News so schlimm, dass sie mit dieser Meldung möglichst oft oben stehen möchte (kennen wir ja).

LSR-SEO [Update]

Die Verlage wollen mit dem Leistungsschutzrecht ja Geld von Google haben. Umso witziger ist es, dass sie auf der einen Seite Google bekämpfen, auf der anderen Seite aber der SPIEGEL seit neuestem auf SEO setzt und auch bei Axel Springer sucht man einen SEO-Typen (vorsicht, Link geht zu Springer).

(via @christanheise & @lorz)

UPDATE: Der „Journalist“ hat auch noch was zu Google-News-SEO der Verlage. Geschätzte 40-50% der Leser kommen von Google und Google News, außerdem hat Google News einen Bug: Wenn ein Artikel geupdatet wird, wird er als neuer Artikel nach oben geholt. Somit lohnt es sich also, einen Artikel öfters zu republishen.

Deswegen sieht man öfters bei Themen nur eine kurze Meldung und darunter ein „Mehr in Kürze hier bei XY“, damit die bei Google möglichst oben stehen und somit viele Klicks erhalten. Im Artikel werden aber auch Beispiele von Stern, Die Welt und Focus gezeigt, die allesamt ihre Artikel-Überschriften und -URLs nur leicht abändern, um nach oben zu gelangen.

Und diese Leute bekämpfen Google. Die schaufeln sich also online jetzt gerade ihr eigenes Grab, denn Google wird denen natürlich keinen Cent zahlen sondern eher aus dem Index schmeißen, so wie damals in Belgien.

Verlage bedienen sich am Urheberrecht

Dass die Hannoversche Allgemeine Zeitung eine Paywall hochziehen will, hatten wir schon. Jetzt kommt raus, dass die Autoren der Texte von diesem zusätzlichen Verdienst nichts verdienen sollen.

Sehr lustig ist auch, wie sich Axel Springer zum Affen macht. So hat Christoph Keese, Chef-Lobbyist von Axel Springer, im Interview mit Leistungsschutzrecht.info noch gesagt:

Es kann nicht im Interesse der Urheber sein, allen Verlagen Total-Buy-Out-Rechte einzuräumen.

Dem kann man nur zustimmen. Doch dann sollte Axel Springer da mal mit gutem Beispiel vorangehen, denn im ZAPP-Bericht sagt ein Architekturjournalist, dass er seine für DIE WELT geschrieben Texte nicht zweitverwerten darf. Ein klassisches Total-Buy-Out.

(via netzpolitik.org)