„Das ist unser Geld, unser deutsches Geld!“

Jan Böhmermann und Klaas Heufer-Umlauf haben ein großartiges Video zu Griechenland gemacht. Erst zitieren sie BILD-Schlagzeilen, doch dann kommen auch seriösere Zeitungen vor und sogar Angela Merkel. Alles Stimmungmache gegen Griechenland. Dabei könnten wir auch einfach mal die Chance ergreifen und uns nicht wie Arschlöcher benehmen.

(Direktlink)

Harry Rowohlts Lieblingsheldinnen

In einem FAZ-Fragebogen hat Harry Rowohlt im Mai 1992 geantwortet (PDF):

Screenshot aus dem Original-Fragebogen

Ihre Lieblingsheldinnen in der Wirklichkeit? Briefträgerinnen. Überhaupt alle Frauen, die bei der Post arbeiten.

In diesem Sinne: Streikt mal schön weiter, liebe Paketboten und Postangestellten. Ihr seid es wert.

(Auf der faz.net-Seite wurde diese Frage übrigens nicht mit aufgeführt, ebenso fiel die Frage nach den schätzenswerten Eigenschaften an einem Mann weg. Weshalb auch immer.)

FAZ veröffentlicht E-Mail-Texte

Erinnert ihr euch noch, wie damals FAZ und Co. die große Urheberrechts-Kampagne gefahren haben? Nun, sie selbst nehmen das mit dem Urheberrecht nicht ganz so genau:

Ein naives Vorgehen, was ja eigentlich nur bedeuten kann – die Einwilligung des Autors ist bei Veröffentlichungen in der „FAZ“ nicht notwendig. Hauptsache, genügend Redakteure haben eine Email erhalten. Dann landet der Text einfach direkt im Netz oder im Blatt, quasi als Raubdruck und unter Umgehung jeder Form des gesetzlich verankerten Urheberrechts.

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Letzter Tag vor dem #LSR

Heute ist der letzte Tag, bevor morgen am 1. August das Leistungsschutzrecht in Kraft tritt. Rivva hat nun die Reißleine gezogen, neben den Snippets die rausfallen werden zukünftig auch rund 650 Nachrichtenseiten mit ihren Blogs dort nicht mehr erscheinen. Schön wäre es, wenn Rivva ein technisches Opt-in zum Beispiel über ein Meta-Element machen würde.

Ausgerechnet Axel Springer – die das Leistungsschutzrecht am meisten lobbyiert haben – haben übrigens Google nun doch die Erlaubnis gegeben, Artikel-Titel und Snippets kostenlos zu nutzen. Told you so. Angeblich nur übergangsweise, aber Google wird sicherlich auch in Zukunft nicht zahlen.

Auch die anderen großen Zeitungen verzichten bei Google aufs Leistungsschutzrecht – und die FAZ gibt sogar zu, dass ein Google-Verzicht Reichweiten-Verlust bedeuten würde. Einige kleine Verlage bleiben hingegen standhaft in ihrem Irrglauben und fliegen raus, für die war Google News aber auch nicht so wichtig.

Was vom Leistungsschutzrecht bei seiner Inkrafttretung also übrigbleibt: Eine weitere Einschränkung für kleine Dienste und Startups, keine neuen Einnahmen für Medien da sie Reichweitenverlust fürchten und eine Medienlandschaft, die sich ein eigenes Gesetz lobbyiert hat. Ein Sieg sieht anders aus.

Warum wir AdBlocker nutzen

Ein Anti-AdBlocker-Kartell hat sich gegründet: FAZ, Golem, RP, SPIEGEL, Sueddeutsche und ZEIT betteln ihre Leser darum an, ihren AdBlocker auszuschalten. Beim SPIEGEL sieht das so aus, bei den anderen Medien ist der Text nur leicht abgeändert:

spiegel-werbefail-adblockermeldung

Schauen wir uns doch mal einen SPIEGEL-Artikel ohne AdBlocker an. Als ich mit dem Artikel hier anfing wurde dieser Artikel über Lehrerentlassungen gefeatured. Ohne AdBlocker sieht man erstmal keine Veränderung – weil man auch Ghostery abschalten muss.
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