Wenn jemand drei Euro spendet…

„Wenn jemand drei Euro spendet, haben wir einen Verlust gemacht.“

Ein Greenpeace-Sprecher über die Kosten bei Vermittlern, die für das Anwerben von Spendern eine Provision erhalten. Greenpeace Deutschland macht das derzeit testweise, das Modell wird auch beim Internationalen Tierschutzfonds (IFAW) in Deutschland und dem Kinderhilfswerk Plan International Deutschland e. V. angewendet.

Der Castor rollt wieder

Heute gegen 16 Uhr ist der Castor-Transport in Frankreich gestartet. Auf castorticker.de gibt es aktuelle Infos, diesmal wurde sogar aufgerüstet und es gibt Extras wie eine Mobile-Version, Feeds, SMS-Benachrichtigung, Telefon-Bandansage und mehr.

Das Ziel des Castor-Transportes ist die Lagerhalle in Gorleben, deren Strahlen-Grenzwerte laut Greenpeace noch bis Ende des Jahres überschritten sein werden, selbst ohne die neuen Castoren.

UPDATE: Die taz hat auch wieder einen Castor-Ticker über die Proteste.

Brüderles Offenheit über das Moratorium

Rainer Brüderle (FDP) soll gegenüber der Atomlobby zugegeben haben, dass das Moratorium nur wegen den Landtagswahlen stattfindet:

Der Wirtschaftsminister hat nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ („SZ“) vor einer Runde führender Wirtschaftsvertreter das Kernkraft-Moratorium mit den anstehenden Landtagswahlen begründet. Der Minister hatte vor etwa 40 Mitgliedern des Bundesverbands der Deutschen Industrie über die AKW-Pause gesprochen. Das Protokoll des Treffens liegt der „SZ“ nach eigenen Angaben vor.

[…]

Laut Sitzungsprotokoll bestätigte Brüderle das Moratorium – und wies anschließend darauf hin, „dass angesichts der bevorstehenden Landtagswahlen Druck auf der Politik laste und die Entscheidungen daher nicht immer rational seien“, schreibt die „SZ“.

Bingo.

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) versucht jetzt Schadensbegrenzung:

„Wir treffen notwendige Entscheidungen unabhängig von Wahlen“, sagte Kauder der „Bild“-Zeitung.

[…]

„Auch die CDU in Baden-Württemberg wollte sofort nach dem Unglück eine Überprüfung aller AKW. Man konnte nicht einfach weitermachen.“, sagte der Unionsmann.

Toll, dass Kauder Baden-Württemberg als Vorzeige-Bundesland nennt. Dort gibt es gerade eine Anzeige von Greenpeace gegen Tanja Gönner (CDU), weil diese laut Greenpeace trotz Gerichtsbeschluss Akten über Atomkraftwerke und deren Sicherheit nicht herausgibt. Außerdem gab es dort nicht gemeldete Pannen im Kernkraftwerk Philippsburg. Und Stefan Mappus (CDU) wollte bestimmt auch sofort abschalten. Ein absolutes Muster-Bundesland also, wenn es um die Atompolitik der CDU geht. ;-)

Angeblich soll Brüderles Aussagen nur ein „Protokollfehler“ sein. Für mich sieht das eher nach einem typischen Autorisieren aus: Das, was wirklich gesagt wurde, wird von der Pressestelle so korrigiert, das es den Positionen der Partei entspricht. Bloß hat diesmal jemand vergessen, das Protokoll dort vorher autorisieren zu lassen. :-)

Japan-Erdbeben: Wo gibt es Informationen?

Eigentlich ist die Frage überflüssig, denn es gibt nahezu überall Informationen (und das ist auch gut so). Dennoch will ich hier einige Liveticker zum Japan-Erdbeben vorstellen:

Den wohl besten deutschen Liveticker bieten die Anti-Atom-Piraten (Twitter). Ebenfalls zu empfehlen, aber auf englisch, ist der Guardian-Liveticker (Twitter).

Darunter reihen sich die ZEIT, RP-Online und der SPIEGEL ein, die auch gut und flüssig berichten. Eher tröpfchenweise geht es dann bei der Tagesschau und Greenpeace zu.

Wer lieber Fernseher oder Radio im Hintergrund an hat, sollte die öffentlich-rechtlichen Sender einschalten, dort wird zwischendurch immer wieder berichtet. Auch N24 und n-tv bringen viele Sondersendungen.