DNS okay *UPDATE*

Haha, das BSI war ja schon immer eine Lachnummer. Aber das ist ja echt hart: Ihr habt ja sicherlich von dem DNS-Changer gehört und dass es jetzt eine Testseite dazu gibt. Die Telekom hat für die Testseite dns-ok.de gesichert, aber nicht dns-okay.de. Auf letzterem hat ein Radiosender jemand Einhörner platziert. :-)

Was im ersten Moment amüsant erscheint, ist eigentlich besorgniserregend: Das digitale Schlupfloch hätte man auch anders nutzen können, z.B. für Phishing oder zum Platzieren einer neuen Schadsoftware.

Passend dazu: Das BSI bzw. die Telekom hat auch nicht die Domains dnsok.de und dnsokay.de, diese beiden Domains sind von anderen Firmen registriert.

Die Testseite ist sowieso eine tolle Nummer. Warum wird die Seite beispielsweise von der Telekom betrieben und nicht vom BSI selbst? Die geben nur ihr Logo her. Sehr vertraunswürdig. Und überhaupt: Telekom, hahahaha!

Nur die BESTEN der BESTEN der BESTEN, Sir! m)

UPDATE: Haha, genial: Die Antwortseite besteht aus reinem HTML. Scheinbar gibt es eine Weiche auf dns-ok.de, die dann entweder auf 85.214.11.195 oder auf 85.214.11.194 weiterleitet. Wenn ihr eure Freunde in die Irre treiben wollt, schickt ihnen die letzte IP. :-)

Juhu? DENIC darf Domains löschen

Die DENIC darf Domains löschen „wenn die Rechtsverletzung offenkundig und für sie ohne weiteres feststellbar ist“, so der Bundesgerichtshof (BGH). Im dem Fall ging es darum, dass ein Unternehmen aus Panama Domains registriert hatte, die Regierungsbezirke von Bayern bezeichnen (z.B. regierung-oberfranken.de).

Das Urteil kann man nun aus zwei Blickwinkeln sehen: Gut ist sicherlich, dass Cybersquatter nicht mehr allemöglichen Domains belegen können. Gleichzeitig könnte es Probleme geben, etwa wenn der Name der Stadt in einer Domain enthalten ist (z.B. berlin-blog.de) und die Stadt in solchen Fällen wegen Verwechslungsgefahr aktiv wird. Interessant dürfte auch sein, inwieweit sich Unternehmen auf das Urteil berufen können, um z.B. Protest-Seiten über das Unternehmen zu unterbinden.

Was aus der Pressemitteilung des BGHs nicht hervorgeht ist die Frage, ob die Registrierungsaufhebung erst nach Kontaktversuchen an den Admin-C erfolgen kann oder schon vorher. Die Pressemitteilung liest sich ohne diese Einschränkung, wobei es jedoch wichtig wäre, wenn der Admin-C vor der Domain-Löschung angehört werden würde, um eine Löschung zu verhindern oder einen Kompromiss zu finden. Hier müssen wir wohl auf den Volltext des Urteils warten.

Übrigens: stadtberlin.de steht zum Verkauf, diese Regelung scheint also wohl nicht überall ernsthaft genutzt zu werden.

Bald .ss als Domain?

Es ist ja schön, dass der Süd-Sudan nun ein eigener Staat ist. Weil die natürlich auch ins Internet wollen, haben die sich jetzt auf die .ss-ccTLD beworben. Ob sie die kriegen, werden IANA und ICANN entscheiden.

Ich hoffe mal, dass da genug politischer Druck ausgeübt wird, damit dieses Fass nicht aufgemacht wird. Wie Dennis Morhardt passend twitterte:

Da freuen sich die Fans der waffen.ss :/

Das muss ja echt nicht sein, wobei es mit .kz für Kasachstan ja auch schon eine potentielle Nazi-Domain gibt. Mir würde spontan auch keine alternative Domain für den Süd-Sudan einfallen, aber trotzdem muss .ss nicht sein (google.ss, amazon.ss usw.).

Die .xxx-Domains kommen doch

Juhu, die ICANN hat die Einführung der .xxx-Domain beschlossen. Aber natürlich will man uns wieder den Spaß verderben, denn die Domains soll nicht jeder registrieren dürfen:

Im Unterschied zu herkömmlichen Domains werden .xxx-Domains nur der Sexindustrie („Online Adult Entertainment“) zugänglich sein. Ein entsprechendes Regelwerk soll dies sicherstellen. Das bezieht sich allerdings nicht nur auf Firmen. Auch Einzelpersonen können sich diese Domains sichern.

Ich schließe daraus, dass man irgendwie nachweisen muss, dass man in der Pornobranche „tätig“ ist. Das ist blöd für die ganzen Spaßvögel, aber vermutlich nicht zu ändern.

Vielleicht lockert der Registrar die Änderungen ja, falls die Domain in der Tat richtig floppt, weil die Pornoindustrie sie eigentlich gar nicht will. Derzeit sind „nur“ knapp 306.000 Domains vorregistriert. Zum Vergleich: Am 1. März waren über 14,2 Millionen .de-Domains registriert, die Anzahl der .com-Domains liegt bei über 90,7 Millionen.

Einführung neuer TLDs verschoben

Die ICANN hat (mal wieder) die Einführung der neuen Top-Level-Domains (TLD) verschoben. Der Grund: „ICANN beugt sich dem Druck der Regierungen“ (auch das mal wieder). Wir müssen also doch noch länger warten, bis wir endlich amazon.xxx und google.xxx benutzen können.

Ein passender Kommentar aus dem Heise-Forum dazu:

Was mach[t] ICANN das ganze Jahr eigentlich außer nichts zu entscheiden und Termine zu verschieben?

Das frage ich mich langsam auch, denn viel anders hört man von denen nicht.