Letzter Tag vor dem #LSR

Heute ist der letzte Tag, bevor morgen am 1. August das Leistungsschutzrecht in Kraft tritt. Rivva hat nun die Reißleine gezogen, neben den Snippets die rausfallen werden zukünftig auch rund 650 Nachrichtenseiten mit ihren Blogs dort nicht mehr erscheinen. Schön wäre es, wenn Rivva ein technisches Opt-in zum Beispiel über ein Meta-Element machen würde.

Ausgerechnet Axel Springer – die das Leistungsschutzrecht am meisten lobbyiert haben – haben übrigens Google nun doch die Erlaubnis gegeben, Artikel-Titel und Snippets kostenlos zu nutzen. Told you so. Angeblich nur übergangsweise, aber Google wird sicherlich auch in Zukunft nicht zahlen.

Auch die anderen großen Zeitungen verzichten bei Google aufs Leistungsschutzrecht – und die FAZ gibt sogar zu, dass ein Google-Verzicht Reichweiten-Verlust bedeuten würde. Einige kleine Verlage bleiben hingegen standhaft in ihrem Irrglauben und fliegen raus, für die war Google News aber auch nicht so wichtig.

Was vom Leistungsschutzrecht bei seiner Inkrafttretung also übrigbleibt: Eine weitere Einschränkung für kleine Dienste und Startups, keine neuen Einnahmen für Medien da sie Reichweitenverlust fürchten und eine Medienlandschaft, die sich ein eigenes Gesetz lobbyiert hat. Ein Sieg sieht anders aus.

LSR: Google schmeißt Verlage raus

Told you so: Verlage, die Google nicht das kostenlose zitieren ihrer Inhalte erlauben, fliegen aus Google News raus. Stichtag ist der 1. August 2013, an dem das Leistungsschutzrecht in Kraft tritt.

Verlage bekommen ab sofort die Möglichkeit, in einer „Bestätigungserklärung“ der Nutzung in Google News zuzustimmen. In der dazugehörigen FAQ schreibt Google:

5. Was passiert, wenn ich vor dem 1. August 2013 eine Bestätigungsserklärung für meine Nachrichtenquelle in Google News ablehne? Wenn Sie die Bestätigungserklärung ablehnen, werden Ihre Inhalte ab dem 1. August 2013 nicht mehr in Google News angezeigt.

6. Was passiert, wenn ich vor dem 1. August 2013 nichts unternehme? Wenn Sie keine Entscheidung über Ihre Bestätigungserklärung treffen, werden Ihre Inhalte ab dem 1. August 2013 nicht mehr in Google News angezeigt.

Ohne einer expliziten Zustimmung fliegen die Verlage also aus Google News raus. Und, wie ebenfalls prognostiziert, wird Google für die Verwendung in Google News keinen Cent ausgeben:
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100.000 Klicks pro Minute

Kurze Ansage von Google:

Alleine durch Google werden pro Minute (!) 100.000 Klicks auf Verlagsseiten weiter geleitet, die diese für sich nutzen können.

Lasst uns also beruhigt beim Zeitungssterben zuschauen: Google schmeißt die Verlage raus, die Besucherzahlen fallen drastisch und damit auch die Werbeeinnahmen, es folgen Massenentlassungen bei den Zeitungen und damit noch weniger Eigencontent als ohnehin schon, bis die Zeitungen – beziehungsweise Agenturaggregatoren, denn viel mehr ist davon ja nicht mehr übrig – ganz weg sind. Sehr schöne Zukunft.

Funfact in den Kommentaren dazu: Die Welt findet Google News so schlimm, dass sie mit dieser Meldung möglichst oft oben stehen möchte (kennen wir ja).