Google Nest [UPDATE 4]

Große Aufregung bei der re:publica 2014: Dort wurde „Google Nest“ vorgestellt. Doch wie schon beim Artikel-Datum muss man manchmal genauer hinsehen.

Die Website

Die Website google-nest.org sieht ziemlich ähnlich aus wie andere Seiten von Google. Allerdings, hier die erste Auffälligkeit: Google-Projekte haben normalerweise eine eigene Subdomain, keine eigene Domain. Somit wäre nest.google.com wohl die offizielle Adresse, wenn es ein offizielles Google-Projekt wäre.

Die „Verteidige dein Netz!“-Kampagne gab es unter google.de/campaigns/deinnetz/ (inzwischen offline, Link hier), auch für die Journalisten-Tools gibt es eine Unterstruktur: google.com/get/mediatools/. Eine eigene Domain gibt es nur in Ausnahmefällen, etwa bei blogger.com.
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Spying NSA (Song + Lyric)

Auf der Crypto-Konferenz Crypto 2013 rump session wurde ein Song über die NSA präsentiert. Mit der Melodie von „Surfin‘ USA“ wird „Spying NSA“ gesungen:

(Direktlink)

Was mir besonders gefällt ist das Aufzählen der Abhörstationen im Refrain. Sehr schön, ich habe die mal verlinkt. Die Ironie der Geschichte ist, dass der Auftritt mit Google Glass aufgenommen wurde und ein (von der Rump Session abgespaltener) Teil der Konferenz unter anderem von Google und Microsoft gesponsort wurde. :-D

Hier der Songtext zum Mitsingen:
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Googeln führt zu Anti-Terror-Einsatz

Aus der beliebten Reihe „Ich habe doch nichts zu verbergen“: Mann in den USA googelt auf dem Arbeitsplatz nach „pressure cooker bombs“ (Schnellkochtopf-Bombe) und „backpacks“ (Rucksack), der mittlerweile ehemalige Arbeitgeber meldet es der Polizei und die schickt eine Anti-Terror-Einheit an den Privatwohnsitz. Seine Ehefrau hat das hier verbloggt.

Money-Quote:

They mentioned that they do this about 100 times a week. And that 99 of those visits turn out to be nothing.

Die haben wöchentlich 100 solcher Fälle, wovon sich 99 als grundlos rausstellen.

Und sie schreibt, wenn sie in Zukunft einen Schnellkochtopf kaufen will, wird sie das nicht online machen. Willkommen in 1984.

UPDATE: Metronaut ergänzt, dass die Geschichte zuerst bezweifelt wurde weil sich niemand offiziell dazu äußern wollte, bis das Suffolk County Police Department eine Pressemitteilung mit einer Bestätigung der Story veröffentlicht hat.

Letzter Tag vor dem #LSR

Heute ist der letzte Tag, bevor morgen am 1. August das Leistungsschutzrecht in Kraft tritt. Rivva hat nun die Reißleine gezogen, neben den Snippets die rausfallen werden zukünftig auch rund 650 Nachrichtenseiten mit ihren Blogs dort nicht mehr erscheinen. Schön wäre es, wenn Rivva ein technisches Opt-in zum Beispiel über ein Meta-Element machen würde.

Ausgerechnet Axel Springer – die das Leistungsschutzrecht am meisten lobbyiert haben – haben übrigens Google nun doch die Erlaubnis gegeben, Artikel-Titel und Snippets kostenlos zu nutzen. Told you so. Angeblich nur übergangsweise, aber Google wird sicherlich auch in Zukunft nicht zahlen.

Auch die anderen großen Zeitungen verzichten bei Google aufs Leistungsschutzrecht – und die FAZ gibt sogar zu, dass ein Google-Verzicht Reichweiten-Verlust bedeuten würde. Einige kleine Verlage bleiben hingegen standhaft in ihrem Irrglauben und fliegen raus, für die war Google News aber auch nicht so wichtig.

Was vom Leistungsschutzrecht bei seiner Inkrafttretung also übrigbleibt: Eine weitere Einschränkung für kleine Dienste und Startups, keine neuen Einnahmen für Medien da sie Reichweitenverlust fürchten und eine Medienlandschaft, die sich ein eigenes Gesetz lobbyiert hat. Ein Sieg sieht anders aus.

LSR: Google schmeißt Verlage raus

Told you so: Verlage, die Google nicht das kostenlose zitieren ihrer Inhalte erlauben, fliegen aus Google News raus. Stichtag ist der 1. August 2013, an dem das Leistungsschutzrecht in Kraft tritt.

Verlage bekommen ab sofort die Möglichkeit, in einer „Bestätigungserklärung“ der Nutzung in Google News zuzustimmen. In der dazugehörigen FAQ schreibt Google:

5. Was passiert, wenn ich vor dem 1. August 2013 eine Bestätigungsserklärung für meine Nachrichtenquelle in Google News ablehne? Wenn Sie die Bestätigungserklärung ablehnen, werden Ihre Inhalte ab dem 1. August 2013 nicht mehr in Google News angezeigt.

6. Was passiert, wenn ich vor dem 1. August 2013 nichts unternehme? Wenn Sie keine Entscheidung über Ihre Bestätigungserklärung treffen, werden Ihre Inhalte ab dem 1. August 2013 nicht mehr in Google News angezeigt.

Ohne einer expliziten Zustimmung fliegen die Verlage also aus Google News raus. Und, wie ebenfalls prognostiziert, wird Google für die Verwendung in Google News keinen Cent ausgeben:
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