Zahlen zur Energiewende

Die RP hat ein paar spannende Zahlen zur Energiewende:

  • 80 Gigawattstunden Strom benötigt Deutschland an Wintertagen.
  • 30-40 Gigawattstunden Strom werden an Pfingstmontag gebraucht.
  • 35 Gigawattstunden Strom können die Solaranlagen in Deutschland an einem sonnigen Tag liefern.
  • 5 Gigawattstunden Strom und mehr können die Windkrafträder produzieren.
  • 10 Gigawattstunden Strom schaffen die Biomasse-Anlagen und Wasserwerke.

Ich finde diese Zahlen erstmal ziemlich erstaunlich, denn wir stehen ja noch ziemlich am Anfang der Energiewende und können trotzdem schon so viel Strom mit erneuerbaren Energien abdecken. Gleichzeit bringt das aber auch noch einige Probleme mit sich, zum Beispiel, dass wir eine Überproduktion an Tagen wie Pfingstmontag haben.

Schön ist, dass sich auch der Bau neuer Kraftwerke nicht mehr wirklich lohnt, weil erneuerbare Energien vorrangig in das Stromnetz eingespeist werden müssen. Die Wirtschaft hätte natürlich gerne, dass der Steuerzahler „Hilfe“ leistet – und die SPD diskutiert das ernsthaft. Nachdem sie schon versucht haben, uns ihre Atomruinen aufzudrängen. m(

Atomstrom teurer als erneuerbare Energien

Captain Obvious hat wieder zugeschlagen: Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat in einer Studie festgestellt, dass Atomstrom teurer ist als die erneuerbaren Energien (Cache).

Zu erneuerbaren Energien:

Eigentlich sei es so, dass „die Kosten für die erneuerbaren Energien sinken“, erklärt Claudia Kemfert, Leiterin der DIW-Abteilung Energie.

Wegen dem Lernkurveneffekt und dem Skaleneffekt. Auf deutsch: Weil die Entwicklung sowie die wachsende Produktion dazu führt, dass die Produkte billiger werden. .

Zum Atomstrom:
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Deutsche Atomkonzerne

Willkommen bei den deutschen Atomkonzernen. Machen Sie die kurze Führung mit und lernen sie uns besser kennen.

Mal wieder eine grandiose Animation von Alexander Lehmann, mit Sprecher Ernst Walter Siemon und Musik von keine kennen keine.

Atomausstieg könnte verfassungswidrig werden

Wir wissen ja, dass die Atommafia sehr klagefreudig ist, wenn sie ihre Felle davonschwimmen sehen. Also sollte auch das Gesetz zum Atomausstieg bombensicher gemacht werden, sodass es nicht am Bundesverfassungsgericht scheitern kann.

Doch genau danach sieht es gerade nicht aus:

Wolfgang Renneberg, der elf Jahre lang im Bundesumweltministerium für die Atomaufsicht zuständig war und nicht nur Physiker, sondern auch Jurist ist, kritisiert den Gesetzentwurf scharf. Wenn man wolle, dass das Atomgesetz vor dem Bundesverfassungsgericht scheitert, dann könne man das so lassen, so Renneberg lakonisch während einer Anhörung im Umweltausschuss des Bundestages.

Na prima! Hoffentlich haben die Politiker diesen Sarkasmus verstanden, das weiß man bei denen ja nie so genau.

Irgendwie ist bei CDU/CSU auch noch nicht angekommen, dass durch das Abschalten der Atomkraftwerke die erneuerbaren Energien ausgebaut werden müssen:

Dass keinerlei Interesse an zusätzlichen Erzeugungskapazitäten bei Onshore-Windanlagen besteht, zeigte schon Minister Peter Ramsauer auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Angela Merkel und seinen Kabinettskollegen Rösler und Röttgen, als er erklärte, dass bestehende Windkraftanlagen durch weniger, aber leistungsfähigere Anlagen ersetzt werden sollten. Anstatt den technischen Fortschritt zu nutzen, um auf gleicher Fläche mehr Strom zu produzieren, soll die Fläche verringert und der Ertrag beibehalten werden.

Unfassbar! Denken die eigentlich auch mal vorher darüber nach, was die da verzapfen?!?

Der "Clean Tech Media Award" und der Umweltschein

Es gibt gerade eine Abstimmung über den „Clean Tech Media Award“. Dieser soll eine Brücke zwischen Industrie und Ideengebern schlagen, die Ideen zur Umwelt haben. Genauer:

Ausgezeichnet werden Pioniere der Umwelttechnik, die mit Innovationskraft und Begeisterung „grüne“ Technologien entwickelt haben. Ebenso wie Prominente, Medien- und Kulturschaffende, die durch ihr Engagement Botschafter eines ökologischen Lebensstils sind und die Popularität nachhaltiger Technologien fördern.

Ein Preis für Umweltprojekte also. Tja, nur dumm, dass die Hauptsponsoren Vattenfall und Opel sind (Bonus-Lacher: Als Medienpartner hat sich lediglich Springer mit „DIE WELT“ und „Hamburger Abendblatt“ bereit erklärt). Gut, dank Atomkraftwerken und Autoabgasen ist die Glaubwürdigkeit dieses „Umwelt“-preises zwar schon weg, aber mit dieser Nominierung wird noch einer draufgesetzt:

Während RWE weiter auf Atomkraft setzt und wegen der Abschaltung von Biblis A beim Moratorium Klage eingereicht hat, will sich das Tochterunternehmen RWE Effizienz GmbH dort als „Pioniere der Umwelttechnik“ feiern lassen.

Wer den „Clean Tech Media Award“ jetzt ernsthaft noch für einen Umweltpreis hält, sollte nochmal von vorne lesen. Es ist sicherlich auch kein Wunder, dass weder BUND, noch Greenpeace, noch irgendeine andere Naturschutzorganisation diesen Preis unterstützt.