Google sperrt Mail-Zugriff

Was zur Hölle?! Google hat auf Zuruf von Goldman Sachs eine E-Mail blockiert, die von einem Goldman Sachs-Mitarbeiter versehentlich an eine Gmail-Adresse geschickt wurde:

Google blockiert eine falsch adressierte E-Mail der US-Investmentbank mit hochvertraulichen Kundendaten. „Google ist unserer Bitte nachgekommen, den Zugang zu der Mail zu blockieren“, sagte Goldman-Sprecherin Andrea Raphael heute.

Das ist ein ziemlicher Tiefpunkt für Google. Zunächst hatte Google nämlich gesagt, sie könnten der Bitte ohne Gerichtsbeschluss nicht nachkommen – nun haben sie es doch einfach getan, ohne Gerichtsbeschluss.
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BSI warnt vor sich selbst

Ein schon längst überfälliger Schritt: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor sich selbst. Nachdem das BSI in den letzten Monaten wild E-Mails an Betroffene schickt, deren Daten abgefischt wurden, schicken jetzt auch Phisher angeblichen Warnungen mit gefälschtem BSI-Absender raus, um Daten zu kriegen.

Vielleicht merkt das BSI ja jetzt, wie dämlich undurchdacht ihre ganzen BSI-Warnungs-Aktionen sind. Spätestens jetzt glaubt niemand mehr irgendeiner E-Mail mit BSI-Absender, selbst wenn sie echt sein sollte. Einmal mit Profis!

E-Mails an Abgeordnete nützen nichts

Keine ACTA-Mails mehr:

Die EU-Abgeordneten haben Tausende E-Mails von Acta-Gegnern erhalten. Damit ist nun Schluss: Die Parlamentsverwaltung hat entschieden, alle Acta-Mails automatisch in die Spam-Ordner zu verschieben.

Aber das passiert auch in Deutschland. Erst kürzlich gab es heftige Kritk an der Diäten-Erhöhung der Landtagsabgeordneten von Nordrhein-Westfalen. Daraufhin haben sich auch dort Bürger per E-Mail beschwert. Und dann:

47.000 Bürger aus NRW haben an ihre Abgeordneten geschrieben, um sich über die geplante Diätenerhöhung zu beschweren. Nur: Die Mails sind nie bei den Parlamentariern angekommen – sie verendeten im Spam-Filter der Landtagsverwaltung.

Das zeigt mal wieder: E-Mails nützen nichts, man muss zu Brief und Telefon greifen. Bisher galt das auch schon, mit der Mahnung, dass die Politiker die Mails manuell in den Papierkorb legen. Nun muss man sogar davon ausgehen, dass zu bestimmten Themen direkt automatisch gefiltert wird.

Mich würde ja mal interessieren, wie die Politiker das sehen. Ich meine, was ist wenn die sich mit Experten, Sachverständigen, Parteikollegen per Mail austauschen wollen und diese Mails aber nicht ankommen, weil sie im Keyword-Raster-Spamfilter hängen bleiben? Kann man da überhaupt noch von einer freien Kommunikation sprechen, wenn neben Werbung auch politische Inhalte gefiltert werden? Ich jedenfalls nicht.

Das bringt mich zu einer Idee: Man könnte jetzt natürlich die Abgeordneten alle anschreiben und nach einer privaten Mail-Adresse fragen, durchaus auch mit dem Verweis, dass die beruflichen Mails ja gefiltert werden. Es wäre zumindest spannend, wie die Politiker dann damit umgehen. ;-)

E-Mail lesen als Dienstunfall

Die deutsche Justiz ist wirklich herrlich:

Die E-Mail eines Dienstvorgesetzten hat bei einem Beamten einer Landesbehörde „krankhafte Gedanken und Impulse“ ausgelöst. Diese Mail zeigte im Anhang freizügige Fotos von Frauen „in anstößiger Art und Weise“. Der Vorgesetzte hatte die Mail als eine Art “Kettenbrief” an seine Untergebenen geschickt.

[…]

Aufgrund dieser Störungen klagte der Beamte gegen das Land Nordrhein-Westfalen und bekam Zustimmung vom Verwaltungsgericht Düsseldorf (AZ: 23 K 5235/07). Die E-Mail des Vorgesetzten habe eine Erkrankung ausgelöst, die als Dienstunfall zu werten sei.

Für die Behandlungskosten und Spätfolgen hafte demnach der Staat.

WTF?!

Wegen einer E-Mail, die Erotikbilder beinhaltet, kriegt man direkt eine Erkrankung und kann sich die Behandlungskosten vom Vorgesetzten (bzw. in dem Fall vom Staat) zurückholen? Das ist ja super!

Also liebe Erotik-Spammer: Zieht euch warm an, wenn ihr mir freizügige Fotos von Frauen „in anstößiger Art und Weise“ zuschickt. Wer weiß, was für „krankhafte Gedanken und Impulse“ das dann bei mir auslöst und ihr dafür hinterher zahlen dürft! ;-)