Türkei plant AKW in Erdbebengebiet [UPDATE]

Dass Fukushima die Atommafia nicht zum Umdenken geleitet hat, ist ja klar. Aber was da in der Türkei gerade abgeht, ist an Dreistigkeit kaum noch zu überbieten:

Ausgerechnet am Treffpunkt von vier tektonischen Platten soll das erste türkische Kernkraftwerk gebaut werden.

Wer mit dem Begriff tektonische Platten nichts anfangen kann, sollte sich auf Wikipedia einlesen. Die tektonischen Platten unter der Erde bewegen sich ständig, das heißt diese Gebiete wo die aufeinander treffen sind extrem Erdbebengefährdet. Und da will die Türkei ein Atomkraftwerk hinbauen, UNSERE Atomkraftwerke sind ja SICHER!!11einself!

Immerhin durchschauen die Dorfbewohner an der Küste, wo das AKW gebaut werden soll, das billige Arbeitsplatz-Killerargument von der Politik:

Das Argument, das Kraftwerk werde bis zu 800 Arbeitsplätze in der Region schaffen, lässt dieser Dorfbewohner nicht gelten. „Für einfache Arbeiter wie uns gäbe es doch sowieso nichts zu tun. Hier sind Atom-Experten und Hochtechnologie gefordert. Wir würden nicht einmal die Rohre tragen dürfen. Das werden Baumaschinen tun“, sagt der pensionierte Lehrer Mehmet Ali Yilmaz.

Da werden einem die Türken doch gleich sympathischer. :-)

UPDATE:

Oh, wow. Was in der Türkei noch geplant wird, ist in Deutschland schon umgesetzt. Wir haben in Deutschland nämlich auch ein Erbebengebiet, das wird „Kölner Bucht“ genannt, obwohl wir gar keine tektonischen Platten hier haben. Am Rande dieses Gebietes liegt an der Grenze Frankreich/Deutschland das Kernkraftwerk Fessenheim. Dass die Erdbebengefahr aktiv ist, haben viele am 14. Februar 2011 gespürt, da war das letzte Erdbeben in der „Kölner Bucht“ mit einer Stärke von 4,2 bis 4,5. Das Kernkraftwerk ist laut französischem Betreiber für bis zu 6,5 Stärke standhaft, danach kann es theoretisch hochgehen. 1756 gab es ein Erdbeben mit 6,4 Stärke, 1992 eines mit 5,9 Stärke. Auch Forscher halten 6,4 Stärke für den Höchstwert in dem Gebiet.

Ich weiß nicht wie ihr das seht, aber ich finde den Puffer da enorm klein. Da wohl auf deutscher Seite die baden-württembergische Landesregierung dafür zuständig ist, können die Grünen ja mal dafür sorgen, dass das AKW schnellstmöglichst wegen Erdbebengefahr stillgelegt wird. Wir brauchen hier kein Fukushima.

Sieben deutsche Atomkraftwerke vorübergehend abgeschaltet

Die Bundesregierung hat beschlossen, dass die sieben ältesten Atomkraftwerke, die vor 1980 gebaut wurden, im Zeit des Monatoriums (drei Monate) abgeschaltet werden:

Die vorübergehende Abschaltung betrifft die AKW Neckarwestheim I, Philippsburg I (Baden-Württemberg), Biblis A und B (Hessen), Isar I (München), Unterweser (Niedersachsen) und das ohnehin stillstehende AKW Brunsbüttel (Schleswig-Holstein). Die deutschen Atommeiler lieferten zuletzt rund 23 Prozent des Stroms.

Das ist schonmal gut, aber mal abwarten was daraus wird. Ich bin da pessimistisch und rechne damit, dass in drei Monaten alle Atomkraftwerke wieder ans Netz gehen, ohne dass sich irgendwas geändert hat. Die Atomlobby schläft schließlich nicht.

Es wäre sicherlich auch nicht verwunderlich, wenn CDU/CSU und FDP in den nächsten Monaten Parteispenden von Energiekonzernen kriegen. Nein, das hat dann sicherlich gar nichts mit dem Monatorium und dessen Ausgang zu tun… ;-)

Japan-Erdbeben: Bilder bei "The Big Picture"

Nach den Satllitenbildern (hier und hier) sowie den Luftbildern gibt es jetzt schon drei Sets mit Agenturbildern über die Zerstörung des Japan-Erdbebens bei Boston’s „The Big Picture“:

Das Ausmaß ist immernoch erschreckend.