Kölner Karneval ist nicht Charlie

Kurz nach den Anschlägen auf Charlie Hebdo in Frankreich startete das Festkomitee Kölner Karneval, welches den Rosenmontagszug in Köln organisiert, einen Wettbewerb: Auf Facebook konnte man 14 Entwürfen „liken“, die alle die Anschläge thematisierten. Der Entwurf mit den meisten „Likes“ sollte gebaut und beim Rosenmontagszug mitfahren. Gewonnen hat schließlich dieses Motiv:

charlie-hebdo-karnevalswagen-koeln-640x480 (Bild: Festkomitee Kölner Karneval)
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Twitter: Wikipedia-Edits von Regierungen, Firmen etc.

Vor ein paar Tagen habe ich schon über @bundesedit berichtet. Wie der Initiator von @bundesedit im Interview bei Trackback sagt, geht es weniger um die Änderungen selbst, da sie oftmals nur Rechtschreibfehler sind. Vielmehr soll damit demonstriert werden, dass nicht nur der Staat uns beobachtet, sondern auch wir die Aktivitäten des Staates beobachten.

Es gibt aber noch viele weitere Twitter-Accounts, die Wikipedia-Edits (= Änderungen in Wikipedia-Artikeln) von Behörden und Regierungen beobachten. Das wird meistens über ein Script gemacht, mit dem man einfach die IP-Adressen der Parlamente füttert. Wikipedia-Accounts von Mitarbeitern hingegen werden nicht erfasst, da diese meistens nicht bekannt sind. Auch über Proxys kann man die „Überwachung“ natürlich umgehen.

Ich habe die Accounts mal in einer Twitterliste gesammelt und unten nochmal sortiert aufgelistet. Ergänzungen gerne in die Kommentare. Beim Durchsehen ist mir aufgefallen, dass einige Accounts erst seit wenigen Tagen existieren und noch keine Einträge haben, da muss man mal in ein paar Monaten sehen, was daraus geworden ist.
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Röslers EU-Internetstruktur

Philipp Rösler (FDP) ist Bundeswirtschaftsminister und hat DIE Lösung zum Prism-Tempora-Überwachungsskandal: Eigene Internet-Infrastruktur. Nein, wirklich!

„Wir brauchen ergänzend auch eigenständige deutsche und europäische Lösungen und Angebote bei der IT-Infrastruktur“, sagte Rösler […].

Wie schön, dass Röslers Traum schon Wirklichkeit ist: Über die Backbone-Netze haben wir schon längst eine europäische IT-Infrastruktur. Kann man sich hier ansehen. Und DE-CIX, der in Frankfurt steht, wird auch abgehört.
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Weltenbummler

„Morgen bin ich hier weg“, sagt der Mann in der U-Bahn. Ich schätze ihn auf um die 50 Jahre, in der Hand hält er die Leine seines ausgewachsenen Hundes. Ihm gefalle es in Deutschland nicht, er will weiterreisen. Die beiden Frauen, die sich gerade zu ihm gesetzt haben und mit ihm ins Gespräch kamen, schauen ihn verwundert an.

„Ich habe schon überall gelebt. In Italien, Frankreich, immer hat es mich weitergezogen.“ Er betont, er habe „nicht Urlaub gemacht“, sondern immer mehrere Jahre in dem jeweiligen Land gelebt. „Sechs Sprachen kann ich fließend sprechen, damit kann ich mich auf der ganzen Welt verständigen.“ Die Frauen nicken und eine sagt, dass sie auch fließend Englisch sprechen kann.

„Nee, mit Englisch kommen Sie in Frankreich aber nicht weit. Und in Italien auch nicht, das ist dort überall nicht so eine Weltsprache wie bei uns.“ Wenn man dort Englisch sprechen würde, bekomme man von den Leuten nur Achselzucken als Antwort, erklärt er. Die andere Frau stimmt ihm zu, sie war auch schon länger in Italien und kann etwas italienisch. Daraufhin gibt er einen italienischen Satz zum Besten.
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