FOCUSplus [UPDATE]

Ich hatte ja schon mal die Idee, dass wenn die Zeitungen alle Paywalls scharfstellen, wir einfach einen großen Blog machen und dort die „Premium“-Storys verbloggen. Über die dort verkaufte Werbung oder durch Spenden könnte man dann die Leute bezahlen und die Kosten für die Paywalls decken. Information wants to be free.

Nun stellt sich raus, dass der FOCUS die gleiche Idee hatte und sich jetzt munter bei BILDplus bedient. Der FOCUS macht das sogar im rechtlich zulässigen Rahmen, sodass Springer außer mimimi nichts machen kann. :-D Wobei es bei BILDplus ja ohnehin nichts Besonders gibt.

UPDATE: Stefan Niggemeier hat mal einen Vergleich gepostet und bringt das Leistungsschutzrecht ins Spiel.

Leser-Gängelei bei FOCUS online

Über Website-Design lässt sich streiten. Ich bin bei Nachrichtenseiten (und zwar ausnahmslos allen) schon froh, wenn man den eigentlichen Artikel von dem ganzen drumherum (Fotostrecke hier, neuestes Video dort, Lesen Sie auch dies und jenes, Anzeigen, …) unterscheiden kann. Das ist beim FOCUS einigermaßen gegeben.

Sicherlich erinnert ihr euch noch, wie sich FOCUS online in einem Firmenvideo damit brüskiert hat, wie toll sie doch online seien. Das Video ist mittlerweile natürlich gelöscht – es war ja auch mehr als peinlich.
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Bundesregierung beschließt LSR [UPDATE 5]

Die Bundesregierung hat das Leistungsschutzrecht verabschiedet. Jetzt dürfen sich also Bundesrat und Bundestag mit dem Entwurf rumschlagen. Übrigens haben sie kurz vor knapp noch eine dritte Version aufgelegt, in der sie das Lex Google dann doch nochmal ein bisschen ausgeweitet haben, nämlich auf „gewerbliche Anbieter von Diensten“, welche „die Inhalte entsprechend aufbereiten“. Natürlich alles schön schwammig gehalten, aber Rivva wäre davon beispielsweise betroffen.

Aus aktuellem Anlass sei an dieser Stelle erwähnt, dass unter den 16 Kabinett-Mitgliedern auch @peteraltmaier, @schroeder_k, @sls_bmj, @philipproesler und @danielbahr dabei sind. Falls jemand mal Feedback geben will (wobei die Accounts von Bahr und Rösler wieder tot sind, typische Symbolpolitik der FDP).

UPDATE: Der Elektrische Reporter hat einen Beitrag zum Leistungsschutzrecht gemacht, der die Thematik nochmal zusammenfasst. Gut gemacht, basiert aber auf dem zweiten Entwurf (dem Lex Google).

UPDATE 2: Google lehnt eine mögliche Lizenzierung ab, falls das Gesetz auch Bundesrat und Bundestag bestehen sollte.

„Das ist ein schwarzer Tag für das Internet in Deutschland“, sagte Google-Sprecher Kay Oberbeck.

Wie wahr. Außerdem ist man bei Hubert Burda entzückt:

Ein Sprecher von Hubert Burda Media sagte am Mittwoch auf Anfrage, man begrüße den Gesetzentwurf und gedenke, das Leistungsschutzrecht auch wahrzunehmen.

Hubert Burda hat unter anderem BUNTE, CHIP und Focus.

UPDATE 3: Robert Basic hat auch noch etwas unfassbares in Zusammenhang mit dem Leistungsschutzrecht: Journalisten, die für ihre Arbeit eine Empfehlung aber kein Geld bekommen. In dem Beispiel nennt er den großen Verlag nicht, aber das soll kein Einzelfall sein.

UPDATE 4: Heise hat weitere Reaktionen zusammengetragen.

UPDATE 5: Einen habe ich noch, der die Absurdität des ganzen offenbart: Sogar die Junge Union ist gegen das Leistungsschutzrecht.

LSR-SEO [Update]

Die Verlage wollen mit dem Leistungsschutzrecht ja Geld von Google haben. Umso witziger ist es, dass sie auf der einen Seite Google bekämpfen, auf der anderen Seite aber der SPIEGEL seit neuestem auf SEO setzt und auch bei Axel Springer sucht man einen SEO-Typen (vorsicht, Link geht zu Springer).

(via @christanheise & @lorz)

UPDATE: Der „Journalist“ hat auch noch was zu Google-News-SEO der Verlage. Geschätzte 40-50% der Leser kommen von Google und Google News, außerdem hat Google News einen Bug: Wenn ein Artikel geupdatet wird, wird er als neuer Artikel nach oben geholt. Somit lohnt es sich also, einen Artikel öfters zu republishen.

Deswegen sieht man öfters bei Themen nur eine kurze Meldung und darunter ein „Mehr in Kürze hier bei XY“, damit die bei Google möglichst oben stehen und somit viele Klicks erhalten. Im Artikel werden aber auch Beispiele von Stern, Die Welt und Focus gezeigt, die allesamt ihre Artikel-Überschriften und -URLs nur leicht abändern, um nach oben zu gelangen.

Und diese Leute bekämpfen Google. Die schaufeln sich also online jetzt gerade ihr eigenes Grab, denn Google wird denen natürlich keinen Cent zahlen sondern eher aus dem Index schmeißen, so wie damals in Belgien.