Wahl-O-Mat zur NRW-Wahl 2012

Der Wahl-O-Mat zur NRW-Wahl ist heute gestartet. Mein Ergebnis:

1. PIRATEN
2. Die PARTEI
3. Die LINKE
4. Grünen
5. NPD
6. SPD
7. CDU
8. FDP

Das ist schon sehr verwunderlich, dass SPD, CDU und FDP schlechter sind als die Nazis. Ich vermute, dass das an der Gewichtung der Fragen liegt. Überrascht hat mich, dass die PARTEI an zweiter Stelle steht und fast gleichauf mit den Piraten ist.

In der Auswertung gibt es auch einige Funfacts, zum Beispiel lehnen von den obrigen Parteien CDU und FDP das Sozialticket ab. CDU und FDP sind auch die einzigen, welche die Polizeikennung ablehnen. Zusammen mit der SPD sind CDU und FDP für die Privatisierung der kommunalen Grundversorgung. Die Praxisgebühr will einzig und allein die CDU weiterhin behalten.

Mein absoluter Favorit ist aber, dass alle Parteien (ja, sogar die Nazis) einen Mindestlohn wollen – bis auf die FDP! :-)

UPDATE: Das BILDblog merkt an, dass die Frage 30 mit dem Solidaritätszuschlag falsch ist, das müsste Solidarpakt heißen. So steht es also um unsere politische Bildung.

Geheimcode Sprache

Ich habe gerade das Hörbuch „Knast“ von Joe Bausch (der Arzt im Kölner Tatort) gehört, der dort über seinen Alltag als Arzt im Gefängnis erzählt (das ist er nämlich auch). Das Hörbuch ist ganz gut.

Darin gibt es auch folgenden Funfact: Die Post von Inhaftierten wird zwar geprüft, jedoch scheitern die Beamten bei ausländischer Sprache und Übersetzer gibt es aus Kostengründen nicht.

Jetzt ist auch nachvollziehbar, warum viele Inhaftierte ihre Geschäfte im Knast weiterführen können, sie brauchen nur eine ausländische Sprache beherrschen. Die einzige Strategie gegen diese Praxis ist, mehr Justizbeamte mit Migrationshintergrund einzustellen.

Bei Arztbesuchen werden übrigens Mithäftlinge (ebenfalls aus Kostengründen) als Übersetzer genutzt, was mich spontan hieran erinnert hat. :-)

Megaupload-Server

Haha, was ist das denn für ein geiler Funfact: Nach dem Megaupload-Raid haben die US-Behörden die Server zwar kopiert, jedoch die Hardware nicht beschlagnahmt. Der Megaupload-Anwalt versucht jetzt, die Server zu retten, die bei den beiden Unternehmen Carpathia und Cogent stehen. Da das Geld von Megaupload ja eingefroren wurde, können die Februar-Rechnungen nicht bezahlt werden und in einem solchen Fall werden die Server üblicher Weise plattgemacht.

ARD für Vorratsdatenspeicherung?

Die ARD scheint eine Kampange zur Vorratsdatenspeicherung (VDS) zu fahren, jedenfalls kommen in der ARD fast nur VDS-Befürworter zu Wort. Und wenn es mal ein VDS-Gegner ist, dann jemand von der FDP. Super ausgewogen, ARD.

Funfact: Vor vier Jahren sah die ARD das noch etwas anders, die VDS-kritische Doku „Alltag Überwachung“ ist auch heute noch auf tagesschau.de downloadbar. Diese entstand allerdings unabhängig von der ARD und der Tagesschau.

Big Three statt Big Four

EMI geht es seit einigen Jahren nicht mehr gut, obwohl eine Menge bekannte Künstler bei EMI sind. 2008 schrieb die L.A. Times, dass nahezu 9 von 10 EMI-Künstlern unprofitabel seien. Anfang dieses Jahres übernahm die Citigroup das Label, im Raum stand ein Verkauf an Warner Music. Nun ist bekannt: EMI soll zwischen Sony Music und Universal Music aufgeteilt werden. Nun sind es nur noch Big Three statt Big Four.

Funfact an der Geschichte: EMI hatte in der Vergangenheit schon mehrmals Pläne, Warner Music zu übernehmen um an Universal vorbeizuziehen und sich an Sony anzurücken. Nun wird EMI ausgerechnet von diesen Erzfeinden übernommen.

Als Musiknutzer kann einem das egal sein, woher die Musik kommt. Wo die Künstler sind, das ist für den Musikkonsum meistens nebensächlich. Für den Musikmarkt ist es jedoch eine denkbar schlechte Entwicklung: Bei nur noch drei Major-Labels herrscht wenig Konkurrenz. Alle drei Major-Labels werden die Entwicklung der Musikindustrie massiv beeinflussen, was an sich normal ist, aber bei so wenigen Marktführern schlechte Auswirkungen haben kann.

So waren es weder Warner Music, noch Sony Music oder Universal Music, sondern eben EMI im April 2007, die verkündeten, dass ihre Tracks auf iTunes ohne DRM und in höherer Qualität verfügbar sein werden. Erst danach haben die anderen Labels mitgezogen und natürlich ist dies auch auf anderen Downloadplattformen geschehen.

Ich bezweifele, dass Sony und Universal „ordentlich“ mit dem Online-Markt umgehen können, auch wenn man ihnen zugute halten kann, dass sie schon kritisch über die GEMA-YouTube-Geschichte geäußert haben. Erst neulich lief mir wieder ein Fall der falschen Preispolitik über den Weg. Der in dem Fall genannte Amazon-Preis ist übrigens mittlerweile angepasst und der Download genauso teuer wie die CD – obwohl beim Download eine Menge gespart wird (keine Lieferkosten zwischen Presswerk und Amazon, keine Plastikhülle, keine Presswerkkosten etc.).

Die Musiklabels verhalten sich wie die Buchverlage im E-Book-Markt: Vollkommen falsch. Langfristig werden sie den Online-Vertrieb somit an die Wand fahren und sich lieber über „Raubkopierer“ echauffieren, anstatt sich mal an die eigene Nase zu fassen und ein ordentliches Angebot zu schaffen. Ein Schelm, wer dabei denkt, dass das auch mit dem profitablen Abmahngeschäft zusammenhängen könnte.

Wahrscheinlich wird es immer ein Traum bleiben, dass ein innovativer Publisher an der Spitze steht und einen guten Kurs vorgibt oder dass es soviel Konkurrenz gibt, dass die Musiklabels von alleine einen guten Kurs einschlagen müssen. Dafür müssten wahrscheinlich erstmal alle jetzigen Major-Labels aussterben. So gesehen hat der EMI-Ausverkauf dann doch wieder etwas Gutes.