Amazon-Doku: Heuchlerische Buchbranche und Konsum

Am Mittwoch, dem 13. Februar, hat die ARD eine Dokumentation über Amazon gezeigt. Darin zu sehen: Amazon beschäftigt zur Weihnachtssaison massig Ausländer als Leiharbeiter. Drei Monate lang arbeiten sie, ohne Kündigungssschutz und mit höherem Verdienst angelockt als es hinterher im Vertrag steht.

Die Leiharbeiter werden in Ferienbungalows untergebracht, in denen private Sicherheitsfirmen die Leiharbeiter wie auch die Zimmer kontrollieren und überwachen. Im Film wird eine Security-Firma mit Thor Steinar-Kleidung gezeigt.

Die Doku ist natürlich Wasser auf den Mühlen derer, die Amazon generell ablehnend gegenüberstehen. Allen voran die Buchbranche: Der Börsenverein des deutschen Buchhandels hat seit der Ausstrahlung satte eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs Artikel zum Thema veröffentlicht – einen am 14., die anderen fünf vorgestern am 15. Februar. Ein kleiner unbekannter Verlag kündigt bei Amazon, „DAS SYNDIKAT“ (wir erinnern uns, das waren die verrückten Krimi-Autoren mit der Anonymous-Maske in der Urhebrrechtsdebatte letztes Jahr) schreiben einen offenen Brief, ansonsten werden Experten befragt.
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Doku: Gott hat hohe Nebenkosten

Tolle Dokumentation, die Fefe empfohlen hat: „Gott hat hohe Nebenkosten“. Die kirchlichen Einrichtungen (Kindergärten, Schulen, Altenheime etc.) von Caritas und Diakonie werden nämlich vom Steuerzahler bezahlt.

Und das ist spannend: Werden die Einrichtungen von den Kommunen betrieben, gibt es zu wenig Landes-Zuschüsse. Also geben die Kommunen die Einrichtungen an die Kirchen ab, für kirchliche Einrichtungen gibt es höhere Zuschüsse. Diese sind scheinbar so hoch, dass die Kommunen oftmals den 12%-Anteil, den die Kirche pro Einrichtung zahlen soll, ebenfalls übernimmt. Die Städte zahlen also am Ende 100% der kirchlichen Einrichtungen, wegen der Zuschüsse kommen sie damit aber scheinbar billiger weg als wenn sie die Einrichtungen selbst betreiben würden.
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Wegwerf-Produkte

Doku-Tipp: „Kaufen für die Müllhalde“ (YouTube), ein ca. 75 Minuten langer ARTE-Film von 2010 über die „geplante Obsoleszenz“. Hersteller bauen in Produkten nämlich eine vorgebene Lebensdauer ein, damit der Verkauf gesteigert wird. Egal ob Glühlampen (Phoebuskartell), Autos, Strumpfhosen, Drucker, iPod-Akkus: Alles ist auf eine vom Hersteller vorgegebene Lebensdauer beschränkt, der dadurch produzierte Schrott wird in die Dritte-Welt-Länder (getarnt als Gebrauchtwaren) verschifft.

Ein Anhaltspunkt, wie lange etwas hält, ist die Gewährleistung. Bei den üblichen 3-Jahre-Garantie-Produkten kann es also sein, dass diese nach 3,5 Jahren kaputt gehen, weil der Hersteller es möchte und nicht, weil das Produkt nicht auch noch länger halten könnte. Drucker kann man mit einem Reset austricksen, die iPod-Jünger haben es da mit Drittanbieter-Akkus schwieriger.

ARD-Doku: Bild.Macht.Politik

Die ARD hat eine Dokumentation über die BILD gemacht. Sie ist ziemlich harmlos ausgefallen, aber immerhin kommen Günter Wallraff und Lukas Heinser zu Wort. Sehr interessant ist die Sicht auf die BILD-Kampagnen bei Guttenberg und Wulff. Auch in der Doku wird festgestellt, dass die BILD bei der Politik nicht mehr kampagnenfähig ist.

Ein echtes Schmankerl kommt am Ende, so ab der 40. Minute, wo es um ein Busunglück in Belgien geht. Schaut euch das einfach selbst an, unglaublich dieser Diekmann.

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Doku: Die Paketsklaven

Nehmt euch mal 44 Minuten Zeit und guckt euch diese Doku an: Ein Journalist hat sich in guter alter Wallraf-Manier undercover bei einem Subunternehmen von DHL eingeschleust um mal zu gucken, wie da die Arbeitsbedingungen sind.

Die Subunternehmer bei DHL sind natürlich nur ein Beispiel, schließlich haben auch andere Logistikunternehmen Subunternehmer. Ziemlich viele sogar, wie Wolfgang Abel von ver.di Hamburg in der Doku an Zahlen zeigt:
Hermes, DPD, GLS = 100% Subunternehmer
– UPS = 30% Subunternehmer
– DHL = 10% Subunternehmer

Diejenigen, die direkt bei DHL bzw. UPS angestellt sind, haben weitaus bessere Arbeitsbedingungen und werden nach Tarifen bezahlt. Insofern ist DHL also noch der bessere Paketdienst unter allen, weil dort die wenigsten Subunternehmer arbeiten – bislang jedenfalls.

Wie die Bedingungen derjenigen ist, die bei der Deutschen Post direkt angestellt sind und bei DHL fahren, kann man sich in den Ferngesprächen IX bei WRINT anhören. Dort erzählt ein Anrufer am Anfang von seiner derzeitigen Ausbildung bei DHL.

Ich werde zukünftig auch weiterhin DHL bevorzugen. Und ich werde mal gucken, was auf der Jacke unseres DHL-Botes steht. Hoffentlich nicht das böse Wort „Servicepartner“.