Keese über Internet-Werbung

Ihre Meinung zu Internet-Werbung, Herr Keese?

Meine Timeline bei Facebook besteht inzwischen fast zu einem Drittel aus Werbung. Das wird langsam anstrengend.

Bild.de: 16 Anzeigen (mit Google-Adsense im Artikel, Flash, GIFs) und 22 Scripte
Welt.de: 22 Anzeigen (mit Flash) und 23 Scripte

(Screenshot: Twitter)

Das Social Media Team hat am Wochenende frei (UPDATE)

Ich bin ja schon länger der Meinung, dass die meisten Social Media Kanäle von Unternehmen vollkommen falsch konzipiert sind. Wer als großes (und damit meine ich wirklich großes) Unternehmen im Internet präsent sein will, sollte ein Social Media Team in zwei oder drei Schichten arbeiten lassen, von morgens 6 Uhr bis abends 23 Uhr sollte der Account bedient werden – und das täglich, sogar an Feiertagen.

Beispiele solcher Unternehmen sind Zeitungen wie @DerWesten, Fernsehsender wie @ProSieben und @ZDF, sogar die Bahn hat unter @DB_Bahn fast die von mir geforderten “Öffnungszeiten”, ebenso wie @Telekom_hilft. Nur am Wochende sieht es bei Bahn und Telekom etwas Mau aus, Feiertags ist dort geschlossen.

Das Stichwort heißt Personalkosten, denn die will natürlich niemand für ein großes Social Media Team ausgeben. Zumal es nur schwer messbar ist, ob durch Social Media auch höhere Gewinne (Produktverkäufe, Werbeeinnahmen, Quoten, …) erzielt werden. Und so gibt es mal wieder einen tollen Fall dazu: Vodafone hat einen Shitstorm buchstäblich verschlafen. Eine Kundin hatte auf der Facebook-Seite des Mobilfunkhändlers eine Beschwerde gepostet – das war letzten Mittwoch. Und dann passierte folgendes:

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Facebook-Event-Spam abschalten

Sieht so aus, als würde Facebook einen jetzt mit Event-Einzelbenachrichtigungen überhäufen, selbst wenn man nichts gemacht hat.

Bisher war es so, dass man damit nur zugespammt wurde, wenn man die Ja/Nein/Vielleicht-Frage beantwortet hat und/oder einen Kommentar zu dem Event geschrieben hat. Beides habe ich aber nicht getan, ich habe mich in der Zeit nichtmal eingeloggt. Scheinbar wird man jetzt schon benachrichtigt, sobald man von irgendwem eingeladen wurde.
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Links 9

CCC.de: Chaos Computer Club e. V. distanziert sich vom Hamburger Verein „Attraktor e. V.“
Gegen ein Vorstandsmitglied des Attraktor e.V., in dessen Räumen der CCC Hamburg untergebracht ist, laufen Ermittlungen wegen des Verdachts der Volksverhetzung. Dieses Vorstandsmitglied ist zwar 2008 aus der rechten Szene ausgestiegen, soll aber weiterhin für rechtsradikale Internetseiten verantwortlich sein.

Das Büro des CCC wird nicht mehr im „Attraktor“ betrieben, eine weitere gemeinsame Nutzung der Räume wird beendet.

Ein guter Schritt, den ich begrüße. (Hier die Gegendarstellung von Attraktor.)

taz.de: AUS ANGST VOR FACEBOOK-PARTY: Bürgermeister macht Dorf dicht
Die Facebook-Partys gehen schon soweit, dass kleine Städte (hier: Saaße in Niedersachsen, 135 Einwohner) aus Angst die komplette Stadt abriegeln.

SPIEGEL: Kritik an EU-Berater Guttenberg
Lange nichts mehr von unserem Copy- und Tortenpolitiker gehört. Nicht nur wir, sondern auch die Politiker und “Netzaktivisten” im EU-Parlament. Das beste Statement kommt von Stephan Urbach:

“Ich hatte mir von ihm nichts erwartet, deshalb bin ich auch nicht enttäuscht. Haken wir es ab.”

Abgehakt.

Quora.com: AOL History: How much did it cost AOL to distribute all those CDs back in the 1990′s?
Wer sich schonmal fragte, woher denn die vielen AOL-CDs damals kamen, dem hat der damalige Produktmanager schon 2010 eine Antwort bei Quora gegeben, was jetzt über Twitter flog:

When we launched AOL 4.0 in 1998, AOL used ALL of the world-wide CD production for several weeks. Think of that. Not a single music CD or Microsoft CD was produced during those weeks.

Wow, das nenne ich Marketing. Genervt haben die CDs trotzdem.

ORF darf keine Facebook-Seiten betreiben

Die öffentlich-rechtlichen Sender in Österreich dürfen keine Facebook-Seiten betreiben. Die sind ja noch ärmer dran als unsere öffentlich-rechtlichen Sender, dagegen ist der App-Streit ja ein Witz. Wenigstens gibt sich der ORF nicht geschlagen und will das jetzt höchstrichterlich entscheiden lassen. FM4 (der Jugendsender vom ORF) hat die Facebook-Page einfach einer Gruppe von Fans übergeben.

UPDATE: Ö3 fährt eine ähnliche Tour, die Seite bleibt bestehen aber die Redaktion darf nur noch lesen, das Posten sollen die Fans übernehmen.