Rundfunkbeitrag: Wieder Abzock-Schreiben im Umlauf [2. UPDATE]

Derzeit gehen laut einer E-Mail bei Fefe Betrugsschreiben an viele Haushalte raus, dass man den neuen Rundfunkbeitrag auf ein Konto der Berliner Sparkasse (BLZ 10050000) überweisen soll, unabhängig davon, in welchem Bundesland man lebt.

Die angegebene Kontonummer 6603197900 führt zu einer VISA-Prepaid-Karte. Mittels des angegebenen Verwendungszweckes lädt man das Geld somit nicht zum „Beitragsservice“ der Öffentlich-Rechtlichen (ehemals GEZ) sondern auf das Konto Krimineller.

Überprüfungs-Tipps
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Zack!

Der Preis für die beste Integration einer Print-Überschrift in den Online-Auftritt 2012 geht an das Hamburger Abendblatt:

abendblatt-gebuehren

Der Artikel „Zack! – Und gleich kostet es Gebühren“ handelt aber nicht von den irrsinnigen Paywalls der Zeitungsverlage sondern natürlich von dem neuen Rundfunkbeitrag (ehemals GEZ) und der Verschiebung der neuen GEMA-Clubtarife. Übrigens, mobil ist der Artikel ohne Paywall sichtbar (Vorsicht, Springer-Zeitung).

27.000 Euro pro Tatort

Erinnert ihr euch noch an die 51 Tatort-Autoren? Der Focus hat Zahlen:

Das Grundhonorar von 27 000 Euro wird jedes Mal wieder gezahlt, sollte der Film im Ersten zur Primetime wiederholt werden. Für eine Wiederholung zur Nachtzeit gibt es immerhin 16 000 Euro. Läuft der Krimi im Dritten, überweist das Erste 9000 Euro an den Drehbuchautor.

Und jetzt schaut mal in der Programmzeitschrift nach, es werden ständig irgendwelche Tatort-Folgen wiederholt. Und DIE regen sich über die Urheberrechtsdebatte auf. Unfassbar!

Übrigens kriegen die Autoren der Privatmedien laut dem Artikel nur ein einmaliges Honorar, weil dort mit Total-buy-out gearbeitet wird. Der Brief der Tatort-Autoren ist also noch lächerlicher als bisher.

GEZ wird AZDBS

Wenn die Haushaltspauschale 2013 kommt, will sich die GEZ umbenennen. Und zwar in den tollen Namen „ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice“. Ein passender Name, nicht? Wir zahlen beim Einkaufen ja auch alle unseren „Umsatz-Beitragsservice“ und der Staat will unseren „Einkommens-Beitragsservice“ haben.

Ich freue mich schon auf die Domain, einen Twitteraccount haben sie schon. :-)

Neuer Rundfunkbeitrag droht zu scheitern

Oh, wunderbar: Im NRW-Landtag gibt es bislang keine Mehrheit für den Rundfunkbeitrag. Die FDP begründet ihre Ablehnung natürlich mit der Wirtschaft, denn kleine und mittelständische Unternehmen müssen nach dem geplanten Rundfunkbeitrag viel mehr bezahlen als bislang. Die LINKE begründet ihre Ablehnung damit, dass Behinderte, die bislang eine Befreiung hatten, zukünftig auch bezahlen müssen. Und selbst die CDU lässt verlauten, dass die Partei sich noch nicht abschließend einig ist.

Sowohl von der SPD als auch von den Grünen, die beide eine Minderheitsregierung in NRW bilden, ist in dem Artikel nicht die Rede. Sollten sich FDP, LINKE und CDU gegen den Rundfunkbeitrag aussprechen, so würde die Reform in NRW nicht ratifiziert und somit scheitern, auch wenn SPD und Grünen dafür stimmen würden.

Angesichts dessen, was der Rundfunkbeitrag alles negatives mit sich bringt, ist die Ablehnung eigentlich zu begrüßen (auch wenn ich der größten Änderung, die Gebühr pro Haushalt festzusetzen, grundsätzlich zustimme). Wer weiß, wann diese Sachen dann „nachgebessert“ werden – das kann dauern.