Neues zu den Vorwürfen gegen Assange

Der Guardian hatte „unautorisierten Zugang“ zu den Verhörprotokollen bei den Anschuldigungen gegen WikiLeaks-Gründer Julian Assange und berichtet darüber. Da hat sich also irgendjemand schmieren lassen und dem Guardian die Protokolle zugesteckt. Bei N-TV gibt es das auch auf deutsch. Die Zusammenfassung: Den Polizeiberichten zufolge soll Assange einmal sexuelle Nötigung und einmal Vergewaltigung bei den beiden Frauen begangen haben, also das, was eh schon bekannt war. Die SMS-Nachrichten soll es nicht gegeben haben – jedoch beachte man, dass es hier nur um die Verhörprotokolle geht. Wenn es die SMS-Nachrichten, in denen die beiden Frauen abgesprochen haben sollen dass sie das vor der Presse behaupten um Geld zu kriegen, geben sollte, so würden die sich wohl kaum selbst belasten (was wohl niemand machen würde).

Einen wahren Knüller gibt es von Fox News, bei denen ging eine Morddrohung gegen Assange direkt über den Sender:

In der Sendung „Follow the money“ sprach sich Beckel offen für die Beseitigung Assanges aus. „Wem schadet das: den amerikanischen Bürgern. Die Art und Weise, wie man mit dieser Situation umgehen sollte, ist simpel: Wir haben Spezialeinsatzkräfte – ein toter Mann kann keine Sachen veröffentlichen. Dieser Typ ist ein Verräter, ein Verräter, hat jedes Gesetz der USA gebrochen. Der Typ sollte… – und ich bin nicht für die Todesstrafe – ..so ich würde den Hurensohn (illegal) erschießen.“ Zuspruch erhielt Beckel von Analyst Bo Dietl und Kolummnist Joel Mowbray. „Dieser Typ muss weg“, so Dietl.

Die haben immernoch nicht kapiert, dass Assange nur ein Teil von WikiLeaks ist. Auch derzeit kann Assange nicht für WikiLeaks arbeiten (Knast, Hausarrest etc.) und dennoch werden weiter Cables veröffentlicht, weil weitaus mehr Leute als nur Assange hinter der Plattform stehen. Immerhin scheint somit der Blitzableiter-Effekt mit Assange zu funktionieren. Den TV-Ausschnitt gibt es auch auf YouTube.