30C3: C3S, Remix, Neusprech

2 Takte später
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Danny Bruder und Meik Michalke von der C3S erzählen, was 2013 alles passiert ist und wie es demnächst mit der Alternative zur GEMA weitergehen wird. Das wird noch richtig interessant werden, habe ich das Gefühl. Dass einzige, was nervt, ist die lange Zeit, bis die C3S zugelassen werden kann. Aber da kann man ja nichts machen. :-(

Recht auf Remix
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In dem Vortrag geht es natürlich über die gleichnamige Kampagne der DigiGes. Leonhard Dobusch erzählt zunächst von der Geschichte der Remix-Kultur, zeigt Beispiele wie den IG-Metall-Wahlwerbespot auf und stellt schließlich die Kampagne vor. Sehr spannend ist, dass Moritz Jacobs gerade an einem Remix-Online-Museum arbeitet, dass zur re:publica 2014 online gehen soll.
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Netzpolitische Arbeitsteilung

In Logbuch:Netzpolitik 64 hat Martin Delius von der Piratenfraktion Berlin einen sehr sinnvollen Vorschlag gemacht. Es geht darum, dass die ganzen Netzpolitik-Vereine und Parteien mehr gegeneinander arbeiten anstatt zusammen zu kämpfen. Sein Vorschlag bei 35:00 Min.:

Wieso macht man dann nicht … wieso kriegt mans dann nicht hin, ne Arbeitsteilung zu machen? Die DigiGes kümmert sich ums politsche, der CCC kümmert sich ums technische, die digitalcourage macht den Aktivismus und malt die Transparente und wegen mir, Piratenpartei, Grüne, Linke, SPD, FDP, wen auch immer man kriegt, macht halt kleine Anfragen, holt die Daten aus den Parlamenten raus die man sonst nicht kriegt. Das wäre doch eine sinnvolle Herangehensweise.

Das fände ich auch. Bei den ganzen Grabenkämpfen wird das wohl leider ein Traum bleiben. Aber vielleicht ist das Drosselkom-Bündnis ja ein Anfang?

Best of 28C3 – Teil 1

Der 28C3 ist vorbei. Ich war ja nicht da, also werde ich mir jetzt einen Haufen Vorträge die nächsten Wochen reinziehen (aber nicht alle). Die Videos gibt es auf dem CCC-FTP oder beim FEM als Downloads & Torrents, ich schreibe hier mal was zu den bisher geguckten Videos. Zweiter Best-of-Teil folgt dann später. :-)

4675 – „Die Koalition setzt sich aber aktiv und ernsthaft dafür ein“
Martin Haase hat sich mal wieder die Reden von Politikern angeguckt, diesmal geht es nicht um Neusprech sondern um die Nebelkerzen von Politikern. Einfach mal wieder super gemacht und sehr spaßig.

4738 – Echtes Netz
Markus Beckedahl und Falk Lücke stellen die Kampagne „Echtes Netz“ vor, die von der Digitalen Gesellschaft e.V. im nächsten Jahr gestartet wird.

4740 – Frag den Staat
Vorstellung der Seite fragdenstaat.de, über die man Informationsfreiheit-Anfragen an Behörden stellen kann. Wirklich ein sehr nützliches Projekt, vorallem bei den Beispielen wie die Behörden teilweise ablehnen reagieren und Frag den Staat dann dort hinterherhakt. Außerdem wollen die Jungs die Berichte des Wissenschaftlichen Dienstes befreien, super!

4799 – Can trains be hacked?
Können Eisenbahnen gehacked werden? Darum geht es in diesem Talk, der veranschaulicht, welche Technik die Deutsche Bahn nutzt. Überwiegend geht es aber um die generelle Infrastruktur in Sachen Eisenbahn-Technik, aber natürlich werden Sicherheitsprobleme angesprochen – auch was die Zukunft betrifft. Sehr interessant.

4804 – Politik hacken
Mehrere Beispiele, wie man die Politik hacken kann: Falschinformationen streuen, Fake-Twitter-Accounts und so weiter. Hat der Linus gut gemacht. ;-)

4866 – Fnord Jahresrückblick
Wie in jedem Jahr blicken Fefe und Frank auf ein ereignisvolles Jahr zurück, diesmal gibt es am Anfang ein cooles Intro aber auch ein paar Tonprobleme.

4869 – TRESOR
Festplatten-Verschlüsselung ist gut, sagt man. Stimmt aber nicht ganz, denn auch bei TrueCrypt und Co. gibt es Angriffsszenarien: Wenn der Verschlüsslungs-Key nämlich im RAM gespeichert wird, kann dieser unter bestimmten Vorraussetzungen ausgelesen werden. TRESOR ist nun eine Verschlüsselungsmethode, mit der der Key im CPU gespeichert wird und somit nicht mehr angegriffen kann. Sehr interessant sind auch die Zukunftsvisionen, die teilweise schon umgesetzt sind.

4876 – Sachsen dreht frei
Anne Roth zeigt, was bei #Handygate in Sachsen passiert ist. Sehr interessant, vorallem weil das Nicht-Verfolgen von Nazis in Saschsen scheinbar Methode hat, wie ein Kontraste-Interview mit einem Justiz-Pressesprecher in dem Vortrag zeigt. Schönster Satz dazu, dass die Busfahrer von Anti-Nazi-Demonstranten eine Menge über ihre Fahrgäste mit einem Fragebogen der Landesregierung Sachsen ausplaudern sollten: „Das finden auch einige seit der Wende eher ungewöhnlich.“ :-)

4908 – Jahresrückblick
Wie jedes Jahr der Rückblick, was der CCC gemacht hat. Teilweise lustig und durchaus interessant, nochmal die Aktivitäten aber auch Fails Revue passieren zu lassen. Die zentrale Message lautet: Mehr Dezentralisierung, das gilt nicht nur für die Jabber-Server sondern auch für neue Erfas. Auch Spenden an den CCC sind bei den Erfas besser aufgehoben.

Diskussion über Wikipedia als Weltkulturerbe

Ich habe ja schon geschrieben, was ich von der Aktion halte, dass Wikipedia zum Weltkulturerbe werden will. In Berlin gab es eine Diskussion darüber, Philip Banse hat diese moderiert und einen Mitschnitt dazu online gestellt (Danke!).

Auch die „Digitalen Gesellschaft“ (DigiGes) war anwesend, vertreten durch Linus Neumann. Die DigiGes positioniert sich dahin, dass sie die Aktion unterstützt. Kritik am Löschwahn? Nö. Kritik an Relevanzhürden? Nö. Das ist mir vollkommen unverständlich, denn eigentlich gab es im Netz auch eine große Diskussion darüber und wenn die DigiGes wirklich alle Internetnutzer vertreten will, dann sollte sie eben auch diese Kritiker vertreten. Macht sie aber nicht, zumindest nicht bei dieser Diskussion. Von den anderen Diskussionsteilnehmern kommt dahingehend auch keine Kritik.

Insgesamt ist die Diskussion leider recht nonsens. Der DRadio-Wissen-Chef findet, dass die Wikipedia erst in 100 oder 200 Jahren Weltkulturerbe werden sollte, preist gleichzeitig aber, wie toll die Wikipedia für den Journalismus genutzt werden kann (da wundert es dann auch nicht, dass es in den Medien auch öfters Falschinformationen gibt). Die Forscherin der BTU Cottbus findet, dass die Wikipedia in dem Dokumentenerbe weitaus besser aufgehoben wäre. Alle finden, dass es schwer wird die Wikipedia zum Weltkulturerbe werden zu lassen und alle sind aber der Ansicht, dass die Diskussion darüber das digitale Werke zum Weltkulturerbe werden weitaus wichtiger ist.

Man hat also nichts verpasst, wenn man sich den Mitschnitt nicht anhört. Schade eigentlich, man hätte wirklich mal darüber diskutieren können, denn schließlich gibt es bei der Wikipedia nicht nur Sonnenseiten.